GDL stimmt für Streiks bei der Bahn: Personenverkehr ab Mittwoch betroffen

Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Die Mitglieder der Lokführergewerkschaft GDL wollen streiken. 95 Prozent der Mitglieder, die an der Urabstimmung teilgenommen haben, sprachen sich für den Arbeitskampf aus. Es ist das erste Mal sei sechs Jahren, dass die GDL in den Streik tritt.

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Der Streik soll für die DB Cargo bereits am heutigen Dienstag um 19 Uhr beginnen. Der Personenverkehr der Deutschen Bahn soll bundesweit für 48 Stunden ab 2 Uhr am Mittwoch, 11. August, folgen.

GDL-Chef Claus Weselsky gab das Ergebnis der Urabstimmung am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt. „Dieses eindeutige Ergebnis zeigt, dass sich die Deutsche Bahn in einer Auseinandersetzung mit den eigenen Arbeitnehmern befindet”, sagte Weselsky. „Wir können Verbesserungen nur über Streiks erreichen.”

Streik bei der Bahn: 95 Prozent bei GDL-Abstimmung dafür

70 Prozent der GDL-Mitglieder hatten sich an der Urabstimmung beteiligt – davon sprachen sich 95 Prozent für den Arbeitskampf aus. Damit sei die notwendige Zustimmung von 75 Prozent weit übertroffen worden, erläuterte Weselsky

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Pendler können sich damit voraussichtlich bereits ab Mittwoch auf eine stressige Zeit einstellen. Weselsky hatte noch im Vorfeld versprochen, Bahnkunden vorzeitig über den Ablauf des Streiks informieren zu wollen. Grundsätzlich sieht die GDL aber keine Beschränkungen für Ort oder zeitliche Länge der Streiks.

Deutsche Bahn: Lokführer streiken ab Dienstagabend

Die Lokführergewerkschaft GDL hat sich für einen Streik bei der Deutschen Bahn entschieden.

Streik-Aufruf: ProBahn-Chef rechnet mit Chaos

Detlef Neuß, Bundesvorstand des Fahrgastverbands ProBahn hofft derweil, dass sich in letzter Minute etwas ergeben könnte, dass die Konkurrenten wieder an den Verhandlungstisch bringt. “Ich gehe aber davon aus, dass die Fahrgäste nun erst einmal mit Streiks zu rechnen haben”, sagte Neuß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). “Wir hoffen aber natürlich, dass diese so überschaubar wie möglich gehalten werden.” Dennoch sagte er: „Ich rechne mit einem erneuten Chaos im Bahn­verkehr”.

Überrascht zeigte sich der ProBahn-Chef davon, dass der Streik bereits am Dienstag beginnt. “Die GDL setzt Streikmaßnahmen immer sehr kurzfristig an, aber wir haben es natürlich lieber, wenn sich der Fahrgast darauf vorbereiten kann. Wenn gestreikt wird, sollte dies aus unserer Sicht mindestens 24 Stunden vorher angekündigt werden. Streiks, die bekannt werden wenn der Fahrgast schon am Bahnsteig steht, sind nicht akzeptabel.” Neuß betonte, dass die Streiks für die unbeteiligten Fahrgäste eine harte Maßnahme seien.

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SPD kritisiert GDL-Chef: „One-Man-Show“

SPD-Fraktionsvize Sören Bartol rief die Tarif­parteien zu “mehr Mäßigung und Sachlichkeit” auf. “Es ist nicht hilfreich, wenn Herr Weselsky zum Abschied noch eine One-Man-Show durchzieht”, sagte er dem RND. Die Bahn nehme nach einer sehr schwierigen Zeit gerade wieder Schwung auf. “Diese Erholung nicht gleich wieder abzuwürgen ist im Interesse aller Beteiligten, auch der Mitglieder der GDL”, erklärte Bartol.

Der Sprecher für Bahn­politik der Grünen, Matthias Gastel, forderte “Offenheit für vielleicht auch kreative Kompromisse” beider Konflikt­parteien, um einen Streik abzuwenden. Auch der verkehrs­politische Sprecher der Union, Rainer Alois, betont die großen Heraus­forderungen der Bahn in diesem Jahr. “Die Verhandlungs­parteien sollten sich insbesondere vor diesem Hinter­grund für Betriebs- und Tarif­frieden stark machen”, fordert er gegenüber dem RND. Eine Koexistenz der Bahn­gewerkschaften sei möglich. “DB AG und die Gewerkschaften müssen gemeinsam für ein stabiles und verlässliches Angebot an die Menschen sorgen”, fordert er.

Weselsky will neues Angebot

Weselsky hatte es zugleich erneut abgelehnt, ohne neues Angebot der Bahn an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wie dies in den vergangenen Wochen mehrfach gefordert worden war.

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Die GDL will eine Nullrunde im laufenden Jahr nicht akzeptieren und verlangt eine deutliche Corona-Prämie und Einkommenssteigerungen von 3,2 Prozent bei 28 Monaten Laufzeit.

Die Bahn will hingegen angesichts von neuen Milliardenverlusten einen länger laufenden Tarifvertrag und spätere Erhöhungsstufen bei gleicher Prozentzahl. Ein Streik wäre eine „Attacke auf das ganze Land”, hatte Bahn-Personalchef Martin Seiler erklärt.

RND/ag/dpa

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