Anzahl der neuen Studienkredite steigt um mehr als 60 Prozent

  • Die Anzahl der Studienkredite ist sprunghaft gestiegen.
  • So lautet ein Ergebnis eines Tests des Centrums für Hochschulentwicklung.
  • Mutmaßlich ausschlaggebend: Bis Ende 2021 lassen sich KfW-Kredite zinsfrei nutzen – und erstmals durften auch Studierende aus dem Ausland das Angebot nutzen.
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Gütersloh. Die Corona-Nothilfen der Bundesregierung haben für einen sprunghaften Anstieg bei den Studienkrediten gesorgt. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Studienkredit-Test 2021 des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervor. Die Zahl der Neukredite kletterte 2020 um mehr als 60 Prozent auf 53.000. Insgesamt beziehen derzeit 90.000 Studierende in Deutschland Gelder aus einem Studienkredit oder Bildungsfonds. Das entspricht einem Anteil von drei Prozent. Laut den Autoren erreicht die Zahl der Neukredite damit wieder das Niveau aus dem Jahr 2015. Zwischen 2014 und 2019 hatte sich die Zahl demnach halbiert.

Haupttreiber sind laut Studie die staatlichen KfW-Studienkredite. Der Marktführer verbuchte mehr als drei Viertel aller neuen Verträge für sich. Im Vorjahr 2019 gab es allein bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau 18.000 Abschlüsse, 2020 waren es rund 40.000. Die KfW ist eine Förderbank des Bundes.

Zinsfreier Kredit bis Ende 2021

Als Gründe nennt die Studie geänderte Vertragsmodalitäten. So konnte der KfW-Studienkredit bis Ende 2021 zinsfrei genutzt werden. Außerdem konnten wegen Corona erstmals Studierende aus dem Ausland befristet den Kredit in Anspruch nehmen. Dies nutzten 16.000 Studentinnen und Studenten ohne deutschen Pass. Das ist ein Anteil von 30 Prozent bei den Neu-Verträgen.

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Die CHE-Autoren sehen das kritisch. „Der KfW-Studienkredit sollte bei der Corona-Nothilfe als staatliche Alternative für alle fungieren, die weder BAföG-berechtigt sind noch von der – ziemlich bürokratischen – Überbrückungshilfe erfasst werden. Jetzt muss man konstatieren: Der KfW-Studienkredit hat sich als Scheinriese entpuppt“, bilanziert CHE-Experte Ulrich Müller. Der Leiter der politischen Analysen beim CHE spricht von Einmaleffekten.

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Durchschnittlich 528 Euro pro Person

Insgesamt stuft der Test die gängigen Angebote als durchgehend „seriös und gut gestaltet ein“. Bewertet wurden die Kategorien Zugang, Kapazität, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität. Viele der 51 untersuchten Studienkredite, Studiendarlehen und Bildungsfonds erreichten Topergebnisse in mehreren Bereichen.

Nach Auskunft der Kredit-Anbieter werden derzeit von Banken und Bildungsfonds monatlich rund 48 Millionen Euro an Studierende ausgeschüttet. Das sind im Schnitt 528 Euro pro Person.

RND/dpa

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