Zehn Ausflugstipps für den Oberpfälzer Wald

  • Ob mittelalterlicher Spaziergang, grummelnder Vulkan oder idyllischer See: Der Oberpfälzer Wald ist abwechslungsreich.
  • Die ländlich geprägte Region eignet sich für einen Ausflug, wenn der Urlaub noch warten muss.
  • Zehn Tipps für kleine Entdeckungsreisen im Osten Bayerns.
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Obermurach. Die weite Welt muss warten, Urlaub in Deutschland steht in diesem Jahr wieder hoch im Kurs. Zeit für Entdeckungen im eigenen Land. Zum Beispiel in der liebenswert provinziellen Region Oberpfälzer Wald. Zehn Höhepunkte:

1. Burgruine Haus Murach

„Schlüssel beim Burgwart abholen“ steht in Obermurach an einem Privathaus. Doch Burgwart Manfred Senft, hauptberuflich Berufsschullehrer, ist nicht immer daheim. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Dann wirft man draußen einen Euro ins Keramikschwein und nimmt den Schlüssel aus dem Holzkästchen, um zum Sturm auf die Burgruine Haus Murach zu blasen. Die Festung scheint aus dem Fels zu wachsen. Im Mittelalter zum Schutz von Handelswegen und Siedlungen an der Grenze zu Böhmen entstanden, liegt sie heute in Ruinen.

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„Bei uns ist aber viel übrig geblieben, andernorts waren die Leute fleißiger beim Steineklauen“, sagt Burgwart Senft, 54. Fantastisch ist der Freiblick vom Turm: Wiesen, Wälder, Felder, Dörfer.

2. Weiden

Im Gegensatz zum Umland hat Weiden fast Großstadtcharakter. Renaissancehäuser, Caféterrassen, das Alte Rathaus mit seinem Glockenspiel: Das historische Viertel steckt voller Flair und lohnt definitiv einen kleinen Ausflug. Nahe dem Unteren Tor plätschert ein Brunnen, mittwochs und samstags steigt der Wochenmarkt.

Bürgerliches Flair: Die Altstadt von Weiden zieht mit ihren schmucken Häusern die Blicke auf sich. © Quelle: Andreas Drouve/dpa-tmn
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3. Freilandmuseum Oberpfalz

Fachwerk in Ochsenbluttönen. Höfe, Stallungen, Streuobstwiesen. Dazu Gänse, Schweine und Deutsche Reichshühner, die wirklich so heißen. Das bei Nabburg gelegene Freilandmuseum Oberpfalz versteht sich als Querschnitt durch das ländlich-bäuerliche Leben von anno dazumal. Der Rundgang führt durch fünf Schaudörfer mit wiedererrichteten Gebäuden und einem Weiher voller Karpfen. Der „Bauernseufzer“ im Wirtshaus ist kein Laut eines Landwirts, sondern grobe Oberpfälzer Wurst.

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4. Waldsassen mit Glashütte, Abtei und Klostergarten

Was haben der Big Ben, das Weiße Haus und der Kölner Dom gemeinsam? Mundgeblasenes Flachglas aus der Glashütte Lamberts in Waldsassen veredelt das Licht. Der mittelständische Betrieb ist Weltmarktführer und Manager Robert Christ stolz auf eine Palette aus über 5000 Farben und Strukturen. In der archaisch wirkenden Produktionshalle lodern die Flammen in Öfen, blasen die Meister feuerrote Ballons. Das Geheimnis, wie letztlich Flachglas daraus wird: aufschneiden, glätten, abkühlen. Besuche sind nach Voranmeldung möglich.

Globaler Champion aus dem Oberpfälzer Wald: Besuch in der Glashütte Lamberts in Waldsassen. © Quelle: Andreas Drouve/dpa-tmn

Himmelstürmendes Wahrzeichen von Waldsassen ist das Kloster, hinter dessen Fassade sich das wahre Schmuckstück verbirgt: die im 18. Jahrhundert mit Stuckaturen und Deckengemälden überbordend ausgestaltete Stiftsbibliothek. Die Schnitzfiguren unter den Emporen zeigen Untugenden wie Spott, Ignoranz und Aufschneiderei.

Der Kloster- und Naturerlebnisgarten öffnet von Anfang Mai bis Mitte Oktober mit seinen Heilpflanzen, Blumen, Obstbäumen und einer Bienensauna. In dem Räumchen sollen nicht Insekten schwitzen, sondern Menschen zur Ruhe kommen - und wohltuendes Honig-Aroma inhalieren.

5. Parkstein

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Das Grummeln schwillt zum Grollen an, dann zucken Feuerblitze, und Rauch steigt auf. Im Vulkan-Erlebnismuseum von Parkstein verfolgen die meisten Besucher den ersten Vulkanausbruch ihres Lebens – zum Glück nur als Simulation. Darüber hinaus führt der Weg auf den alles beherrschenden Basaltkegel mit seiner Kapelle. Den Horizont stecken beim Ausblick die Höhen Tschechiens ab.

6. Die Totentanzkapelle von Wondreb

Diese Kapelle im Dorf Wondreb ist ein sakrales Unikum. Über die Decke ziehen sich 28 Bildtafeln aus verklebten Fichtenholzbrettern, bemalt in Grisaille-Technik grau in grau, geschaffen zur Barockzeit. Thema ist die Vergänglichkeit des irdischen Seins. Hier sieht man sich umfassend mit Gevatter Tod konfrontiert, der bereits an der Wiege steht – und Bestechungen ausschlägt.

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7. Geschichtspark Bärnau-Tachov

„Die Motte“ ist der Höhepunkt, eine Turmhügelburg auf einer künstlich aufgeschütteten Anhöhe, umzogen von einem Wassergraben und einer Art Palisadenwall. Der Geschichtspark Bärnau-Tachov, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Tschechien entfernt, lädt zum Spaziergang durchs Mittelalter ein. Originalgetreu rekonstruierte Gebäude und Schaudarbietungen zeigen den damaligen Alltag und das Zusammenwachsen von bayerischer und slawischer Bevölkerung.

Die Turmhügelburg ist einer der Höhepunkte im Geschichtspark Bärnau-Tachov. © Quelle: Andreas Drouve/dpa-tmn

8. Der Moorweiher

Im wasserreichen Oberpfälzer Wald muss es nicht immer der bekannte Steinberger See mit seiner Erlebnisholzkugel sein. Der Moorweiher liegt klein, idyllisch und versteckt bei Bärnau. Um das schwarze Gewässer legt sich ein Grünsaum, Farbfleck am Ufer ist eine rote Bank. Wer mag, stürzt sich ins erfrischende Nass.

9. Klosterdorf Speinshart

Gästeführerin Barbara Müller, gebürtige Speinsharterin, erinnert sich: „Mit dem Wort Prämonstratenser haben wir als Kinder die Touristen verblüfft.“ Es ist der Name des Ordens. Heute sind es fünf Geistliche, die sich das Terrain des frei zugänglichen Klosterdorfs Speinshart mit ganz normalen Familien teilen. Etwa 60 Menschen leben hier. Blickfang ist die Klosterkirche, weit ausgreifend der Zentralhof mit Wohnhauszeilen, Obst- und Gemüsegärtchen.

10. Elvis in Grafenwöhr

Elvis lebt – im Museum in Grafenwöhr. Leiterin Birgit Plößner legt ihm die Hand auf die Schulter wie einem guten Freund. In der nachempfundenen Micky Bar, die zur Elvis-Presley-Sektion des Museums gehört, sitzt er als lebensgroße Figur am Klavier.

Museumsleiterin Birgit Plößner und Elvis im Kultur- und Militärmuseum in Grafenwöhr. © Quelle: Andreas Drouve/dpa-tmn

Als der King of Rock’n‘Roll seinen Militärdienst in Deutschland leistete, war er durch die Manöver auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr „dreimal hier, das längste Mal sechs Wochen, und sorgte mächtig für Wirbel“, so Plößner. Dem zollt das Museum sympathisch Tribut, trägt aber einen abschreckend sperrigen Namen: Kultur- und Militärmuseum.

RND/dpa

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