Amazon gibt zu: Fahrer müssen bei Liefertouren in Flaschen pinkeln

  • Erst dementierte Amazon die Vorwürfe, jetzt räumt der Onlineriese Fehler ein.
  • In einem Statement erklärt der Versandkonzern, es sei möglich, dass einige Kuriere während ihrer Liefertouren in Flaschen pinkeln müssen.
  • Allerdings betrifft das Problem laut Amazon die gesamte Logistikbranche.
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„Das war ein Eigentor, wir sind unzufrieden damit, und wir schulden dem Abgeordneten Pocan eine Entschuldigung.“ So beginnt das Zugeständnis, das Onlineriese Amazon am Freitag an den US-Abgeordneten Mark Pocan richtet. Auf Twitter hatte der Vertreter der Demokratischen Partei im Repräsentantenhaus den Handelskonzern Ende März kritisiert und erklärt, Amazon „zwinge seine Beschäftigten dazu, in Wasserflaschen zu urinieren“.

Die Reaktion darauf fiel zunächst wenig zustimmend aus. „Sie glauben die Sache mit dem Pinkeln in Flaschen nicht wirklich, oder? Wenn das wahr wäre, würde niemand für uns arbeiten“, hieß es in einer Antwort auf den Post.

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In dem aktuellen Statement rudert der Logistikkonzern allerdings zurück – und führt in separaten Punkten auf, wieso er die forsche Reaktion bereut: „Erstens: Der Tweet war falsch.“ Man habe die große Menge an Fahrern unter den Zehntausenden Mitarbeitern nicht berücksichtigt und sich fälschlicherweise auf diejenigen in Logistikzentren fokussiert. „Zweitens war der Prozess fehlerhaft“, heißt es weiter.

Der Tweet sei nicht richtig geprüft worden. Dann folgt das eigentliche Zugeständnis: „Drittens wissen wir, dass Fahrer mitunter Probleme haben können, eine Toilette zu finden, sei es auf abgelegenen Routen oder wegen Staus.“ Das Problem habe sich während der Corona-Krise verschärft, da viele öffentliche Toiletten geschlossen gewesen seien.

Nichtsdestotrotz: Der Onlineriese weist in seinem Statement auch darauf hin, dass das Problem mangelnder Toiletten die gesamte Logistikbranche betreffe. „Wir wissen noch nicht, wie, aber wir werden nach einer Lösung suchen“, verspricht Amazon.

Amazon gilt als Gewinner der Corona-Krise. In Deutschland will der Versandkonzern 2021 5000 neue Mitarbeiter einstellen, unter anderem in den Versandzentren, im Marketing, Finanzwesen sowie in der Forschung und Entwicklung.

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