Bankchef Sewing: Deutsche Bank kann gestärkt aus Corona-Krise hervorgehen

  • Bei der Onlinehauptversammlung versucht Deutsche-Bank-Chef Sewing Optimismus bei den Aktionären auszustrahlen.
  • Nach fünf Verlustjahren in Folge drohen auch im laufenden Jahr unter dem Strich rote Zahlen.
  • Chefaufseher Achleitner teilte derweil mit, seinen Posten nicht frühzeitig aufgeben zu wollen.
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Frankfurt/Main. Die Deutsche Bank ist nach eigener Einschätzung solide genug aufgestellt, um die Corona-Krise ohne größere Blessuren zu überstehen. “Wir sind ein Teil der Lösung und insofern auch überzeugt, dass die Deutsche Bank dort auch gestärkt hervorgehen kann”, sagte Konzernchef Christian Sewing bei der Onlinehauptversammlung des Frankfurter Dax-Konzerns am Mittwoch.

Die Frage nach Staatshilfen stelle sich für das Institut nicht. “Allerdings ist es momentan nicht möglich, final abzuschätzen, was die mittel- und langfristigen Folgen der Krise sein werden.” Eines sei jedoch klar: “Wir müssen als Deutsche Bank profitabler sein als heute, wenn wir in einer europäischen Konsolidierung eine Rolle spielen wollen”, betonte Sewing.

Stellenabbau soll weiter fortgesetzt werden

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Sewing sei überzeugt, dass der 2019 eingeleitete Konzernumbau “der beste Weg ist, die Deutsche Bank im internationalen Wettbewerb nachhaltig profitabel aufzustellen”. Die Bank hat sich zum Beispiel aus einigen Geschäftsfeldern zurückgezogen und das Investmentbanking geschrumpft. Zudem soll bis Ende 2022 die Zahl der Vollzeitstellen um etwa 18.000 auf weltweit 74.000 sinken.

Auch Aufsichtsratschef Paul Achleitner warb bei den Aktionären um Geduld angesichts des Konzernumbaus in schwierigen Zeiten. “Es war richtig und wichtig für die Deutsche Bank, sich neu aufzustellen. Diese Strategie ist die Grundlage dafür, unsere Bank wieder nachhaltig profitabel zu machen”, sagte Achleitner. Zu seiner eigenen Position innerhalb der Bank sagte Achleitner, er wolle sein Amt nicht vorzeitig aufgeben. “Ich bin bis zum Ablauf der Hauptversammlung 2022 gewählt und ich beabsichtige, meine Verantwortung als Aufsichtsratsvorsitzender der Bank bis zum Ende meiner Amtszeit zu leisten." Eine Wiederwahl strebe er aber nicht an.

Nach fünf Verlustjahren in Folge stellt sich Deutschlands größtes Geldhaus angesichts der Corona-Pandemie auch 2020 auf Rückschläge ein. “Natürlich werden wir im zweiten oder dritten Quartal sicherlich Corona-Effekte sehen”, hatte Konzernchef Christian Sewing noch anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal Ende April gesagt.

RND/dpa

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