US-Behörden lassen erste echte autonome Fahrzeuge zu

  • In den USA haben neuartige Roboterautos erstmals eine Zulassung für den Straßenverkehr erhalten.
  • Die kleinen Transporter Nuro R2 kommen ohne Bremsen, Lenkräder und Seitenspiegel aus.
  • Für einen Fahrer bieten sie keinen Platz – was nun auch nicht mehr nötig ist.
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Auf Straßen in den USA wird bald erstmals ein selbstfahrendes Auto mit geringeren Sicherheitsstandards als für Autos mit Fahrern unterwegs sein. Die nun in Houston zugelassenen Fahrzeuge von Nuro sind zwar vergleichsweise langsam – dafür kommen sie aber ohne klassisches Bremssystem, Lenkrad, Scheibenwischer oder Seiten- und Rückspiegel aus. Es ist die erste Straßenzulassung eines Fahrzeugs, das auf den Betrieb ohne Fahrer ausgelegt ist.

Was gefährlich klingt, ist tatsächlich eine kleine Techniksensation, wie das US-Technologie-Magazin „The Verge“ berichtet. Demnach schreiben die Standards der US-Behörden eigentlich vor, dass auch ein autonomes Fahrzeug über eine Steuerung verfügen muss, die ein menschlicher Fahrer nutzen kann.

Im Notfall kann ferngesteuert werden

Der Clou, der offenbar den Entwicklern von Nuro zugutekam: Ihr Fahrzeug kann durchaus händisch gesteuert werden – allerdings über eine Fernsteuerung. Weil die installierte Technologie, die unter anderem Kameras umfasst, aber die gleiche Sicherheit wie eine „echte“ Steuervorrichtung biete, bekam der Nuro R2 eine Ausnahmegenehmigung, wie Nuro-Chefjurist David Estrada gegenüber „The Verge“ erklärte.

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Unter der Vereinbarung mit der US-Behörde NHTSA muss Nuro aber Sicherheitsmeldungen in Echtzeit an die Behörde weitergeben. Zudem sind regelmäßige Treffen mit Behördenverantwortlichen vorgesehen. Und dort, wo die Autos fahren werden, muss die Bevölkerung informiert werden. Fahrer oder Passagiere sind bei dem Transportfahrzeug allerdings gar nicht vorgesehen, stattdessen sollen mit dem Nuro kleine Frachten von A nach B gebracht werden.

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Das im Silicon Valley sitzende Unternehmen hatte im Dezember bekannt gegeben, seine Shuttles namens R2 in Zusammenarbeit mit Walmart auf die Straßen zu schicken. Als Starttermin für den Dienst wurde Anfang dieses Jahres anvisiert, neben den R2-Autos sollen auch autonome Hybridautos der Marke Toyota Prius zum Einsatz kommen.

Nuro setzt auf Gesetzesänderungen

Nuro begrüßte die Entscheidung, betonte aber zugleich, auf weitere ähnliche Entscheidungen zu hoffen. Davon würde die Entwicklung autonomer Fahrzeuge in den ganzen USA profitieren. Schließlich seien die Anforderungen in den USA bislang komplett auf den Betrieb von Fahrzeugen mit Fahrer ausgelegt, beklagte das Unternehmen.

Nuro wurde 2016 von zwei früheren Google-Ingenieuren gegründet und wird derzeit auf etwa drei Milliarden Dollar geschätzt. Erst kürzlich erhielt das Start-up eine Finanzspritze der Softbank in Höhe von 940 Millionen Dollar.

RND/AP/hö

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