Lokführer-Streik geht weiter: viele Züge fallen aus - die Konkurrenz profitiert

  • Wegen eines Streiks fallen zahlreiche Regional- und Fernzüge aus.
  • Bei Konkurrenten der Deutschen Bahn wirkt sich das mitunter positiv aus.
  • Deren Züge kommen pünktlicher ans Ziel.
Anzeige
Anzeige

Hannover. Der Lokführer-Streik hat am Dienstag erneut zu Zugausfällen und Verspätungen in Niedersachsen und Bremen geführt. Auch am zweiten Streiktag der Lokführergewerkschaft GDL im Personenverkehr sei der Ersatzfahrplan „stabil angelaufen“ sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Morgen.

„Wir hoffen, dass wir heute noch ein paar mehr Züge als gestern anbieten können“, so die Bahnsprecherin. Am Montag hatte die Bahn im Fernverkehr jeden dritten statt wie geplant nur jeden vierten Zug auf die Strecke bringen können.

Video
Weselsky schließt weitere Streiks nicht aus
1:06 min
Seit Montag wird abermals gestreikt. Die GDL gibt sich weiter kämpferisch und fordert ein Angebot der Bahn.  © Reuters
Anzeige

Nach Angaben der Bahn sollten im Regionalverkehr rund 40 Prozent der Züge fahren. Für einige Strecken war ein Zweistundentakt geplant - etwa zwischen Bremen und Hannover, zwischen Bremen und Osnabrück und zwischen Göttingen und Bad Harzburg.

Für mehrere Verbindungen wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen organisiert. Zudem wurden Fahrgäste gebeten, für manche Strecken Bahn-Konkurrenten wie Metronom, Erixx, Nordwestbahn oder Westfalenbahn zu nutzen. Diese waren als private Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht vom Streik betroffen.

„Wir sind pünktlicher als sonst, weil die Gleise nicht so überlastet sind“, sagte der Sprecher der Unternehmen Erixx und Metronom. Diese Züge fuhren demnach nach Plan. Zu überfüllten Wagen und Gedränge kam es dem Sprecher zufolge nicht. „Die Kapazitäten reichen aus“, so der Sprecher. Er verwies darauf, dass wegen der Corona-Pandemie grundsätzlich weniger Menschen als sonst Zug fahren. Natürlich sei es möglich, dass die Züge auf manchen kleineren Stecken wegen des Streiks voller sind als sonst. Aber: „Das ist alles im Rahmen.“

Anzeige

Der Streik wirkte sich auch auf viele S-Bahn-Linien aus. Die S5 zum Flughafen Hannover fuhr nach Plan im Stundentakt zwischen Hannover Flughafen und Hameln/Bad Pyrmont, zwischen Hameln und Paderborn im Dreistundentakt. Die Linien der S1 und S2 sollten alle zwei Stunden fahren.

Auf den Bahnhöfen war es am Dienstagmorgen weitgehend ruhig, wie die Bahnsprecherin berichtete. „Uns kommt zu Gute, dass wir frühzeitig über den Streik informiert waren“, sagte sie. „So konnten sich auch die Fahrgäste darauf einstellen.“ Reisende sollten sich auf der Bahn-Internetseite oder in der DB-Navigator-App über ihre Verbindungen informieren. Dort seien auch die Züge angegeben, die zusätzlich zum Grundangebot fahren, erklärte die Sprecherin.

Anzeige

Die GDL hatte angekündigt, den Personenverkehr bis Mittwochmorgen zu bestreiken. Die Gewerkschaft fordert höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Es ist der zweite Streik in dieser Tarifrunde.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen