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Ausbleibende Dienstreisen: Fahrgastzahl der Bahn erholt sich frühestens 2022

  • In der Corona-Krise hat sich die Arbeit vielerorts ins Home Office verlagert und Besprechungen per Video ersetzen derzeit die üblichen Dienstreisen.
  • Der Aufsichtsrat der Bahn ist überzeugt, diese Kunden nicht so schnell zurückgewinnen zu können.
  • Die Bahn schätzt, das Fahrgastaufkommen von 2019 frühestens 2022 wieder zu erreichen.
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Berlin. Die Deutsche Bahn muss sich aus Sicht der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) auf eine längere Durststrecke einstellen. Es werde mehrere Jahre dauern, bis sich im Fernverkehr die Fahrgastzahlen erholen, sagte der kommissarische EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel. “Wir gehen davon aus, dass wir 2022 oder 2023 die Zahlen erreichen, die wir 2019 gesehen haben”, sagte Hommel, der auch langjähriges Mitglied des Bahn-Aufsichtsrats ist.

Dienstreisen mit der Bahn könnten abnehmen

Weil die Beschäftigten nun mehr Erfahrung mit Telefon- und Videokonferenzen haben, werde es vorerst weniger Dienstreisen mit der Bahn geben, sagte der Gewerkschafter. "Wir werden viele Fahrten, die wir früher gemacht haben, nicht mehr machen. Wir haben gelernt, dass es auch anders geht."

Mit 151 Millionen Kundenfahrten hatte der Fernverkehr im vergangenen Jahr noch den fünften Fahrgastrekord in Folge erreicht. Dann kam der Einbruch in der Corona-Krise. Der Aufsichtsrat des Staatskonzerns berät an diesem Freitag (15. Mai) über die Folgen der Pandemie.

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Bahn braucht 10 Milliarden Euro Staatshilfe

Bahn und Bund hatten als Ziel vereinbart, bis 2030 die Fahrgastzahl der Bahn zu verdoppeln, um mehr Menschen für den Verzicht auf Auto und Flugzeug zu gewinnen. "Bei der Zielstellung sollten wir bleiben, aber das wird kein Selbstläufer", warnte Hommel.

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"Wir erwarten, dass der Bund für die Verluste, die durch Corona eingetreten sind, nicht nur bei der Lufthansa, sondern auch bei der Bahn einsteht." Im Gespräch ist bei der Bahn eine Finanzlücke von etwa zehn Milliarden Euro bis 2024. Davon könne die Bahn die Hälfte aufbringen. Einen solchen Eigenanteil lehnte Hommel jedoch ab. Dieser würde aus seiner Sicht die notwendigen Wachstumsinvestitionen etwa in neues Personal und Züge gefährden.

RND/dpa

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