Designierte Merck-Chefin Garijo lehnt gesetzliche Frauenquote ab

  • Belén Garijo wird demnächst die erste Frau sein, die alleine einen Dax-Konzern führt.
  • Von gesetzlich vorgeschriebenen Frauenquoten hält die designierte Vorstandschefin von Merck aber wenig.
  • Für mehr Frauen in Führungspositionen will sich Garijo aber durchaus einsetzen.
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Frankfurt/Main. Die designierte Vorstandschefin des Chemie- und Pharmakonzerns Merck, Belén Garijo, hält nicht viel von gesetzlich vorgeschriebenen Frauenquoten in der Wirtschaft. „Ich bin gegen jede Art von Diskriminierung, und das schließt positive Diskriminierung mit ein“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die 60 Jahre alte Spanierin, die Medizin studiert hat und seit 2011 für Merck arbeitet, wird vom 1. Mai an die erste Frau sein, die allein an der Spitze eines Dax-Unternehmens steht.

Bislang hatte lediglich SAP eine Frau ganz an der Spitze des Unternehmens - doch Jennifer Morgan teilte sich den Topjob mit ihrem Kollegen Christian Klein. Das ging nicht lange gut, schon nach sechs Monaten machte Klein alleine weiter. Seitdem gibt es in Dax-Unternehmen keine Frauen in der höchsten Führungsposition.

Garijo will Gleichberechtigung stärken

Nun tritt Garijo an die Spitze von Merck - und gibt sich selbstbewusst: „Ich glaube nicht, dass ich etwas getan habe, um eine Übermacht von deutschen Männern zu brechen“, sagte Garijo der FAZ. „Was ich mein ganzes Leben lang getan habe, war, hart zu arbeiten und Gelegenheiten zu nutzen, wenn sie sich geboten haben.“

Gleichwohl wolle sie sich dafür einsetzen, dass mehr Frauen als bisher in Führungspositionen gelangten. „Der Anteil liegt bei Merck bei rund 35 Prozent. Das ist mehr als in vielen anderen Unternehmen, aber wir sind damit noch nicht am Ziel.“ Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sei für sie „nur eine Art Eisbrecher“. Es gehe darum, noch viel mehr unterschiedliche Menschen in verantwortliche Positionen zu bringen, weil davon das Unternehmen profitiere.

RND/dpa/hö

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