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Trotz Regelchaos: Erste Sommerbilanz der Reiseveranstalter fällt positiv aus

  • Die Sommersaison verlief für deutsche Reiseveranstalter bislang holpriger als erwartet.
  • Das wechselnde Infektionsgeschehen in vielen Ländern und das darauf folgende Regelchaos hielt viele Menschen vom Reisen ab.
  • Eine erste Bilanz der Unternehmen fällt aufgrund des buchungsstarken Frühsommers dennoch positiv aus.
Jana Freiberger
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In vielen Urlaubsländern sind die Corona-Fallzahlen im Laufe des Sommers rasant gestiegen. Beliebte Reiseziele wie Spanien, die Türkei und die griechischen Urlaubsinseln wurden von der Bundesregierung noch während der Sommerferien als Hochrisikogebiet eingestuft. Das wirkte sich auch auf die Umsätze der Reiseveranstalter aus.

So musste etwa der Touristikkonzern Tui seine Kapazitäten für den Sommer kürzen. Im Frühjahr hatte der Konzern noch mit 75 Prozent der üblichen Kapazität geplant, im Sommer wurde diese dann auf 60 Prozent heruntergefahren. Dennoch spricht Konzernchef Friedrich Joussen von einem „erfolgreichen Neustart“ in die Sommersaison.

Verlängerung der Saison bis in den November

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Angesichts der Tatsache, dass sich die Corona-Regeln derzeit ständig änderten, sei die Nachfrage nach Urlaubsreisen diese Saison nach wie vor hoch: Bislang seien bei dem hannoveranischen Reiseveranstalter für die Sommersaison 4,2 Millionen Buchungen eingegangen, davon 1,5 Millionen seit Mai. Im Vergleich zum Vorjahr eine äußerst positive Entwicklung, in den Jahren vor Corona zählte Tui in der Sommersaison allerdings rund neun Millionen Buchungen.

Doch die Zahl der Buchungen könnte auch noch weiter ansteigen: „Da die Sommersaison in diesem Jahr coronabedingt später gestartet ist, wird sie sich vielerorts entsprechend nach hinten verschieben“, so Unternehmenssprecherin Anja Braun auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Möglich sei eine Verlängerung bis in den November hinein. Dies könne insbesondere für Ziele wie Griechenland, die Türkei, Mallorca und Zypern interessant sein.

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Positive Entwicklung auch dank guter Hygienekonzepte

Der Reiseveranstalter FTI zieht in einem ersten Resümee der Sommersaison ebenfalls positive Schlüsse: „Die Kurve geht nach 2020 trotz einiger Einschränkungen wieder leicht nach oben. Auch dank Schutzmaßnahmen wie ausgeklügelter Hygienekonzepte in den Hotels vor Ort und der 3-G-Regelung“, so FTI-Pressesprecher Matthias Stempfle.

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Besonders viele Buchungen konnte FTI im Frühsommer verbuchen: „Nachdem die Einreise in beliebte Pauschalreiseziele im Frühjahr erleichtert wurden, hatten wir den buchungsstärksten Juni unserer Veranstaltergeschichte“, berichtet Stempfle weiter. Besonders beliebte Reiseziele waren dabei neben der Türkei vor allem die griechischen Inseln, aber auch die Balearen und die Kanaren. Aktuell machten dem Veranstalter – wie der gesamten Branche – die wechselnden Inzidenzeinordnungen vieler Urlaubsländer zu schaffen.

Reisende legen diesen Sommer Wert auf viel Privatsphäre

Auch DER Touristik macht das ständig verändernde Infektionsgeschehen zu schaffen, insgesamt liegen die aktuellen Buchungseingänge des Reiseveranstalters aber nur rund 30 Prozent unter denen aus dem Vor-Corona-Sommer 2019.

„Das zeigt uns, dass viele unserer Kundinnen und Kunden ihren im Jahr 2020 ausgefallenen Sommerurlaub dieses Jahr nachholen möchten“, sagt Pressesprecherin Angela de Sando. Besonders gefragt seien diese Saison „Hotels von hoher Qualität und mit viel Privatsphäre“.

Deutschland bleibt Reiseziel Nummer eins

Gefragt ist diesen Sommer nicht nur ein hoher Standard und viel Platz, sondern wie schon im vergangenen Jahr auch Unterkünfte im eigenen Land. Laut einer Auswertung der Ferienunterkunftsuchmaschine Hometogo ist Deutschland sowohl im Sommer als auch im kommenden Herbst mit großem Abstand das Reiseziel Nummer eins.

Bei Anfragen für den Sommer belegen die Urlaubsländer Kroatien und Italien, die aktuell nicht als Hochrisikogebiet eingestuft sind, die Plätze zwei und drei. Fallen die Urlaubspläne in den Herbst wird neben Unterkünften in Deutschland auch häufig nach Reisezielen in Dänemark und Spanien gesucht – vermutlich in der Hoffnung, dass Spanien bis dahin nicht mehr als Hochrisikogebiet gilt.

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