Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

 

Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Gekaufte WM? Die Katar-Akte

Für Katar: Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und Funktionär Michel Platini.

Es war der 2. Dezember 2010. An diesem Tag öffnete der damalige Fifa-Präsident Sepp Blatter in Zürich einen Umschlag und holte mit einem Lächeln die Karte heraus, auf der „Katar“ gedruckt stand. Der Wüstenstaat setzte sich als Ausrichter der Fußballweltmeisterschaft 2022 gegen die Mitbewerber aus den USA, Japan, Südkorea und Australien durch. Die Kritik daran ließ nicht lange auf sich warten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eine WM in einem Land, das überhaupt keine Fußballtradition aufweist, schien undenkbar. Dazu kam die Erkenntnis, das es unmöglich sei, ein Turnier mitten im Sommer, unter glühender Hitze auszutragen. Die Sportler hätten bei mindestens 50 Grad spielen müssen, deshalb wurde im März 2015 entschieden, den Termin auf den Winter zu verlegen.

Frankreichs Präsident unter Verdacht

Von Beginn an stand die WM zudem unter Verdacht, gekauft worden zu sein. Die Skandalakte Katar ist lang. Und mittendrin der ehemalige Nationalspieler und Uefa-Präsident Michel Platini sowie Frankreichs Ex-Staatspräsident Nicolas Sarkozy. Bei einer Sitzung am 23. November im Élysée-Palast in Paris, also gut eine Woche vor der Abstimmung, trafen sich Sarkozy, Platini und Tamim bin Hamad Al Thani, das Staatsoberhaupt des Emirats Katars.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Wie weit ist Katar? Ein Stimmungsbild aus dem Gastgeberland der WM 2022

Bis der Ball vom 21. November bis 18. Dezember 2022 in Katar rollen kann, ist noch einiges zu tun. Wie weit ist der WM-Gastgeber – und wie groß die Vorfreude?

Am Ende der Sitzung soll Platini zugesagt haben, im Fifa-Ausschuss für Katar einzutreten und nicht wie ursprünglich beabsichtigt für die USA. Im Gegenzug soll sich der Wüstenstaat bereit erklärt haben, den Fußballklub Paris Saint-Germain zu übernehmen und in Frankreich eine TV-Sportkette aufzubauen. Sarkozy soll außerdem dafür gesorgt haben, dass französische Baufirmen den Zuschlag für die Errichtung von Fußballstadien erhielten.

Stimmen von drei Funktionären gekauft

Und es wird noch pikanter: Platinis Sohn Laurent stieg bei der Qatar Sport Investment (QSI) ein. Vater Michel bestätigte später, für Katar gestimmt zu haben. „Ohne die Intervention von Sarkozy bei Platini hätte Katar die WM nie gehabt“, sagte Sepp Blatter der französischen Zeitung „Le Monde“. „Dies ist das erste Mal, dass eine politische Intervention eine wichtige Fußballentscheidung geändert hat.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Platini wurde am 18. Juni 2019 in Gewahrsam genommen. Der Vorwurf: „Aktive und passive Korruption“ im Rahmen der WM-Vergabe an Katar. Er wurde aber wieder freigelassen. Aber nicht nur Platini und Sarkozy standen im Fokus. Anfang des letzten Jahres kamen neue Enthüllungen aus den USA ans Tageslicht, die besagten, dass die Stimmen von drei Funktionären gekauft waren. Namentlich: Der inzwischen gestorbene Nicolás Leoz, Ricardo Teixeira und ein namentlich nicht genannter Mitverschwörer. Dank ihnen setzte sich Katar im letzten Wahlgang mit 14 zu acht Stimmen gegen die USA durch.

Mehr aus Sport

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.