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Michael Rummenigge: Warum Sancho für den BVB nicht zu ersetzen ist – und bei England kaum spielt

  • Nur 96 Minuten stand Jadon Sancho bei der EM bisher auf dem Platz.
  • Sportbuzzer-Kolumnist Michael Rummenigge beleuchtet vor dem Finale das für den 21-Jährigen bisher so enttäuschend verlaufene Turnier.
  • Er erklärt, wer für das Dilemma des Stürmers verantwortlich ist und wie sich Sanchos Situation in der Nationalelf von der beim BVB unterscheidet.
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Auch wenn es hart klingen mag: Jadon Sancho ist für mich unabhängig vom Ausgang des Endspiels zwischen England und Italien einer der Verlierer der Europameisterschaft. Ganze 96 Minuten stand dieser hochbegabte Spieler während des Turniers bislang auf dem Platz. Und das, ohne an diesem Dilemma die Schuld zu tragen.

Der englische Nationaltrainer Gareth Southgate scheint einfach nicht auf ihn zu stehen und bevorzugt statt kreativer Klasse eher konservative Kicker. Das hat seine Mannschaft zwar bis ins Finale gebracht. Meine Vorstellung vom Fußball ist aber eine andere. Kurios: Selbst wenn Sancho das Spiel gegen Italien entscheiden würde, wäre Southgate der gefeierte Mann mit dem goldenen Händchen.

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„Sind cleverer“: Michael Rummenigge tippt auf Europameister Italien
5:56 min
Vor dem Turnier hat RND-Kolumnist Michael Rummenigge die Italiener als EM-Favorit genannt. Im Finale gegen England sieht er die „Squadra Azzurra“ nun vorne.  © RND
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In Dortmund entschied Sancho Spiele im Alleingang

Für Sancho ist das alles natürlich extrem bitter. Zumal er es ja von Borussia Dortmund ganz anders kennt. Hier war er in den vergangenen Jahren aus der Startelf nicht wegzudenken. Er entschied Spiele im Alleingang, war stets hoch angesehen. Selbst die eine oder andere Undiszipliniertheit verzieh man ihm. Beim BVB wusste man: Dieser Individualist kann den Unterschied ausmachen. Folglich ist sein bevorstehender Wechsel zu Manchester United für die Dortmunder auch ein herber Schlag. Wirtschaftlich ist der Transfer nachvollziehbar, sportlich wird man Sancho nicht ersetzen können.

Umso erstaunlicher und für mich nicht nachvollziehbar, dass einer der besten Bundesliga-Spieler der vergangenen Jahre bei der EM bislang kaum eine Rolle spielte. Mit Ausnahme von Raheem Sterling scheint Southgate all seine Spieler in ein starres taktisches Korsett zu zwängen. Dabei muss man seinen Stars doch die eine oder andere Freiheit einräumen.

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Das bleibt bei den Engländern aber nicht nur beim Spiel über die Flügel auf der Strecke. Das zentrale Mittelfeldduo Kalvin Phillips und Declan Rice sprüht auch nicht gerade vor Ideen. Daher denke ich auch, dass Italien am Sonntag jubeln wird.

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