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  • Wintersportgebiete in Deutschland: Winterberg, Hellenthal, Harz – welche Orte dieses Wochenende für Touristen offen sind und welche nicht

Tagesausflüge in Deutschland: Diese Gebiete sind am Wochenende dicht oder drohen gesperrt zu werden

  • Überfüllte Rodelhänge, verstopfe Straßen, abgesperrte Parkplätze – im Lockdown zieht es die Deutschen in den Schnee.
  • Weil jedoch an einigen Orten zu viele Ausflügler unterwegs sind, wurden und werden Wintersportgebiete gesperrt.
  • In Willingen, Winterberg, Oberhof und in der Eifel soll der Zugang beschränkt werden.
Miriam Keilbach
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Es schneit in Deutschlands Gebirgen – und die Menschen zieht es trotz Corona-Pandemie und Lockdown ins Freie. Grundsätzlich ist frische Luft und Natur zwar nicht verkehrt, das Ansteckungsrisiko ist hier laut Experten auch gering, allerdings suchen zu viele Menschen die gleichen Orte auf. Im Harz, aber auch in Winterberg oder Willingen, kam es deshalb an den Feiertagen zu Stau, vollgestopften Straßen und überfüllten Rodelhängen und Skipisten – obwohl die Lifte stillstehen und Toiletten wie Restaurants aufgrund des Lockdowns geschlossen sind.

Für das kommende Wochenende wappnen sich daher einige Wintersport- und Skigebiete – sie haben bereits geschlossen, die Schließung beschlossen oder planen eine, entweder durch Straßensperren, Parkplatzschließungen oder Betretungsverbote in den Wintersportgebieten. Eine aktuelle Übersicht über die Regelung und (mögliche) Sperrungen in den Wintersportgebieten der einzelnen Bundesländer:

Nordrhein-Westfalen

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Winterberg:

Winterberg wurde in den vergangenen Tagen und Wochen zum Synonym für die Lockdown-Flucht in den Schnee. Obwohl Restaurants, Skilifte und sonstige Infrastruktur bereits seit langem geschlossen sind, machten sich täglich Zehntausende Menschen auf den Weg in das Gebiet. Bereits am letzten Wochenende wurde das Skigebiet geschlossen und ein Betretungsverbot ausgesprochen. Das gilt auch weiterhin. Winterbergs Bürgermeister Michael Beckmann (CDU) geht dennoch davon aus, dass am Wochenende trotz Verbot viele Besucher kommen werden. Es werde wieder einen großen Einsatz von Ordnungsamt, Sicherheitsdienst und der Polizei geben, kündigte er an. Konkret gilt ein Betretungsverbot für folgende Bereiche: Pisten in Altastenberg, Neuastenberg, Niedersfeld, Winterberg, Züschen und die dazugehörigen Parkplätze. Darüber hinaus dürfen der Bereich rund um den Kahlen Asten und der Großraumparkplatz Bremberg nicht betreten werden.

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RND-Videoschalte: Bürgermeister Michael Beckmann: „Sowas haben wir in Winterberg noch nicht erlebt“
5:12 min
Winterberg wurde von Tagestouristen überrannt und mittlerweile abgeriegelt. Der Bürgermeister der Stadt, Michael Beckmann, über die aktuelle Situation.  © RND

Olpe:

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Die Stadt Olpe, die im Rheinischen Schiefergebirge liegt, erwartet einen Besucheransturm und sperrt deshalb am Samstag und Sonntag die Straßen rund um die Hänge am Fahlenscheid. Doch damit nicht genug: Für die Pisten ist ein Betretungsverbot ausgesprochen worden, teilten Stadt und Polizei mit. Polizei und Ordnungsamt seien am Wochenende im Einsatz, um Zufahrtswege zu sperren, den Verkehr umzuleiten und Ordnungswidrigkeiten zu ahnden.

Schmallenberg im Hochsauerland:

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Auch hier gilt wie in Olpe: Es wurde ein Betretungsverbot für die dortigen Skihänge erlassen.

Reichshof im Bergischen Land:

Nachdem mehrere Wintersportgebiete in der Region geschlossen werden sollen, rüstet sich die Gemeinde Reichshof gegen Winterfans, die auf kleinere Gebiete ausweichen – wie Reichshof. Die Gemeinde, die am Wochenende wieder Neuschnee erwartet, will am Samstag und Sonntag deshalb die Straßen zu ihrem Skigebiet sperren, „um ein Verkehrschaos zu vermeiden und auch der Corona-Pandemie entgegen zu wirken“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde. Bürgermeister Rüdiger Gennies sagte: „Wie sehr wir uns auch immer auf Schnee und die vielen Besucher aus den umliegenden Städten freuen, diesen Winter geht es leider nicht.“

Hilchenbach im Rothaargebirge:

Offenbar aus der Befürchtung heraus, dass durch viele geschlossene Wintersportgebiete Touristen ausweichen könnten, hat auch Hilchenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein ein Betretungsverbot für die Ski- und Rodelhänge erlassen.

