Starker Wochenauftakt: Dax nähert sich wieder der 10.000er-Marke

  • Weltweit sind am Wochenende Hoffnungen auf eine verlangsamte Ausbreitung des Coronavirus aufgekeimt.
  • Der deutsche Aktienindex kann am Montag davon profitieren und nähert sich wieder der wichtigen Marke von 10.000 Punkten.
  • Ein Dax-Konzern muss sich derweil unverhofft einen neuen Finanzvorstand suchen.
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Frankfurt/Main. Der von der Corona-Krise gebeutelte Dax ist zum Wochenauftakt auf Erholungskurs gegangen. Weltweit keimten am Wochenende Hoffnungen auf eine verlangsamte Ausbreitung des Coronavirus auf. Leicht sinkende Zahlen von Neuinfektionen und Todesfällen innerhalb der EU, vor allem in den stark betroffenen Ländern Italien und Spanien, aber auch in New York, wurden am Sonntag gemeldet.

Der Dax stieg im frühen Xetra-Handel um 4 Prozent auf 9910,26 Punkte und war damit nicht mehr weit entfernt von der 10.000er Marke. Der MDax für mittelgroße Unternehmen rückte um 3,5 Prozent auf 21.062,04 Punkte vor. Der EuroStoxx 50 erholte sich um gut drei Prozent.

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Noch am Freitag hatten sich die Aktienmärkte mehrheitlich im Rückwärtsgang befunden. Die Kursverluste des DAX summieren sich seit dem Beginn des Absturzes im Februar auf über 30 Prozent. Angesichts einer zuletzt überwiegenden Zahl negativer Nachrichten ist diese Entwicklung wenig überraschend, wie die Helaba kommentiert und verweist auf den US-Arbeitsmarkt:

Aktienmärkte: “Die Lage wird sich weiter verschärfen”

Am März kam es erstmals seit 2010 zu einem monatlichen Stellenverlust. “Und die Lage wird sich weiter verschärfen, da die Daten nach dem Stichtag am 12. März noch nicht erfasst sind”, so die Helaba in ihrem Marktkommentar am Montagmorgen.

Wie nachhaltig die Erholung der Aktienmärkte ist, bleibt daher abzuwarten. Experten hatten zuletzt wiederholt vor einer Bärenmarktrally gewarnt - also einem kurzen, deutlichen Anstieg innerhalb eines größeren, beherrschenden Abwärtstrends.

Lufthansa-Aktie: Konzern sucht neuen Finanzvorstand

Am Montag steht die Lufthansa unter anderem im Fokus der Börse. Der Dax-Konzern muss sich mitten in den Turbulenzen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie einen neuen Finanzvorstand suchen. Ulrik Svensson lege mit Wirkung zum 6. April - also an diesem Montag - sein Mandat aus gesundheitlichen Gründen nieder, teilte der Dax-Konzern am Samstag mit. Der 59-jährige Schwede war seit 1. Januar 2017 Vorstandsmitglied.

Lufthansa ist wie alle anderen Fluggesellschaften schwer von den Folgen der Corona-Pandemie getroffen. Der Konzern hat nahezu die gesamte Flotte stillgelegt, Zehntausende Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt und wirbt um milliardenschwere Staatshilfen. Zuletzt hatte das Unternehmen Verhandlungen über verschiedene Beteiligungsformen des Staates bestätigt.

Trotz der Turbulenzen hatte sich Svensson Mitte März überzeugt gezeigt, dass “die Lufthansa auch nach Corona noch fliegen und als Gewinner aus der Krise hervorgehen wird”. An der Börse scheinen dies die Anleger zumindest am Montag zu glauben. Der Aktienkurs der Lufthansa gewinnt mehr als 4 Prozent auf 8,36 Euro zu.

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Autobauer-Aktien gesucht

Die anderen großen Kursverlierer der Crash-Phase neben der Lufthansa-Aktie führen zum Wochenauftakt die Gewinnerliste an. An der Spitze des Dax zogen MTU Aero Engines um 10,5 Prozent an, der Kurs hatte sich im Ausverkauf fast gedrittelt. Es folgten die Autobauer BMW, Daimler und Volkswagen sowie die der Zulieferer Continental und Infineon mit Aufschlägen von bis zu 8 Prozent. BMW hat am Montagmorgen Absatzzahlen vorgelegt.

Mit dem Handelskonzern Metro, dem Ticketvermarkter CTS Eventim und der Immobiliengruppe Dic Asset haben derweil weitere Unternehmen wegen des Coronavirus die Jahresziele zurückgezogen oder gekürzt. DIC Asset hält aber am Dividendenvorschlag für 2019 fest. Alle drei Titel legten zu: Metro gewannen 3 Prozent, CTS Eventim 6,5 Prozent und DIC Asset sogar 9,3 Prozent.

RND/dpa

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