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Ausblick auf das Reisen im Jahr 2022: Es bleibt kompliziert

Ein aufblasbarer Hai liegt am Strand von El Arenal auf Mallorca. Corona erschwert auch für 2022 die Urlaubsplanung. Wer möchte schon seine schönsten Tage im Jahr mitten in einen Lockdown legen?

Berlin/Wilhelmshaven.Einst fühlte sich das weltweite Reisen selbstverständlich an. Doch seit bald zwei Jahren ist es damit vorbei. Die Corona-Pandemie zieht sich hin, Welle für Welle. Urlauberinnen und Urlauber schauen zugleich sehnsüchtig auf das Jahr 2022. Alles sieht danach aus, dass Corona auch das nächste Reisejahr prägen wird. Fünf Thesen mit einem Blick in die Zukunft.

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These 1: Die Unsicherheit wird erst einmal bleiben

Werden die Buchungen 2022 wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen? Der Deutsche Reiseverband (DRV) sieht hier ein Fragezeichen. Die Corona-Zahlen und daraus folgende politische Diskussionen über eventuelle Lockdowns prägen weiter das Verhalten der Urlauber. „Die Verunsicherung der Menschen führt fast automatisch zu Buchungszurückhaltung“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Hinzu kommt, dass auch die Corona-Entwicklung im Ausland alles andere als vorhersehbar ist, wie gerade die Omikron-Variante zeigt.

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Wie können Urlauber mit der Unsicherheit umgehen?

Grundsätzlich ist eine Pauschalreise sicherer als ein individuell zusammengestellter Urlaub. Es gelten dafür klare rechtliche Regeln. Fällt zum Beispiel ein Flug aus oder stranden Urlauber wegen Corona irgendwo, muss sich der Veranstalter um die Gäste kümmern.

Der Verbraucherschutz rät außerdem dazu, bei Veranstaltern einen etwas teureren Flex-Tarif zu buchen. Damit lässt sich ein Urlaub in der Regel bis 14 Tage vor Abreise ohne Angabe von Gründen absagen.

Omikron: RKI erhöht Gefahrenstufe auf „sehr hoch“

Experten warnen eindringlich vor Omikron. Das RKI erhöht seine Risikobewertung auf „sehr hoch“. Experten raten zu schärferen Maßnahmen noch vor Neujahr.

These 2: Das Reisen bleibt vergleichsweise kompliziert

Welche Vorgaben gelten für die Impfung? Brauche ich einen Corona-Test? Wie alt darf der Test bei Einreise sein? Welche Regeln gelten für Kinder? Diese und ähnliche Fragen dürften Reisende auch 2022 bei der Planung beschäftigen. Nicht jeder hat Lust darauf.

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Der Tourismusexperte Prof. Torsten Kirstges ist überzeugt: „Die ständig wechselnden Regeln sind der größte Hemmschuh und halten die Leute vom Reisen ab.“ Zu nennen sind hier zum einen die Vorgaben der Bundesregierung, etwa was Quarantänevorschriften bei der Rückkehr nach Deutschland angeht. Zum anderen ändern Reiseländer oft kurzfristig die Einreiseregeln.

Was kann ich als Reisender tun?

Information ist alles. Sich detailliert und regelmäßig über die geltenden Regeln zu informieren, wird auch 2022 dazugehören.

These 3: Der Nachholbedarf ist groß - und die Menschen werden mutiger

Michael Faber ist Geschäftsführer Touristik des Beratungsunternehmens Realizing Progress und zugleich Reisebüroinhaber. Er prognostiziert: „Wenn die Zahlen rückläufig sein werden, werden die Menschen neuen Mut fassen und ihre Reiselust ausleben wollen.“

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Offenbar denken in der Tat schon viele Reisewillige über den eher düsteren Winter hinaus. „Ein Großteil der aktuell eingehenden Neubuchungen – fast 60 Prozent - entfällt bereits auf den kommenden Sommer“, sagt DRV-Präsident Fiebig. Vor allem an Ferientermine gebundene Familien planten und buchten ihre Sommerferien schon jetzt.

Auch Torsten Kirstges ist optimistisch: „Die Rahmenbedingungen für eine Normalität werden gegeben sein. Es wird immer weniger Gründe geben, nicht zu reisen“, sagt der Professor von der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven. Er verweist auf die relativ hohe Impfquote in Europa und auch die Möglichkeit zur Impfung von Kindern.

Was ergibt sich daraus für mich als Reisenden?

Wer schon die feste Absicht hat zu reisen, sollte nicht zu lange warten – denn hinterher wollen das vielleicht fast alle tun. „Man kann durchaus schon jetzt buchen“, sagt Kirstges.

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These 4: Der Urlaub dürfte im Schnitt teurer werden

Die Kapazitäten an Flügen und Hotels dürften zunächst wegen Corona reduziert bleiben. Käme dann aufgrund sich lockernder Bestimmungen viel Nachfrage in den Markt, könnte es später schwer werden, ein günstiges Angebot zu bekommen, schätzt Kirstges. „Preissteigerungen sind realistisch, weil die Kosten gestiegen sind.“ Er rechnet mit einem saftigen Plus von 10 bis 20 Prozent.

Wie gehe ich als Urlauber mit steigenden Preisen um?

Es kann sich gerade für Familien lohnen, nach Frühbucherrabatten Ausschau zu halten und Angebote zu nutzen, solange sie günstig sind.

These 5: Ungeimpfte dürften es schwer haben

Einige Länder haben eine vollständige Corona-Impfung längst zur Bedingungen für den Urlaub gemacht. Außerdem ist eine Teilnahme am öffentlichen Leben ohne Impfung oft kaum noch vernünftig möglich.

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Es geht aufwärts: Das bleibt 2022 im Portemonnaie

Steigende Energiekosten und höhere Lebensmittelpreise sorgen zur Zeit dafür, dass in etlichen Haushalten das Geld knapp wird – doch 2022 könnte sich das ändern.

„Viele Veranstalter werden sich an die 2G-Regel halten“, sagt Prof. Kirstges. Die Branche werde damit ein Stück weit Sicherheit vermitteln. Der Effekt: „Ich weiß, meine Mitreisenden sind geschützt und keine Gesundheitsgefahr für mich.“

Die Impfung ist somit nicht nur der beste Schutz gegen eine schwere Covid-19-Erkrankung. Sie erleichtert das Reisen auch ganz praktisch enorm, wegen der vielen Einschränkungen für Ungeimpfte.

Was also tun?

Am besten impfen lassen und den Impfschutz regelmäßig auffrischen. DRV-Präsident Norbert Fiebig ist sich sicher: „Mit zunehmenden Impfungen bekommen wir zusätzlichen Schutz, können schneller mehr Freiheiten genießen und auch wieder vermehrt verantwortungsvoll reisen.“ Das klingt noch nicht nach der großen Reisefreiheit – aber nach einem wichtigen Schritt nach vorne.

RND/dpa

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