Beim Sammeln von Biomüll hakt es in Deutschland

Bürger in Deutschland müssen die Möglichkeit haben, ihren Bioabfall getrennt zu entsorgen. Das besagt ein Gesetz, das 2015 in Kraft getreten ist. Viele Kreise bieten ihren Einwohnern diese Möglichkeit allerdings nicht an, kritisiert der Nabu.

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Berlin. Dreieinhalb Jahre nach Einführung der Pflicht zum getrennten Sammeln von Biomüll bieten noch Dutzende Landkreise und Städte nicht flächendeckend eine Biotonne an. Recherchen des Nabu zufolge gibt es in 24 Kreisen oder kreisfreien Städten gar keine solche Tonne für Lebensmittelreste und Gartenabfälle. In anderen können Bürger ihren Biomüll zu zentralen Sammelstellen bringen, was die Umweltschützer als wenig verbraucherfreundlich kritisieren.

Wie der Nabu am Freitag in Berlin beklagte, geht so Biomüll als Rohstoff verloren, der zur Gewinnung von Bioenergie, Erde und Dünger genutzt werden könnte. Bundesweit könnten demnach über vier Millionen Tonnen Bioabfälle pro Jahr mehr gesammelt werden, das würde die derzeit gesammelte Menge von 4,8 Millionen Tonnen fast verdoppeln.

Als Orte ohne Biotonnen-Angebot nennt der Nabu unter anderem die Kreise Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen, Uckermark in Brandenburg, Nordsachsen, Ortenaukreis und Sigmaringen in Baden-Württemberg und Traunstein in Bayern. Auch die Menge der gesammelten Bioabfälle ist von Kreis zu Kreis sehr unterschiedlich. Das hat laut Nabu-Experte Michael Jedelhauser mehrere Gründe: In ländlicheren Regionen fällt mehr zum Beispiel Gartenabfall an, aber auch die Disziplin beim Mülltrennen ist nicht überall gleich groß.

Von dpa/RND

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