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Urlaub in Spanien: Keine Sorge, das ist die fünfte Welle

  • Die Sommerferien starten – und die Lieblingsinsel der Deutschen füllt sich.
  • Gleichzeitig steigen auf Mallorca die Infektionszahlen, und der Ansturm britischer Reisender bereitet so manchem Sorge.
  • Zu Recht? Ein Blick auf die Situation auf der Baleareninsel.
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„Halb Deutschland will auf die Insel“, schreibt die „Mallorca Zeitung“ am Donnerstagabend. Die Insel: Das ist natürlich Mallorca, einen Katzensprung von Deutschland entfernt. Die Lufthansa schickt jetzt sogar von Frankfurt Jumbojets und von München die großen A350 dorthin. Ob die Euphorie in den Sommermonaten anhält, wird sich zeigen.

Aktuell bereiten die Massenansteckungen unter spanischen Schülerinnen und Schülern während ihrer Abschlussfahrten sowie der erwartete Ansturm der Briten auf die Baleareninsel manch potenziellem Urlaubenden aus Deutschland Sorge. Am Wochenende werden auf Mallorca rund 270 Flüge aus Großbritannien erwartet, berichtet die „Mallorca Zeitung“. Das Land gilt als Virusvariantengebiet. Spanien hatte zuletzt die Einreisebedingungen für britische Reisende verschärft: Sie müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test vorlegen.

Reiselust überwiegt die Reisebedenken

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Insgesamt überwiegt die Reiselust aber die Reisebedenken. Ganz zu Recht wahrscheinlich, wenn man folgende Aussage von Balearenpräsidentin Francina Armengol hört: „In unseren Krankenhäusern herrscht Ruhe.“ Sie gehörte monatelang zu den ausgesprochen vorsichtigen Regionalpolitikern Spaniens, die Beschränkungen waren hier lange Zeit schärfer als im Rest des Landes.

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Aber jetzt sei es mal gut, findet Armengol. Die Ansteckung junger Leute sorge zurzeit – auf den Balearen und in ganz Spanien – für eine steigende Inzidenz. „Sind deswegen die Krankenhäuser überfüllt?“, fragte sich die sozialistische Regionalpräsidentin am Donnerstag. „Nicht im geringsten.“

Balearen: Steiler Anstieg der Infektionen

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Ein Blick auf die Zahlen der vergangenen zwei Wochen bestätigt ihren Eindruck: Die gesamtspanische Sieben-Tage-Inzidenz ist seit ihrem Tiefststand am Montag vergangener Woche bis zu diesem Donnerstag von 42,13 auf 82,35 geklettert, die der Balearen von 19,8 auf 80,75. Das ist keine schöne Entwicklung. Wer die Pandemiewellen an der Inzidenz bemisst, stellt fest: Spanien erlebt gerade den Beginn der fünften Welle. Weil sich in den vergangenen zwei Wochen aber vor allem junge Leute angesteckt haben, denen das Virus gewöhnlich weniger antut als älteren, leeren sich zugleich die spanischen Krankenhäuser von Covid-Patienten.

Am vergangenen Wochenende gab es einen kleinen Hügel, aber die Tendenz ist so weit eindeutig: Am Freitag vor zwei Wochen lagen noch 2856 Covid-Patienten in einem Krankenhausbett, 793 davon auf der Intensivstation. Am vergangenen Donnerstag waren es 2357 Patienten, davon 584 in der Intensivpflege: Somit sind gut 1,9 Prozent sämtlicher Betten und knapp 6,4 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Spaniens Gesundheitssystem ist sehr weit weg vom Kollaps, so wie das Land ihn im Frühjahr vergangenen Jahres erlebte.

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Auf Mallorca normalisiert sich das Leben wegen der guten Entwicklung der Pandemielage immer mehr.  © dpa

Die Tendenz kann sich natürlich wieder ändern – und wird es wahrscheinlich auch: wegen der Reiselust der Europäer, wegen der Feierlust der Jungen und wegen der Ausbreitung der Delta-Variante, die nach den letzten verfügbaren Zahlen des spanischen Gesundheitsministeriums landesweit in der ersten Juniwoche 2,7 Prozent der Fälle ausmachte, seitdem aber sicher deutlich zugelegt hat, so wie im Rest der Welt.

Nun sind aber zugleich 37,9 Prozent der Spanier komplett geimpft und weitere 16,1 Prozent mindestens einmal, während die Impfkampagne zugleich zügig voranschreitet – nach bösen Anlaufschwierigkeiten zu Beginn des Jahres. Unter den Älteren sind nur die 60- bis 69-Jährigen noch nicht vollständig durchgeimpft, weil sie zwar früh eine erste Astrazeneca-Dosis erhielten, auf die zweite jedoch verhältnismäßig lange warten müssen.

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Aus all diesen Gründen will die Balearenregierung auch trotz der steil ansteigenden Infektionszahlen keine neuen Restriktionen verhängen. Und deswegen könne man auch sorglos weiterhin Touristinnen und Touristen empfangen.

Niemand kann in die Zukunft schauen. Aber zurzeit sieht es ganz danach aus, als ob die Deutschen in diesem Jahr in Spanien – mit derselben Vorsicht wie zu Hause – recht entspannt Urlaub machen könnten.

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