Hellenthal in der Eifel:

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Bereits seit Montag sind die Wintersportgebiete in der Gemeinde Hellenthal in der Eifel aufgrund von Tagestouristen geschlossen. Betroffen sind die drei Gebiete Weißer Stein, Hollerather Knie und Hohes Kreuz in Hollerath. Die Situation hatte sich verschärft, nachdem Wintersportfans durch gesperrte Gebiete andernorts nach Ausweichmöglichkeiten gesucht hatten. Problematisch waren hier weniger die Corona-Hygieneregeln, sondern vielmehr, dass Ausflügler Hofeinfahrten und Wiesen einfach zugeparkt hatten. Bürgermeister Rudolf Westerburg sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass die Bereiche mit Bauzäunen gesichert werden sollten, Mitarbeiter würden zudem kontrollieren.

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Winterlandschaft in der Eifel – Rodelpisten sind coronabedingt gesperrt
1:40 min
Die Ski- und Rodelpisten in Hellenthal wurden gesperrt, um Menschenmassen fernzuhalten.  © Reuters

Meinerzhagen im Märkischer Kreis

Die Polizei im Märkischen Kreis stellt sich auf einen größeren Einsatz zwischen Meinerzhagen und Herscheid ein. An einer Landstraße hatten bereits am vergangenen Wochenende am Straßenrand widerrechtlich geparkte Autos für Verkehrschaos gesorgt. „Da spüren wir möglicherweise auch Verdrängungseffekte, weil die Leute im angrenzenden Hochsauerlandkreis nicht mehr unterkommen“, sagte ein Polizeisprecher im Märkischen Kreis.

Hessen

Willingen im Sauerland:

Als am vergangenen Wochenende Winterberg dicht machte, wichen Tausende Touristen zunehmend auf den Nachbarort Willingen aus – das Chaos verlagerte sich also. Das soll nun nicht mehr passieren. Erstmals in Hessen werden deshalb von Freitag bis Sonntag Skipisten, Rodelhänge und Parkplätze rund um das Wintersportgebiet im Upland gesperrt.

„Mindestabstände sind bei der Masse an Tagestouristen weder einhaltbar, noch kontrollierbar gewesen – sogar im Freien“, sagte der Gesundheitsdezernent des Landkreises, Karl-Friedrich Frese. Man habe daher keine andere Möglichkeit als das Betretungsverbot gesehen, um die Besucherströme zu verringern. Ordnungsbehörden und Polizei würden die Einhaltung kontrollieren. Danach hofft der Kreis auf eine Entspannung der Lage wegen des Ferienendes.

Großer Feldberg und Taunus:

Um ein Verkehrschaos wegen zahlreicher Taunus-Ausflügler zu vermeiden, sollen am Wochenende in der Region rund um den Großen Feldberg mehrere Landesstraßen gesperrt werden. Das kündigte der Hochtaunuskreis an. Anwohner würden gebeten, ihren Personalausweis mitzuführen. Betroffen sind Landesstraßen durch den Glashüttener Ortsteil Oberems sowie die Zufahrt nach Königstein-Falkenstein. Nebst zu vielen Tagestouristen ist in der Region auch die Gefahr von Schneebruch und umgestürzten Bäumen gegeben, weshalb bereits seit einiger Zeit mehrere Straßen, die auf den Gipfel führen, gesperrt sind.

Rhön:

Die Wasserkuppe, höchster Berg in der Rhön, zieht nicht nur Winterfans aus Fulda an. Vorerst soll das Gebiet zugänglich bleiben, allerdings haben die Behörden beschlossen, dass die die Zufahrten zur Wasserkuppe ab einer Parkplatzauslastung von 90 Prozent gesperrt werden.

Vogelsberg:

Der Vogelsberg in Hessen rüstet sich ebenfalls für das letzte offizielle Ferienwochenende. Dort sind bis mindestens einschließlich des heutigen Freitags die Zufahrten und Parkplätze rund um den Hoherodskopf und die Herchenhainer Höhe dicht. Ob die Zufahrten für das Wochenende wieder freigegeben werden, ist noch unklar.

