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1,6 Millionen Kilometer Lebensdauer: Tesla könnte die Superbatterie erfunden haben

  • Wissenschaftler haben eine E-Auto-Batterie entwickelt, die sich durch eine enorme Lebensdauer auszeichnet.
  • Das für Tesla arbeitende Team könnte damit die Grundlage für deutlich klimaschonendere Autos gelegt haben.
  • Offenbar hat Tesla sich bereits die entsprechenden Patente gesichert.
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Wissenschaftler haben eine E-Auto-Batterie entwickelt, die sich durch eine enorme Lebensdauer auszeichnet. Der Akku soll eine Lebensdauer von 1,6 Millionen Fahrkilometern haben, was gegenüber Teslas jetzigen Batterien eine Verdoppelung wäre. Der amerikanische Autobauer hat sich einem Medienbericht zufolge bereits die Patente für die Technologie gesichert.

Publiziert wurden die Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift „The Journal of the Electrochemical Society“, das Technikmagazin „Wired“ hat die Studie aufgegriffen. Demnach konnten die Wissenschaftler der Dalhousie University einen Akku bauen, der alle anderen weit übertrifft. Die Lithium-Ionen-Batterie „dürfte in der Lage sein, ein elektrisches Auto für über eine Million Meilen anzutreiben“, heißt es. Dabei büße sie nur 10 Prozent ihrer Kapazität ein.

Die Batterien von E-Autos gelten bislang als Achillessehne der Technik. Denn bei der energieintensiven Herstellung fällt viel Kohlendioxid an, was die Klimabilanz von E-Autos zum Teil deutlich verschlechtert. Mit steigender Lebensdauer werden die Akkus deshalb tendenziell auch klimafreundlicher. Und wie es bei „Wired“ heißt, übertrifft die neue Technik bisherige Akkus von Tesla um das Doppelte – dabei gelten diese schon als höchst effizient im Vergleich zur Konkurrenz.

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Das Team um Physiker Jeff Dahn hat die Spezifikationen des Projekts veröffentlicht, was auch der Fachwelt Staunen abringt. Denn die Batterie soll mehr als 4000 Ladezyklen überstehen. „Verdammt beeindruckend“ nennt das „Wired“ zufolge Greg Less, technischer Leiter des Energieinstituts an der Universität Michigan.

Andere sind aber vorsichtiger. Sie sei skeptisch, ob Dahns Team wirklich die Formel für langlebige Akkus perfektioniert habe, sagte Shirley Meng von der Universität Kalifornien. Hintergrund ist, dass die verwendete Technik nicht gänzlich neu ist. Im Kern hat Dahns Team laut „Wired“ vor allem die Nanostruktur der Kathode verändert – was sie bei Ladevorgängen deutlich robuster gemacht haben soll. Jetzt müssten Hersteller nicht mehr zwischen zusätzlicher Energiedichte und längerer Lebensdauer abwägen, sagt Dahn.

Kommt der nächste Durchbruch von Toyota?

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Dass er und Tesla so offen mit den Forschungsergebnissen umgehen, hat aus Sicht von Beobachtern aber vor allem einen Grund. Tesla dürfte bereits noch potentere Batterien in petto haben, sodass die Veröffentlichung der Daten kein unternehmerisches Risiko darstellt. Entsprechende Patente hat der amerikanische Autobauer laut „Wired“ jedenfalls jüngst angemeldet. Dabei verweist Tesla auch darauf, dass die neue Technik kostengünstiger als die bisherige sein soll.

Derzeit arbeiten viele Autohersteller an neuen Batterien, auch an Wasserstoff als Energiespeicher wird geforscht. Den nächsten großen Durchbruch könnten Feststoffbatterien bringen, die kleiner, leichter und umweltfreundlicher als die bisherigen Lithium-Ionen-Batterien sein sollen. Toyota hatte im Sommer überraschend angekündigt, 2020 einen Feststoffakku für Autos präsentieren zu können.

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In Deutschland hat jüngst VW eine eigene Batteriezellfertigung in Salzgitter eröffnet, um mehr Erfahrungen mit der Technik zu sammeln. Viele andere deutsche Hersteller setzen hingegen auf zugelieferte Akkus, die vor allem in Asien hergestellt werden.