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Urlaub nur mit Booster? Ab wann Reisende im Ausland den dritten Piks brauchen

  • Reisen ohne Booster-Impfung wird im Jahr 2022 kompliziert.
  • EU-Impfzertifikate verlieren ab Februar nach neun Monaten ihre Gültigkeit, wenn Menschen keine Auffrischung erhalten haben.
  • Doch einige Länder haben die Auffrischungs­impfung bereits früher eingeführt, manche davon verlangen schon nach sechs oder sieben Monaten den Booster. Ein Überblick.
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Viele Menschen hatten damit gerechnet, mit einer zweifachen Corona-Impfung fortan wieder normal in Europa reisen zu können. Doch inzwischen ist klar, dass die Wirkung der Impfstoffe nach vier bis sechs Monaten nachlässt – schneller als erhofft. Die meisten Staaten setzen daher inzwischen zur Auffrischung auf Booster-Impfungen, so wie Deutschland. Auch Reisende müssen sich auf Auswirkungen einstellen, der zweite Piks wird bald nicht mehr ausreichen.

Corona-Impfzertifikat soll ohne Booster nach neun Monaten ablaufen

Denn: Ohne Booster sind EU-Impfzertifikate künftig spätestens neun Monate nach der Grundimmunisierung ungültig. Die Entscheidung tritt am 1. Februar in Kraft, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Berücksichtigt für die Entscheidung wurden die Leitlinien des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) für den Booster nach sechs Monaten.

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Danach sollten die Menschen einen dreimonatigen Puffer haben, um sich die Auffrischung zu besorgen. „So werden Auffrischungsimpfungen spätestens sechs Monate nach der vollständigen Impfung empfohlen und die Bescheinigung wird darüber hinaus noch drei Monate lang gültig sein“, hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem Brüsseler EU-Gipfel erklärt.

Das digitale Impfzertifikat wird in 51 Ländern auf fünf Kontinenten anerkannt, und einige sind bereits vorgeprescht.

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Booster-Impfung: Frankreich, Österreich, Griechenland und Italien machen Druck

In Frankreich können sich alle Erwachsenen ab 18 Jahren boostern lassen, und zwar bereits ab fünf Monaten nach der Erstimmunisierung. Die Auffrischung wird seit dem 15. Januar für Erwachsene sogar nach sieben Monaten Pflicht, um den Status „geimpft“ zu behalten, teilt die französische Regierung mit. Seit dem 15. Dezember gilt dies bereits für Menschen über 65 Jahren.

Um quarantänefrei nach Österreich reisen zu können, brauchen Reisende entweder eine Booster-Impfung oder müssen zusätzlich zum 2G-Nachweis auch noch einen negativen PCR-Test vorweisen. Liegt bei Einreise weder eine Auffrischungsimpfung noch ein negatives PCR-Testergebnis vor, ist eine elektronische Registrierung vorzunehmen und unverzüglich eine zehntägige Quarantäne anzutreten. Ein Freitesten ist frühestens ab Tag fünf mit einem PCR-Test möglich.

Impfnachweise sind in Österreich ohne Booster nur 270 Tage lang nach der zweiten Impfung gültig. Geimpfte, die (einmal) Johnson & Johnson erhalten haben, müssen ab 3. Januar generell eine Auffrischungs­impfung nachweisen. Demnächst soll der Gültigkeits­zeitraum noch einmal verkürzt werden: Ab dem 1. Februar verliert der „Grüne Pass“ ohne dritte Booster-Impfung bereits nach sechs Monaten seine Gültigkeit.

Auch Griechenland macht Druck, vor allem aber den älteren Menschen: In dem Land müssen sich alle über 60 die Auffrischungs­impfung spätestes sieben Monate nach der vorherigen Dosis verabreichen lassen – sonst verfallen ihre Impfzertifikate. Ab dem 1. Februar gilt die Regel für alle Erwachsene.

Ab dem 1. Februar verkürzt Italien die Gültigkeit von Impfzertifikaten drastisch. Statt der bisher neun Monate, gilt der Corona-Nachweis nur noch sechs Monate für vollständig Geimpfte. Ohne Booster gelten dann Reisende mit einer Impfung, die länger als sechs Monate her ist, als Ungeimpfte.

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Tschechien orientiert sich an der EU: Impfzertifikate sind seit dem 1. Januar 2022 nur noch neun Monate nach der zweiten Impfdosis gültig. Danach haben Reisende wieder den Status ungeimpft, insofern sie keine Boosterimpfung haben.

Bulgarien verkürzt die Gültigkeit des Impfzertifikats ebenfalls. Ab dem 15. Februar sind Impfnachweise ohne Booster nur noch sechs Monate gültig. Impfzertifikate, die dann auslaufen, können nur mit einer Auffrischungsimpfung verlängert werden. Vom Leiter des Büros des bulgarischen Premierministers heißt es dazu: „Es ist der Impfstoff, der den Schutz gewährleistet, und nicht die Genesung von der Krankheit“.

Lettland hat hingegen die Gültigkeitsdauer von Impfzertifikaten für Einzelimpfstoffe wie Johnson & Johnson auf fünf Monate festgelegt. Für Zweidosen-Impfstoffe wie Pfizer beträgt die Gültigkeit von COVID-19-Impfzertifikaten jedoch neun Monate. Diese Regelung gilt seit dem 15. Januar.

Äußerst strikt regelt Montenegro den Impfschutz: Maximal sechs Monate sind Zweitimpfung und Genesung gültig, danach haben Menschen ohne Boosterimpfung wieder den Status ungeimpft. Das teilte das Auswärtige Amt auf seiner Website mit.

Israel ist Vorreiter in Sachen Auffrischungsimpfungen und denkt bereits über den vierten Piks für Israelis nach. Wer nach Israel einreisen will, kann das nur mit einem „Grünen Pass“ tun – und der gilt nur bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung. Das ist für Deutsche allerdings derzeit ohnehin irrelevant: Aufgrund der neuen Omikron-Virusvariante hat Israel vorübergehend seine Grenzen für Ausländerinnen und Ausländer geschlossen.

Auch die Schweiz plant die Gültigkeit des Impfzertifikats auf 270 Tage zu verkürzen. Derzeit liege ein Antrag des Schweizer Bundesrats diesbezüglich den Schweizer Gesundheitsbehörden vor. Die Entscheidung, die Gültigkeit dieser Zertifikate durch die EU-Kommission zu verkürzen, basiere auf Leitlinien des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), wonach der anfängliche COVID-19-Impfschutz nach sechs Monaten zu schwinden beginnt.

RND/gei/msk

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