Hoher Meißner:

Mit Polizeikontrollen statt Verboten wappnet sich der Werra-Meißner-Kreis für den Andrang am Wochenende. Zufahrtsstrecken sollen bei „erschöpften Parkplatzkapazitäten“ kurzfristig gesperrt werden, teilte der Kreis mit. Bereits am Freitagmittag werde man Zufahrten blockieren. Dadurch wolle man „unübersichtliche Verkehrssituationen“ verhindern. Man appelliere zudem an die Bürger, „den Meißner zu meiden“. Da man jedoch den Wunsch verstehe, nach draußen zu gehen, werde der Ausflugsort nicht komplett gesperrt.

Thüringen

Oberhof:

Der Wintersportort Oberhof in Thüringen hat in den nächsten Wochenenden alle Hände voll zu tun – an diesem findet dort nämlich der Biathlon-Weltcup statt, erstmals ohne Besucher in der Freiluftarena. Vom 15. bis 17. Januar sind schließlich die Rennrodler zu Gast – auch hier ohne Publikum. Dennoch: In der Stadt bereitet man sich auf neugierige Zuschauer vor, die doch einen Blick auf die Profisportler erhaschen wollen, vor allem aber auf Wintersportfans, die selbst aktiv werden wollen. Ab Freitag und bis zum 17. Januar werden deshalb alle öffentlichen Parkplätze für Tagestouristen vollständig gesperrt. Die Polizei werde zusätzlich die Zufahrt zur Stadt regulieren, teilte das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen am Mittwoch mit. Wenn die privat betriebenen Parkplätze voll seien, werde die Polizei Tagestouristen keine Zufahrt mehr nach Oberhof gewähren.

Rennsteig im Thüringer Wald:

In Thüringen kündigte der Ilm-Kreis für das Wochenende verschärfte Kontrollen von Touristen an. „Ziel ist es, Tagesausflüge in der angespannten pandemischen Lage zu verhindern“, teilte das Landratsamt mit. Nach der Ankündigung, den Wintersportort Oberhof für Tagesausflüge zu sperren, wird mit einem großem Andrang auf andere beliebte Ausflugsziele im Thüringer Wald gerechnet, etwa rund um den 170 Kilometer langen Klammweg Rennsteig. In den vergangenen Tagen waren Parkplätze hoffnungslos überfüllt, so dass zahlreiche Autofahrer ihre Fahrzeuge an allen verfügbaren freien Plätzen abstellten, auch in Feuerwehrzufahrten. In Neuhaus am Rennweg wird bereits verstärkt kontrolliert.

Rheinland-Pfalz

Eifelkreis Bitburg-Prüm:

Im Eifelkreis Bitburg-Prüm mit den Ausflugsgebieten Schwarzer Mann und Wolfsschlucht bereitet man sich auf einen kleinen Ansturm am Wochenende vor. Auch Verkehrsprobleme werden erwartet. Doch Vorkehrungen sind getroffen: Noch bis Sonntag werden in der Eifel die Zufahrten zu Schwarzer Mann und Wolfsschlucht voll gesperrt bleiben. Das hatte der Eifelkreis Bitburg-Prüm bereits am Montag mitgeteilt.

Erbeskopf im Hunsrück:

Der Erbeskopf, mit 816 Metern der höchste Berg Rheinland-Pfalz, wird wahrscheinlich auch am Wochenende wieder zahlreiche Tagesgäste anziehen. Bis zum 15. Januar müssen sich viele aber auf einen ordentlichen Fußmarsch einstellen, denn die Zufahrtsstraße L164 und der Parkplatz beim Erbeskopf bleiben bis zum 15. Januar gesperrt. Das hat nicht nur mit vielen Winterfans zu tun, sondern auch mit der Gefahr von Schneebruch, also herunterbrechenden Ästen.

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Ansturm auf deutsche Wintersportgebiete bleibt vorerst aus
1:01 min
Appelle und Kontrollen sollen einen neuerlichen Ansturm auf die Wintersportgebiete verhindern. Die Maßnahmen zeigen Erfolg – zumindest vorerst.  © dpa

Westerwald:

Im Westerwald hatte man sich bereits am Mittwoch auf Tagestouristen aus umliegenden Bundesländern eingestellt, die einen Feiertag hatten. Doch der Ansturm blieb aus – auch wegen des nasskalten Wetters. Am Wochenende soll es trocken werden – deshalb bleiben Parkplätze und Zufahrtswege zu den Gebieten Salzburger Kopf und Fuchskaute gesperrt. Einbahnstraßen mit Parkmöglichkeiten an einer Seite seien aber eingerichtet. „Am Wochenende ist wieder ein größerer Andrang zu befürchten“, sagte ein Polizeisprecher. Für die Kontrollen würden dann zusätzliche Beamte der Bereitschaftspolizei erwartet.

