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Verhaltener Saisonstart in Kokkari – durch Corona zum griechischen Geheimtipp?

  • Noch sind die meisten Liegen am Strand leer, Restaurants und Läden können sich keine Öffnung von morgens bis abends leisten.
  • In Kokkari auf der griechischen Insel Samos lässt der Touristen-Zustrom noch auf sich warten.
  • Doch die Hoffnung ist groß.
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Kokkari. Das malerische Örtchen Kokkari auf der griechischen Insel Samos ist ungewöhnlich ruhig für diese Jahreszeit. Die Liegen am Kieselstrand sind nahezu leer, in den Läden lassen die Reisenden auf sich warten.

Seit rund einem Monat heißt Griechenland offiziell wieder ausländische Touristinnen und Touristen willkommen, doch die Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie halten viele zurück. In der griechischen Reisekasse landeten schon im vergangenen Jahr 75 Prozent weniger als 2019: 4,3 Milliarden Euro statt zuvor 18,2 Milliarden. Das soll sich 2021 nicht wiederholen. Man erhofft sich, dass es in diesem Jahr zumindest wieder halb so viele Urlauberinnen und Urlauber aus dem Ausland werden wie im Jahr vor der Pandemie. Der Saisonstart war verhalten, die Gastgeber setzen auf mehr Schwung in den kommenden Wochen und Monaten, mit zunehmenden Corona-Impfungen und wachsendem Mut zum Reisen.

Luftbild des Küstenortes Kokkari auf Samos im Sommer. © Quelle: imago images/Westend61
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Griechenland öffnete sich als eines der ersten EU-Länder

Als eines der ersten EU-Länder hat sich Griechenland in diesem Jahr wieder dem Tourismus geöffnet. Seit Mitte Mai dürfen Urlauber mit negativem Corona-Test oder dem Nachweis einer vollständigen Impfung oder überstandenen Corona-Infektion einreisen. Neben den in der EU anerkannten Impfzertifikaten sind auch Bestätigungen über Immunisierungen mit russischen oder chinesischen Vakzinen zugelassen.

„Derzeit ist wirklich alles im Fluss“, sagt Alexandro Malagaris, der in Kokkari mit zwei Hotels und einem Tauchzentrum auf dem Markt ist, mit Blick auf die Zurückhaltung der Touristen und die nicht absehbaren Änderungen der Reise- und Testregeln. In seinem Tauchzentrum sei die Nachfrage zwar wieder hoch, doch die Hotelbuchungen ließen noch zu wünschen übrig. „Aber wir sind zuversichtlich, dass sie im Juli wieder zunehmen“, betont Malagaris. Sie gingen von einem „wirklich starken August und September“ aus, „und es sieht so aus, als ob unsere Saison bis Mitte Oktober verlängert wird“.

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Verlängerte Sommersaison im Jahr 2021?

Die Deutsche Petra Marheinecke, die seit 1994 eine Kleider- und Geschenkeboutique in Kokkari betreibt, hofft ebenso auf den Sommer. Sie öffnete ihren Laden Anfang Juni, bislang ohne großen Zustrom. Es lohne sich eigentlich nicht, erklärt sie. Sie habe aber geöffnet, um zu überleben, die Miete und die Gehälter zu zahlen. Dennoch habe sie die Öffnungszeiten einschränken und die Zahl der Mitarbeiter reduzieren müssen – zumindest vorerst. Aber natürlich hoffe sie, dass es besser wird, sagt Marheinecke.

Boote im alten Fischereihafen von Kokkari auf der griechischen Insel Samos. © Quelle: imago images/CHROMORANGE

Die Hotels lagen Anfang Juni bei rund 20 bis 25 Prozent ihrer Kapazität, wie der Präsident des Hotelierverbands von Samos, Manos Vallis, vorrechnet. „Dieses Jahr hat wohl kein Hotelier sein Hotel des Gewinns wegen geöffnet“, sagt der Chef der Doryssa-Hotel-Gruppe. „Wir haben alle unsere Hotels geöffnet, weil wir öffnen mussten, denn man weiß, dass man weg vom Markt ist, wenn man nach einem Jahr noch zu hat.“

Tourismusbranche setzt auf Last-minute-Buchungen

Aber auch hier sei die Zuversicht maßgebend, erklärt Vallis. Die Branche setze auf überdurchschnittlich viele Last-Minute-Buchungen und auf griechische Urlauber im August. Insgesamt könne so eine Auslastung von rund 65 Prozent in diesem Jahr erreicht werden.

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Die bisherigen Touristen sind nach Aussagen von Hotel- und Restaurantbetreibern oft alte Bekannte. Auch andere, die regelmäßig die Ferien auf Samos verbringen, hätten sich schon angekündigt und warteten noch auf eine Stabilisierung der Reiselage, sagt Restaurantbesitzer Thanassis Safis. „Der Wille ist da. Die Flüge fehlen noch.“

Seine Tische werden derzeit unter der Woche nur zum Abendessen gedeckt, aber sie füllen sich. Er bleibe optimistisch, sagt Safis, der sein Restaurant 2015 mitten in der Finanzkrise auf die Beine stellte. „Wir haben schon viel durchgemacht“, erklärt er. Doch sie hätten Geduld gezeigt, durchgehalten – und es damit geschafft. So soll es auch diesmal klappen. „Man braucht Ausdauer und Willensstärke.“AP smv

RND/AP

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