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AOK-Fehlzeitenreport: So lange waren die Deutschen im Corona-Jahr 2020 krank

Laut dem AOK-Fehlzeiten-Report waren Beschäftigte in der Kinderbetreuung oder in Erzieherberufen 2020 im Zusammenhang mit Corona am häufigsten krank.

Berlin.Die wirtschaftliche Gesundheit eines Unternehmens hat Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit der Beschäftigten. Das geht aus dem neuen AOK-Fehlzeitenreport hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt worden ist.

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Je anpassungsfähiger und flexibler Beschäftigte sich selbst und ihr Unternehmen in der Pandemie empfinden, desto besser bewerten sie ihren Gesundheitszustand und ihr individuelles Wohlbefinden, so der Bericht, für den Anfang des Jahres mehr als 2500 Beschäftigte zwischen 20 und 65 Jahren befragt worden sind.

Die gute Nachricht: Die große Mehrheit der Befragten hält ihren Arbeitgeber für resilient genug, um die Pandemie zu überstehen. Mehr als vier Fünftel der Befragten schätzen ihr Unternehmen als bei der Krisenbewältigung gut aufgestellt ein. Drei Viertel meinen, ihre Führungskräfte seien geeignet, das Unternehmen durch die Corona-Krise zu steuern.

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Auch die Einschätzung der eigenen Widerstandsfähigkeit fällt positiv aus. „Die Erfahrung, dass das eigene Unternehmen eine solche Krise bis zum derzeitigen Zeitpunkt überstanden hat, für auftretende Probleme Lösungen gefunden und neue Situationen gemeistert wurden, hat offenbar das arbeitsbezogene Selbstvertrauen der Erwerbstätigen gestärkt“, sagt Helmut Schröder, Mitherausgeber des Fehlzeitenreports 2021.

Erzieher und Pflegekräfte am meisten von der Pandemie betroffen

Die Stimmung im Unternehmen erlaubt Rückschlüsse auf die Zahl der Krankheitstage. Wird ein Unternehmen als resilient bewertet, sind die Fehltage je Mitarbeiter mit 7,7 Tagen in den vergangenen zwölf Monaten im Durchschnitt geringer als bei Unternehmen, die eher weniger resilient eingeschätzt werden. Hier gibt es 11,9 Krankheitstage im Durchschnitt. „Insgesamt wird deutlich, dass ein offener Umgang mit Fehlern, ein guter Informationsfluss und schnelle Entscheidungen ein Unternehmen in Krisen widerstandsfähiger machen“, sagt Schröder.

Die Befragung legt allerdings auch offen, welche Berufsgruppen in der Pandemie ein besonders hohes Infektionsrisiko oder eine besonders hohe Arbeitsbelastung hatten. Am häufigsten waren Beschäftigte in der Kinderbetreuung oder in Erzieherberufen im Zusammenhang mit Corona krank. Mit 6609 Krankschreibungen je 100.000 AOK-Versicherten liegt der Wert doppelt so hoch wie der Durchschnittswert aller Berufsgruppen.

Auch die Fehlzeiten in den Pflegeberufen waren überdurchschnittlich hoch. Bei den knapp 660.000 Pflegekräften, die bei der AOK versichert sind, gab es im vergangenen Jahr im Durchschnitt 25,4 Fehltage. Das sind 6,1 Tage mehr als im Durchschnitt der AOK-Mitglieder.

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„Der aktuelle AOK-Fehlzeitenreport legt den Finger in die Wunde und zeigt, wer in der Pandemie bislang wie stark betroffen ist und wer mehr Unterstützung braucht“, sagt Kordula Schulz-Asche, Sprecherin der Alten- und Pflegepolitik der Bundestagsfaktion der Grünen.

„Es kann kaum verwundern, dass Menschen, die Berufen nachgehen, die nur in körperlicher Nähe zu anderen Menschen ausgeübt werden können, ein erhöhtes Risiko einer Corona-Infektion haben. Wo Menschen auf Menschen angewiesen sind, können sie sich nicht aus dem Weg gehen.“

Auch Dr. Kira Isabel Hower, Autorin im Fehlzeitenreport, betont, dass Pflegende mit pandemiebedingten Mehraufwänden zu kämpfen hatten. „Sie konnten die Versorgung der rund vier Millionen Pflegebedürftigen nur unter erheblichen Kraftanstrengungen sicherstellen.“ Häufige Überstunden waren die Folge.

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Längere Krankschreibungen als vor der Pandemie

Auf die gesamte Gesellschaft gerechnet war die Pandemie allerdings kein Treiber bei den Krankheitstagen. Im Vergleich zur Situation vor Corona konnte kein höherer Krankenstand festgestellt werden. „Das liegt in einem gegenläufigen Effekt begründet“, erklärt Studienautor Schröder. Einerseits sei die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle von März 2020 bis Juli 2021 gegenüber dem Vergleichszeitraum vor der Krise gesunken. Andererseits waren die Beschäftigten in der Pandemie länger krankgeschrieben.

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Aus Sicht von FDP-Gesundheitspolitikerin Aschenberg-Dugnus ist die längere Dauer bei den Fehlzeiten ein Warnsignal: „Die Kontaktbeschränkungen der letzten Monate haben Auswirkungen auf das mentale Wohlbefinden vieler Menschen. So sind die längeren Ausfallzeiten bei psychischen Erkrankungen während dieser Pandemie leider wenig überraschend“, sagte die Liberale dem RND. „Daher ist es jetzt unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, einen vierten Lockdown zu verhindern.“

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