Bahntarifverhandlungen mit GDL starten am 16. April

  • Inmitten einer verfahrenen Tarifauseinandersetzung bei der Bahn wird nun verhandelt.
  • Die Vorstellungen von GDL-Chef Claus Weselsky und der Bahn liegen weit auseinander.
  • Bei Scheitern der Verhandlungen droht ein Lokführerstreik.
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Berlin. Die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die Mitglieder der Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn (DB) beginnen nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) am 16. April. Eine Bahnsprecherin sagte auf Anfrage: „Wir begrüßen, dass die GDL endlich den Schritt macht und verhandelt. Es ist an der Zeit, denn die DB ist durch die Pandemie hart getroffen. Nur am Verhandlungstisch können wir drängende Fragen für Beschäftigte, Fahrgäste und Unternehmen klären und moderate Lösungen finden.“

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte für die anstehende Tarifrunde 4,8 Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. März verlangt, außerdem eine Corona-Prämie von 1300 Euro. Hinzu kommen Forderungen zu Zulagen, Arbeitszeit, Urlaub und Qualifizierung.

Beim Zugpersonal führe das Forderungspaket zu Kostensteigerungen von 46 Prozent, teilte die Bahn mit. „Das ist eine Dimension, die angesichts der kritischen Lage verantwortungslos ist“, hieß es. Details der Berechnung wurden nicht beigefügt. Die Steigerung ergibt sich laut Bahn aber etwa daraus, dass der Betrieb behindert und die Einsatzplanung des Personals erschwert würde.

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Konkurrenz der Gewerkschaften

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Der DB-Konzern ist dabei, ein Gesetz umzusetzen, nach dem in einem Betrieb nur noch der Tarifvertrag mit der mitgliederstärksten Gewerkschaft gilt. Das ist in vielen Fällen nicht die GDL, sondern die konkurrierende und größere EVG, die im vergangenen Jahr bereits einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen hat. Er sieht nur geringe Lohnsteigerungen von 1,5 Prozent vor, aber auch einen Kündigungsstopp. „Wir sind nach wie vor bereit, gemeinsam mit beiden Gewerkschaften eine Lösung für eine geordnete Koexistenz zu finden“, versicherte Personalvorstand Martin Seiler.

Er hatte auch eine erneute Schlichtungsrunde angeboten. GDL-Chef Claus Weselsky hat hingegen betont, sofort streikbereit zu sein, sollten die Verhandlungen scheitern.

RND/jps

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