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Kolumne „Chefinnensache“

Aldi, Miele Haribo: Familienunternehmen werden vor allem von Männern geführt

„Die Führungsqualitäten von Frauen stehen denen der Männer in nichts nach. Im Gegenteil“, sagt die niedersächsische Gleichstellungsministerin Daniela Behrens. Dennoch fehlen Frauen in Führungspositionen.

In den Führungsetagen von Familienunternehmen sind Frauen stark in der Unterzahl.

Aldi, Bertelsmann, Deichmann, Miele, Haribo – wissen Sie, wer an der Spitze der großen deutschen Familien­unternehmen steht? Es sind Männer. Der Männeranteil in den Geschäfts­führungen der 100 größten deutschen Familien­unternehmen beträgt sage und schreibe 92 Prozent. Und das nicht 1950, sondern jetzt, im Juni 2022.

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Die großen deutschen Familien­unternehmen prägen als Ikonen des Unternehmertums die deutsche Wirtschaft, aber ihr Führungs­verständnis erscheint zuweilen so alt wie die traditionsreichen Unternehmen selbst. Keine Frau bei Miele, keine Frau bei Bertelsmann, keine Frau bei Haribo – dafür zehn Männer bei Fressnapf, neun Männer bei der Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland), acht Männer bei Kühne & Nagel: Solche Führungsteams muss man im Jahr 2022 schon erklären.

Aber: Sie müssen es selten erklären, daher verändert sich auch so wenig. Diese Unternehmen segeln weitgehend unter dem Radar der Öffentlichkeit, sie stehen bei Weitem nicht so stark im Fokus wie die Börsen­unternehmen mit ihrer strengen Transparenz­pflicht und Shareholdern, die auch mal zum Korrektiv werden, wenn die Unternehmens­führung den Wert von Chancen­gleichheit und Vielfalt in der Führung nicht selbst erkennt.

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Familienunternehmen denken in Generationen, heißt es. Ziel ist nicht die kurzfristige Gewinn­maximierung, sondern das Weitergeben eines prosperierenden Unternehmens an die nächste Generation. Gerade deshalb sollten sie Vielfalt in der Führung nicht als Zeitgeistthema unterschätzen. Unsere Gesellschaft ist ja längst vielfältig, nur kommt von den 50 Prozent Frauen und den 25 Prozent Deutschen mit ausländischen Wurzeln, die ja alle in den Unternehmen arbeiten, so gut wie nichts in diesen Führungs­etagen an.

Die wichtigste Ressource der Zukunft – die besten Köpfe – sind ganz sicher nicht nur Männer. Wollen Familien­unternehmen es auch in die nächste Generation schaffen, sollten sie jetzt dringend für mehr Vielfalt und Chancen­gleichheit sorgen.

Dr. Wiebke Ankersen führt gemeinsam mit Christian Berg die gemeinnützige Allbright-Stiftung, die sich für einen Kulturwandel in den Unternehmen und mehr Frauen in Führungs­positionen einsetzt. Im Wechsel mit anderen Autorinnen schreibt sie die RND-Kolumne „Chefinnensache“ über Gleichstellung, Diversität und den weiblichen Blick auf die Wirtschaft. Alle bisherigen Beiträge finden Sie hier.

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