Analyse zeigt: Verbot für Verbrennungsmotoren in den Städten könnte kommen

  • Der nächste deutsche “Autogipfel” ist einberufen.
  • Am Dienstag werden sich in Berlin Politik und Vertreter der Automobilbranche ein weiteres Mal austauschen.
  • Ein neue Studie zeigt auf, dass das Marktpotenzial alternativer Antriebe rasant zulegen dürfte.
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Berlin. Für Autos mit Verbrennungsmotoren kann es in den nächsten Jahren erhebliche Hindernisse geben, das Marktpotenzial alternativer Antriebe dürfte dagegen rasant zulegen. Dies ist das Ergebnis einer Analyse von “PwC Strategy&”, die Branchenbeobachter der Beratungsfirma zum “Autogipfel” an diesem Dienstag vorlegen.

Ein Szenario beschreibt, dass bei steigender Verbreitung von E-Autos gleichzeitig die Wahrnehmung belastender Effekte der übrigen Diesel und Benziner wie Lärm oder Feinstaub intensiver werden könnte, vor allem in Ballungszentren. "Diskussionen über ein perspektivisches Fahrverbot von Verbrennern in Innenstädten halten wir in fünf Jahren für möglich bis wahrscheinlich", sagte Marktexperte Jörn Neuhausen.

Großes Marktvolumen für deutsche Autobauer

Parallel dürften sich die Aussichten nicht-fossiler Antriebsvarianten im laufenden Jahrzehnt sprunghaft verbessern. Nur für die deutschen Autobauer könne sich das daraus erzielbare Marktvolumen von heute rund 12 Milliarden auf bis zu 84 Milliarden Euro im Jahr 2030 versiebenfachen, so die Berater. Der größte Anteil (67 Milliarden Euro) werde dabei auf Elektroantriebe auf Batteriezellen-Basis entfallen.

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Bei ihren für Dienstagabend erwarteten Beratungen in Berlin dürften Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die Ministerpräsidenten der Autoländer Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg sowie Vertreter von Herstellern und Gewerkschaften über das Absatz-Tief in der Corona-Krise sprechen. Dem Vernehmen nach soll der Strukturwandel in der Schlüsselindustrie ein weiteres zentrales Thema sein.

Zukunft der Automobilbranche

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“Beim Autogipfel geht es um die Zukunft der Automobilbranche, die in einer wettbewerbsintensiven und aufwendigen Transformation hin zu emissionsfreien Antrieben und Fahrzeugen steht”, sagte Neuhausen. Autos mit konventionellem Antriebsstrang hätten es fortan deutlich schwerer.

“Das Konjunkturpaket der Bundesregierung mit der zusätzlichen Förderung von Elektroautos und der Ladeinfrastruktur setzt aktuell wichtige Impulse”, sagte der Berater. “Um aber kommende Fahrzeuggenerationen mit alternativem Antrieb früh genug wettbewerbsfähig auf den Markt zu bringen, sind weiterhin Investitionen in Forschung und Entwicklung notwendig.”

Zahlreiche Anbieter – insbesondere Zulieferer – sind aufgrund des Nachfrageeinbruchs in der Pandemie unter enormen Kostendruck geraten. Auch eigene Investitionsbudgets werden gekappt. Eine Erwartung an den “Autogipfel” ist bei vielen Branchenvertretern deshalb, dass die Politik weitere Unterstützung auf den Weg bringt. Kritiker sprechen dagegen von Fördermaßnahmen im Sinne der einflussreichen Autolobby.

Grüne und IG Metall fordern Staatseinstieg bei Autofirmen in Not

Grüne und IG Metall fordern bereits vor dem Spitzentreffen zur Autobranche einen staatlichen Fonds, der sich mit einer Beteiligung bei Krisenfirmen engagiert. Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock sagte der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”: “Wir müssen Mittelständlern und Zulieferern Zeit verschaffen.” Angesichts von mehr als 800.000 Beschäftigten in der Automobilindustrie könne “keine Politikerin sagen: Die sind mir egal, sollen sie doch schauen, wie sie über die Runden kommen”.

Der IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann plädierte für einen staatlichen “Mittelstands- und Transformationsfonds”, der sich an Unternehmen in Not beteiligt. “Wenn der Staat einen Teil des Risikos übernimmt, könnte das kleinen und mittleren Unternehmen die Kraft zu Investitionen und Innovationen verschaffen”, sagte Hofmann dem Blatt.

RND/dpa

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