Ägyptisches Gericht bestätigt: „Ever Given“ darf weiterfahren

  • Nicht nur eine Einigung im Streit um die Blockade des Suezkanals durch das Containerschiff „Ever Given“ wurde erzielt.
  • Nun hat auch ein ägyptisches Wirtschaftsgericht bestätigt, dass der beschlagnahmte Frachter freikommen soll.
  • Als zusätzliche Entschädigung bekommt die ägytische Kanalbehörde einen Schlepper geschenkt.
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Kairo. Nach der Einigung im Streit um die Blockade des Suezkanals hat auch ein ägyptisches Wirtschaftsgericht grünes Licht für die Weiterfahrt des Frachters „Ever Given“ gegeben. Der Vorsitzende des Gerichts stimmte zu, das seit Wochen beschlagnahmte Schiff wieder freizugeben, wie die staatliche ägyptische Nachrichtenseite Al-Ahram am Dienstag meldete. Es habe damit einem Antrag der Suezkanalbehörde stattgegeben.

Die „Ever Given“, eines der größten Containerschiffe der Welt, war im März im Suezkanal auf Grund gelaufen. Sechs Tage blockierte der 400 Meter lange Frachter die wichtige Wasserstraße zwischen Asien und Europa. Die Kanalbehörde beschlagnahmte danach das Schiff und forderte eine Entschädigung in Millionenhöhe, über die vor dem Wirtschaftsgericht in der Stadt Ismailia verhandelt wurde.

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Einigung im Suez-Streit: Containerschiff „Ever Given“ freigegeben
1:03 min
Die ägyptische Kanalbehörde erklärte am Sonntag, sie werde den seit der Bergung im März festgehaltenen Frachter „Ever Given“ freigeben.  © Reuters
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Am Mittwoch soll die „Ever Given“ freikommen

In den vergangenen Tagen einigte sich die Behörde jedoch mit dem japanischen Schiffseigner Shoei Kisen Kaisha. Demnach soll das Schiff an diesem Mittwoch freikommen. Details zu der Vereinbarung nannten beide Seiten nicht. Die japanische Seite will der Kanalbehörde als Teil der Vereinbarung aber einen Schlepper schenken.

Nach der tagelangen Blockade hatte die ägyptische Kanalbehörde wegen der entstandenen wirtschaftlichen Verluste, Schäden am Kanal sowie für die Bergung des Schiffs Entschädigung gefordert. Eine grundsätzliche Einigung gab es bereits vergangenen Monat. Das Wirtschaftsgericht hatte die Anhörungen zum Streit mehrfach verschoben, um die außergerichtliche Einigung zu ermöglichen. Die Kanalbehörde hatte zunächst 916 Millionen Dollar (772 Millionen Euro) Schadenersatz gefordert und diese Forderung dann auf 550 Millionen Dollar (463 Millionen Euro) verringert.

RND/dpa

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