Sachsen-Anhalt

Brocken und Ost-Harz:

Aktuell ist die Zufahrt zum Brocken und generell in den Ostharz möglich, allerdings hatte Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter (CDU) bereits angekündigt, Straßen zu sperren, sollten sich zu viele Ausflügler auf den Weg machen. Der Brocken als höchster Berg im Harz war in den vergangenen Tagen immer wieder von Tagesgästen überrannt worden.

Niedersachsen

Goslar und Westharz:

Obwohl der Harz seit Tagen über Verkehrschaos, übervolle Hänge und Pisten und das Nichteinhalten von Corona-Regeln klagt, bleiben die Gebiete vorerst zugänglich, auch rund um die besonders beliebten Gebiete Bad Harzburg und Torfhaus. Dort war es am vergangenen Wochenende zu zeitweisen Straßensperrungen auf der L504 und der B4 gekommen. Der Landkreis Goslar hat nun allerdings den Verleih von Wintersportgeräten an Wochenenden verboten. „Es werden am Wochenende vermutlich wieder viele Menschen in den Harz kommen“, sagte die Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes, Christin Wohlgemuth, am Donnerstag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wie es aussieht wird der Schnee bleiben, vielleicht kommt sogar noch neuer dazu, und die meisten neuen Corona-Verordnungen gelten auch erst ab Montag.“

Deister:

Auch am Deister, einem beliebten Naherholungsgebiet bei Hannover, in dem es in der vergangenen Woche den ersten Schnee gab, bleiben Zufahrten und Parkplätze erst einmal offen. Ordnungsamt und Polizei wollen dort Präsenz zeigen. Wer nicht auf ausgewiesenen Parkplätzen parke, sondern etwa an Straßenrändern, werde abgeschleppt, teilten Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Barsinghausen mit. Die rund 120 Parkplätze am Nienstedter Pass, einem beliebten Ausflugsziel des Höhenzuges, waren zuletzt bereits früh am Morgen voll.

Holzminden:

Der Landkreis Holzminden hat bis zum 13. Januar ein Betretungsverbot für viele Rodelwiesen ausgesprochen. Betroffen sind Bereiche des Höhenzuges Hochsolling, des Hils, des Iths sowie ein Stück des Köterberges. Die aktuell guten Wintersportbedingungen in den Gebieten habe „Tagestouristen in übergroßer Zahl“ angelockt, hieß es in einer Mitteilung des Kreises. „Eine Vielzahl von Tagestouristen kommt auf Parkplätzen sowie Ski-und Rodelhängen zusammen, ohne dass der erforderliche Mindestabstand eingehalten werden kann.“ Wer doch rodeln will, muss tief in die Tasche greifen: Verstöße werden mit bis zu 25.000 Euro Bußgeld geahndet.

Baden-Württemberg

Dobel im Schwarzwald:

In Dobel im Nordschwarzwald kam es am vergangenen Wochenende zu einem Besucheransturm, der jedoch auch aufgrund des Wetters in den vergangenen Tagen nachließ. Damit sich das Verkehrschaos aber nicht wiederholt, haben die Kommunen laut „Pforzheimer Zeitung“ einen Beschluss getroffen. Demnach kann bei hohem Besucheraufkommen zur Vermeidung eines Verkehrschaos die Schließung von Zufahrtstraßen erfolgen. Konkret betrifft das Schömberg, Dobel, Bad Wildbad und Kaltenbronn.

Kandel im Schwarzwald

Die Zufahrtsstraßen zum Kandel, dem höchsten Gipfel im Mittelschwarzwald, waren in den vergangenen Tagen und Wochen gleich mehrfach gesperrt, zuletzt über die Weihnachtstage und am vergangenen Wochenende. Die Polizei sprach gegenüber der „Badischen Zeitung“ von „unkontrollierten, chaotischen Parkzuständen“. Dennoch wird das Gebiet nicht voreilig geschlossen – wer am Mittag anreist, muss allerdings damit rechnen, dass wie zuletzt die Zufahrt von der Waldkircher Seite nicht mehr möglich ist.

Schleswig-Holstein

Schönwalde

Der Bungsberg, Schleswig-Holsteins höchste Erhebung, ist von Freitag, 8. Januar, bis Sonntag, 10. Januar, 16 Uhr gesperrt. Dies teilte die Polizei am Freitagmittag mit. Winterliche Aktivitäten wie Rodeln sind damit verboten, so die „Kieler Nachrichten“.


mit dpa

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