Autobauer fordern schnelle Hilfe für private Ladestationen

  • Zukünftig sollen auch Mietshausbewohner ihre Elektroautos einfacher laden können.
  • Der Bundestag hat dafür eine Gesetzesänderung beschlossen.
  • Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert nun einen Anschub bei der Installation der sogenannten Wallboxen.
|
Anzeige
Anzeige

Der Bau von Ladestationen für E-Autos soll in Mietshäusern deutlich einfacher werden. Der Bundestag hat eine Gesetzesänderung beschlossen, mit der Mieter und Wohnungseigentümer einen Rechtsanspruch auf den Einbau bekommen – wenn sie ihn selbst bezahlen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt den Schritt, “Hürden beim Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur in Gebäuden fallen damit endlich weg”, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Nun sei allerdings ein Anschub für die Installation nötig: “Die besten Instrumente dafür sind feste Förderbeträge pro Ladepunkt in Form von Pauschalen.” Die Förderung müsse möglichst schnell beschlossen und einfach gestaltet werden, heißt es im Verband.

Mieter können Bau einer Ladesäule verlangen

Die Autobranche setzt große Hoffnungen in private Ladesäulen, weil der Bau des öffentlichen Netzes nur langsam vorankommt. Hersteller bieten zusammen mit ihren Autos bereits eigene Stationen an. Bei Mehrfamilienhäusern ist allerdings das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) bisher eine hohe Hürde: Der Einbau von Ladestationen etwa in gemeinsam genutzten Tiefgaragen kann bisher nur einstimmig von allen Wohnungseigentümern beschlossen werden.

Künftig können einzelne Eigentümer die Einrichtung eines Ladepunkts verlangen – wenn sie die Kosten tragen und die technischen Fragen geklärt sind. Auch Mieter können den Bau von ihrem Vermieter verlangen, wenn sie ihn selbst bezahlen. Für die Bauausführung genügt dann eine Mehrheitsentscheidung der Eigentümer. Die WEG-Änderung, die auch weitere Punkte umfasst, muss im Oktober noch durch den Bundesrat. Zumindest im Fall der Ladestationen werden aber keine Probleme erwartet: Der Anstoß kam aus der Länderkammer.

Auch preisgünstige Anlagen wie Wallboxen müssen gefördert werden

Anzeige

VDA-Präsidentin Müller hofft nun, dass die neuen Möglichkeiten schnell genutzt werden. Wichtig sei deshalb, dass die WEG-Reform durch Förderprogramme für Verbraucher begleitet wird. Im Konjunkturpaket der Bundesregierung ist eine Förderung bereits vorgesehen, die genauen Regeln sind beim Verkehrsministerium in Arbeit. Sie müsse zügig auf den Weg gebracht, breit wirken und vor allem einfach und unbürokratisch gestaltet werden, sagte Müller dem RND. Wenig hält sie von Überlegungen, die Zuschüsse an eine Mindestgröße der Investition zu koppeln. Es müssten auch preisgünstige Anlagen wie etwa einfache Wallboxen gefördert werden. “Ohne private Initiative gelingt der Aufbau von Infrastruktur in der Fläche, die Voraussetzung für einen Durchbruch der Elektromobilität ist, nicht in ausreichendem Maße”, sagte Müller.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen