• Startseite
  • Wirtschaft
  • Altmaier: Zweiter Lockdown kann verhindert werden - Wirtschaftseinbruch bleibt hinter Befürchtungen

Altmaier: Wirtschaft erholt sich schneller als gedacht - trotzdem Rekord-Minus erwartet

  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier korrigiert die Konjunkturprognose der Bundesregierung nach oben.
  • Somit wird ein Minus von 5,8 statt 6,3 Prozent erwartet.
  • Die Verbesserung konnte vor allem durch die Stärkung der Inlandsnachfrage erreicht werden.
2:13 min
Im August gab es keinen Pandemie bedingten Anstieg der Arbeitslosenzahlen und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier prognostiziert einen geringeren Einbruch, als zuvor angenommen.  © Reuters
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die Bundesregierung rechnet in der Corona-Rezession mit einem etwas weniger starken Wirtschaftseinbruch als zunächst befürchtet. Nach einer neuen Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 5,8 Prozent sinken, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstag mitteilte. Dies wäre aber immer noch der bisher schwerste Einbruch der Nachkriegsgeschichte.

In ihrer Ende April vorgelegten Frühjahrsprojektion hatte die Bundesregierung damit gerechnet, dass infolge der Corona-Krise das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt.

Altmaier sagte, der Aufholprozess der Wirtschaft nach dem Lockdown im Frühjahr habe eingesetzt. Für das kommende Jahr ist der Minister aber etwas pessimistischer. 2021 wird ein Wachstum von 4,4 Prozent erwartet. Bisher hatte die Bundesregierung mit einem Plus von 5,2 Prozent gerechnet.

Altmaier: Zweiter Lockdown kann verhindert werden

Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung wegen massiver Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Vergleich zum Vorquartal um nahezu 10 Prozent eingebrochen. Der Höhepunkt war im April erreicht. Seitdem gehe es für die deutsche Wirtschaft bergauf.

Anzeige

Eine zentrale Aussage Altmaiers: “Ich bin überzeugt, dass wir einen zweiten Lockdown verhindern können und werden”. Somit könnten weitere massive Folgen für die Wirtschaft verhindert werden. Auch das Konjunkturpaket habe “rasche und wirksame Impulse” gebracht. Die Maßnahmen zeigten nachweislich Wirkung.

Steigenden Infektionszahlen werde man durch gezielte und regional begrenzte Maßnahmen entgegenwirken, sagte Altmaier am Dienstag in Berlin. Damit könne sich die wirtschaftliche Belebung in den kommenden Monaten weiter nach und nach entfalten. Altmaier sagte, er sei überzeugt, dass die wieder gestiegenen Neuinfektionszahlen gesenkt werden können.

Anzeige

Der Erholungsprozess dürfte angesichts des Pandemieverlaufs in wichtigen Handelspartnerländern aber langsam voranschreiten und eine Zeit lang andauern, geht aus einer neuen Prognose hervor. Wirtschaftsverbände und Experten hatten eindringlich vor den Folgen eines zweiten Lockdowns für die Wirtschaft gewarnt. Die massiven Beschränkungen im Kampf gegen das Virus hatten zu einem beispiellosen Einbruch der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal geführt.

Deutsche Wirtschaft erholt sich, Exporte weiter schwach

Die korrigierte Konjunkturprognose zeige laut Altmaier vor allem die starke deutsche Wirtschaft im Inland. Während nach neuster Prognose das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 5,8 Prozent sinken wird, ist bei den Exporten mit einem Rückgang von 12,1 Prozent zu rechnen. Es sei demnach gelungen, die Inlandsnachfrage zu stabilisieren und die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Weltmarkt in gewisser Weise abzukoppeln.

Zuletzt gab es Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaft langsam erholt. Einige Branchen wie die Tourismuswirtschaft oder der Luftverkehr aber sind weiter massiv belastet. Einige Branchen werden laut Altmaier auch weiter mit Einschränkungen und Einbußen rechnen müssen.

Anzeige

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition hatten zuletzt angekündigt, wichtige Instrumente wie das erleichterte Kurzarbeitergeld zu verlängern. Damit sollen Jobs gesichert werden. Die neue Prognose Altmaiers ist zusammen mit einer anstehenden Sonder-Steuerschätzung auch eine Grundlage für den Bundeshaushalt 2021.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen