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Mehr Demut vor Leistung der Sportler: Es geht um mehr als Medaillen

  • Der Druck der Athletinnen und Athleten, die bei den Olympischen Spielen antreten, Medaillen zu gewinnen, ist immens.
  • Doch man sollte auch ins Auge fassen, was beim Erfolg alles zusammenkommen muss, meint RND-Kolumnistin und Olympiasiegerin Kira Walkenhorst.
  • Dabei stellt sich auch die Frage nach der Unterstützung der entsprechenden Stellen.
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Die Diskussion über die Anzahl der deutschen Medaillen bei Olympia ist gefühlt fast so alt wie die Spiele selbst. Ich glaube, dass wir da insgesamt zu kritisch sind. Nicht falsch verstehen: Natürlich ist es wichtig, dass die Athletinnen und Athleten Deutschland gut vertreten. Aber ich habe das Gefühl, dass andere Nationen deutlich stolzer auf das Erreichte sind als wir.

Bei uns heißt es ganz oft: Gold verloren, statt Silber gewonnen. Als Sportlerin oder Sportler arbeitest du viele Jahre auf dieses eine Ziel hin. Für eine Medaille muss aber an einem Tag alles zusammenpassen. Das habe ich selbst vor fünf Jahren erlebt. Ich glaube nicht, dass es nur an den Athletinnen oder Athleten liegt, wenn Ziele verpasst werden. Die Gründe liegen wie immer tiefer.

Dabei stellen sich wichtige Fragen: Bekommen alle die bestmögliche Unterstützung von den Verbänden und auch vom Deutschen Olympischen Sportbund? Da geht es auch um finanzielle Aspekte. Was kann von einer Sportlerin oder einem Sportler erwartet werden, die oder der noch ganztags arbeiten geht und abends trainiert?

Nicht nur Medaillen zählen – auch persönliche Bestleistungen

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Ich glaube, da kann vieles optimiert werden. Und: Olympia bedeutet nicht automatisch immer die Jagd nach Medaillen. Meine Freundin Sara Gambetta hat im Kugelstoßen mit ihrer persönlichen Bestleistung Platz acht belegt. Waren das jetzt schlechte Olympische Spiele von ihr? Ich denke nicht.

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Ich glaube, ein bisschen mehr Demut bei der Bewertung der Leistungen und eine genaue Differenzierung der Umstände würden helfen – seitens der Fans und des DOSB.

Beachvolleyball-Olympiasiegerin von 2016, Kira Walkenhorst, begleitet die Olympischen Spiele für das RND als Kolumnistin und wechselt sich an dieser Stelle regelmäßig mit Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen ab.

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