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Michael Rummenigge: Warum Dänemark jetzt sogar vom EM-Titel träumen kann

  • Deutschland ist raus bei der Europameisterschaft – wem also nun die Daumen drücken?
  • Sportbuzzer-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert die EM-Überraschung Dänemark.
  • Er erklärt, warum er dem Team sogar den ganz großen Coup zutraut.
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Nachdem das Daumendrücken für die deutsche Mannschaft wirkungslos verpufft ist, muss man sich bei der Europa­meister­schaft nach einem neuen Lieblingsteam umsehen. Ich tendiere dabei zu Dänemark. Für mich ist die Truppe bei diesem Turnier eine absolute Ausnahmeerscheinung, die mich begeistert. Dabei hätte ihr Einstieg in die EM bekanntlich kaum schlimmer verlaufen können.

Wenn ich an den Kollaps von Christian Eriksen denke, wird mir immer noch flau in der Magengegend. Aber auch rund um diesen schrecklichen Vorfall hat man gesehen, was diese dänische Mannschaft auszeichnet. Es herrschen ein großartiger Zusammenhalt und eine familiäre Atmosphäre. Gepaart mit der sportlichen Klasse der Spieler ist das eine Mischung, die fast zwangsläufig zum Erfolg führt.

Ein Einstellungsproblem haben die Dänen nicht

Im Viertelfinale gegen Tschechien erwarte ich ein offenes Spiel. Sollten die Dänen gewinnen und in der Vorschlussrunde gegen England ran müssen, sehe ich sie auch dort nicht chancenlos. In einem Endspiel ist dann alles möglich. Auf dem Weg dorthin darf sich das Team aber nicht von der Begeisterung übermannen lassen. Wobei: Ein Einstellungsproblem haben dänische Spieler in den entscheidenden Momenten eigentlich nie. Ich denke an meinen alten Bayern-Kollegen Sören Lerby. Er war im Training nie der Fleißigste, sobald es in den Spielen aber zählte, war er zu 100 Prozent da. Auch auf Flemming Povlsen, mit dem ich beim BVB zusammengekickt habe, konnte man sich immer verlassen.

Es gibt im Fußball wahrscheinlich kaum lockerere Typen als die Dänen. Sie sind immer entspannt und stets zu Scherzen ausgelegt. Pfeift der Schiedsrichter dann aber das Spiel an, geht es rund. Eine tolle Fähigkeit. Ihre aktuelle Mannschaft sollte man jedoch nicht allein auf die Mentalität reduzieren. Sie haben richtig tolle Fußballer, die internationales Format besitzen.

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Bereits vor der EM war über seinen Rücktritt spekuliert worden.  © Reuters

Zudem verfügen sie über eine echte Achse: Kasper Schmeichel im Tor, davor Simon Kjaer, dann Pierre-Emile Højbjerg. Und im Sturm gibt es mit Kasper Dolberg und dem Leipziger Yussuf Poulsen sogar zwei echte Knipser. Das alles wird von Trainer Kasper Hjulmand glänzend moderiert. Kurzum: Dänemark jetzt zum EM-Favoriten zu erklären, wäre vielleicht zu gewagt. Eine Chance auf den zweiten Titel nach dem Sensationserfolg 1992 hat diese Mannschaft aber allemal.

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