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Anteil von Chefinnen in mittelständischen Firmen steigt leicht auf 16,8 Prozent

  • 638.000 Managerinnen führten im vergangenen Jahr ein mittelständisches Unternehmen. Der Frauenanteil lag damit bei 16,8 Prozent.
  • Das geht aus Daten der Förderbank KfW hervor.
  • Fast jede fünfte Frau in Deutschland möchte lieber für einen männlichen Vorgesetzten arbeiten als für eine weibliche Chefin (8 Prozent).
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Frankfurt/Main. Der Anteil von Frauen an der Spitze mittelständischer Firmen ist trotz eines Anstiegs weiterhin deutlich vom Höchststand des Jahres 2013 entfernt. Nach Daten der staatlichen Förderbank KfW führten im vergangenen Jahr etwa 638.000 Managerinnen ein mittelständisches Unternehmen oder waren selbstständig. Das waren 25.000 mehr als 2019. Der Frauenanteil lag damit bei 16,8 Prozent (Vorjahr: 16,1 Prozent). Im Jahr 2013 waren es noch 19,4 Prozent.

„Frauen sind als Chefinnen kleiner und mittlerer Unternehmen weiterhin unterrepräsentiert, ihre Zahl steigt im Corona-Jahr 2020 nur gering“, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib am Freitag mit Blick auf den internationalen Weltfrauentag am kommenden Montag (8. März). „Die seit Jahren bestehende Zurückhaltung von Frauen bei Gründungen bremst den Zuwachs an Unternehmenslenkerinnen perspektivisch“, erläuterte die Ökonomin.

Corona vermindert Umsätze

Hinzu kommen die Folgen der Corona-Krise für sogenannte junge Selbstständige, die erst wenige Jahre am Markt sind. Bei einer KfW-Umfrage gaben hier 36 Prozent der Männer, aber 45 Prozent der Frauen an, seit Ausbruch der Corona-Krise mehr als die Hälfte ihrer Umsätze verloren zu haben.

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Besonders von Einbußen betroffen sind demnach Branchen mit hohem Frauenanteil, zum Beispiel das Sozialwesen oder das Kreativgewerbe. Wirtschaftsbereiche mit hohem Männeranteil, wie beispielsweise selbstständige IT-ler, traf es den Angaben zufolge hingegen deutlich weniger stark.

Führungsetagen bleiben wohl männlich

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Die stärkere Betroffenheit von jungen selbstständigen Frauen durch die Krise dürfte nach Einschätzung der KfW für einen weiteren Dämpfer sorgen. „Dass die Führungsetagen des Mittelstands absehbar stärker weiblicher werden, ist wenig wahrscheinlich“, sagte Köhler-Geib.

Ein positiver Impuls könnte nach Einschätzung der KfW dagegen von der Einigung der Bundesregierung Anfang des Jahres auf einen Gesetzesentwurf für eine Frauenquote in Großunternehmen ausgehen. Dabei soll in Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern mindestens eine Frau sitzen.

Lieber für Mann als für Frau arbeiten

Außerdem: Fast jede fünfte Frau in Deutschland möchte lieber für einen männlichen Vorgesetzten arbeiten als für eine weibliche Chefin. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov. 18 Prozent der befragten Frauen gaben demnach diese Präferenz an, nur 8 Prozent bevorzugen eine Frau. Die große Mehrheit der befragten Frauen (68 Prozent) sagte, das Geschlecht spiele dabei keine Rolle. Für die repräsentative Umfrage wurden 2049 Menschen in Deutschland befragt.

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Unter den befragten Männern gaben nur 14 Prozent an, dass sie einen Chef einer Chefin vorziehen, und 9 Prozent, dass sie eine Frau bevorzugen. Auch unter den männlichen Befragten war der Mehrheit (72 Prozent) das Geschlecht des oder der Vorgesetzten egal. Jeweils 5 Prozent antworteten mit „weiß nicht”.

RND/dpa

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