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Griechenland im Reisefieber: Große Pläne für die Sommersaison 2022

Sonnenbaden auf Rhodos: Griechenland dürfte auch im Sommer 2022 mit das gefragteste Reiseziel im Ausland sein.

Sonnenbaden auf Rhodos: Griechenland dürfte auch im Sommer 2022 mit das gefragteste Reiseziel im Ausland sein.

Athen. „Ein Schiff wird kommen“ sang Melina Merkouri 1960 als „Mädchen von Piräus“ in dem Film „Sonntags nie“. In diesem Jahr ist das erste Schiff bereits gekommen, früher als je zuvor: Anfang Februar machte die „Viking Sky“ der Kreuzfahrtreederei Viking Cruises im nordgriechischen Thessaloniki fest. An Bord waren vor allem Urlauberinnen und Urlauber aus den USA und Großbritannien.

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2020 erlebte die griechische Tourismusbranche infolge der Corona-Pandemie den schwersten Rückschlag ihrer Geschichte: Die Gästezahlen und die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr brachen gegenüber dem Vorjahr um 75 Prozent ein. Das war bitter für die Wirtschaft des Landes, denn der Tourismus trägt in guten Jahren mehr als 20 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und sichert jeden fünften Arbeitsplatz.

Deutsche Reisende im Griechenland-Fieber

Jetzt will die Branche das Kapitel Corona endgültig abhaken. Bereits 2021 setzte wieder ein regelrechter Hellas-Boom ein. Griechenland war in Europa eine der gefragtesten Tourismus-Destinationen. Die Besucherzahlen verdoppelten sich gegenüber dem Krisenjahr 2020. Größte Urlaubernation waren die Deutschen, gefolgt von Briten und Franzosen. Einige besonders beliebte Inselziele wie Mykonos und Santorin verzeichneten im vergangenen August sogar mehr Besucher als im bisherigen Spitzenjahr 2019.

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Noch stärker als die Urlauberzahlen stiegen im vergangenen Jahr die Tourismuseinnahmen. Rechnete die Branche ursprünglich mit 6 bis 8 Milliarden Euro, waren es nach vorläufigen Berechnungen um die 11 Milliarden. Das zeigt: Die Besucherinnen und Besucher geben mehr aus. Nach der Corona-Zwangspause gönnen sich viele einen längeren und teureren Urlaub. Das bestätigen auch die Daten des Reiseveranstalters Tui. Dort liegen die Durchschnittspreise für eine gebuchte Reise jetzt 22 Prozent über dem Vorjahreswert.

Für dieses Jahr erwartet die griechische Tourismusbranche erneut ein starkes Plus. Dazu soll auch die zeitliche Ausdehnung der Saison beitragen. Startete das Land im vergangenen Jahr erst Mitte Mai, geht es jetzt bereits am 1. März los. Vor allem bei den Kreuzfahrten zeichnet sich ein Comeback ab. In Piräus, Griechenlands größtem Hafen, haben die Kreuzfahrtreedereien für dieses Jahr 763 Ankünfte angemeldet, 141 mehr als 2019. Auch die Häfen von Heraklion auf Kreta und Korfu werden 2022 häufiger angelaufen als vor der Pandemie.

Im Flugtourismus stehen die Zeichen ebenfalls auf Wachstum. Der Billigflieger Easyjet will in diesem Jahr zwischen Großbritannien und Griechenland 1,6 Millionen Sitze anbieten, 500.000 mehr als im Vorkrisenjahr 2019. Bei Bedarf könnte die Airline sogar zwei Millionen Sitze bereitstellen, berichtete Griechenlands Tourismusminister Vassilis Kikilias nach Gesprächen mit Easyjet-CEO Johan Lundgren.

Griechenland steht zurzeit hoch im Kurs. Reisebüro-Kunden hoffen, dass im Sommer oder im Herbst das Reisen dorthin problemlos möglich ist und buchen jetzt ihren Aufenthalt.

Griechenland steht zurzeit hoch im Kurs. Die Deutschen hoffen, dass im Sommer oder im Herbst das Reisen dorthin problemlos möglich ist und buchen jetzt ihren Aufenthalt.

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Ehrgeizige Ziele hat auch Europas größter Reiseveranstalter Tui. Das Unternehmen will in diesem Jahr drei Millionen Urlauber nach Griechenland bringen, kündigt Tui-Chef Fritz Joussen an. Das wären doppelt so viele wie 2021 und sogar mehr als im Rekordjahr 2019. Damals brachte TUI 2,8 Millionen Gäste nach Griechenland. Mancherorts werden die Kontingente für das Frühjahr und den Sommer bereits knapp. Besonders gefragt seien die Inseln Kreta, Rhodos, Korfu und Kos, heißt es bei dem Reiseveranstalter.

Nach Corona rückt Nachhaltigkeit in den Fokus

Die Klimadebatte geht auch an der griechischen Reisebranche nicht spurlos vorüber. Das Thema Nachhaltigkeit rückt immer stärker in den Fokus. Wie das in der Praxis aussehen kann, will man jetzt auf Rhodos untersuchen. Unter der Schirmherrschaft des griechischen Premiers Kyriakos Mitsotakis startet Tui in Zusammenarbeit mit der Verwaltungsregion Südliche Ägäis ein auf fünf Jahre angelegtes Pilotprojekt, das „Labor für nachhaltigen Tourismus der Zukunft“.

Die Liste der geplanten Projekte reicht von Aufforstungen, Natur- und Küstenschutz über erneuerbare Energien, e-Mobilität und berufliche Weiterbildung bis hin zur Bewahrung und Förderung des lokalen kulturellen Erbes. Rhodos soll damit „zu einem Modell für die Entwicklung nachhaltiger Tourismusdestinationen werden, dem die ganze Welt folgen kann“, sagt Tourismusminister Kikilias. Ein erstes Projekt zum Wasser-Management und Abfall-Recycling wurde bereits gestartet. Die Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro werden auch aus dem EU-Wiederaufbaufonds finanziert.

Das gilt aktuell für Reisen nach Griechenland

Griechenland will rechtzeitig zum Tourismusstart im März die meisten Corona-Beschränkungen aufheben. Geimpfte und Genesene werden dann fast keine Einschränkungen mehr haben, außer der Maskenpflicht in geschlossenen Räumen und öffentlichen Verkehrsmitteln. Geimpfte und Genesene dürfen seit dem 7. Februar wieder ohne zusätzlichen Test einreisen. Die Impfzertifikate verlieren allerdings 270 Tage nach der zweiten Dosis ihre Gültigkeit, wenn man nicht geboostert ist.

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Die Genesungs-Nachweise sind 180 Tage gültig. Ungeimpfte müssen bei der Einreise einen negativen PCR-Test (maximal 72 Stunden) oder einen Antigenschnelltest (maximal 24 Stunden) vorlegen. Alle Besucherinnen und Besucher müssen spätestens am Abreisetag eine Onlineanmeldung, das sogenannte Personal Locator Form (PLF), auf der Internetseite travel.gov.gr ausfüllen. Sie wird schon beim Abflug nach Griechenland von den Fluggesellschaften kontrolliert.

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