Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Dehoga-Umfrage

Preise für Energie und Lebensmittel steigen: Wie teuer wird der Urlaub im Hotel?

In Timmendorfer Strand bevölkern Besucher Ende Juni den Strand der Ostsee. Für alle Übernachtungsgäste soll es einen Platz am Wasser geben.

In Timmendorfer Strand sind Reisende am Ostseestrand unterwegs (Archivfoto). Die Hotelbranche rechnet mit steigenden Preisen.

Aufgrund von Reisebeschränkungen sowie der Absage von Messen und Kongressen mussten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes 2021 Umsatzverluste in Höhe von 45 Prozent gegenüber 2019 hinnehmen. „Die Zahlen verdeutlichen die dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie“, sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Lockerungen der Reisebeschränkungen hatten bei vielen Hoteliers und Gastronomen Hoffnung auf eine Normalisierung der Umsatzzahlen in 2022 geweckt. Nun aber trübt sich die Stimmung laut einer neuen Umfrage des Dehoga-Bundesverbandes erneut massiv ein. Als größte aktuelle Belastung für ihr Geschäft nannten rund 85 Prozent der befragten Betreiber die steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel. Die Corona-Krise liegt auf der Sorgenrangliste inzwischen auf Platz drei (68 Prozent). „Mit Blick auf die stark steigenden Energie- und Lebensmittelpreise und Personalkosten ist die Lage im Gastgewerbe weiterhin sehr angespannt. Die Kostensteigerungen treffen gerade unsere Branche extrem hart“, sagt Zöllick.

Strom, Gas und Energie werden teurer: So kann man im Alltag Geld sparen

Grundsätzlich hilft gegen die steigenden Energiepreise, seine Ausgaben zu kalkulieren und einen Überblick über die Fixkosten zu haben.

Zeitgleich sind die Auswirkungen der Corona-Krise noch nicht überwunden. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau liegt der Umsatzverlust bei Gaststätten und Hotels laut Umfrage im ersten Quartal 2022 bei knapp 35 Prozent. Im März machten Stadthotels dabei höhere Verluste (34,3 Prozent) als Ferienhotels (18,7 Prozent). Die größten Einbußen gibt es laut Umfrage bei Saalbetrieben (59,5 Prozent), gefolgt von Eventcaterern (55,6 Prozent) sowie Clubs und Diskotheken (50,4 Prozent).

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Höhere Kosten werden an Reisende weitergegeben

Die Folgen werden künftig auch Touristinnen und Touristen zu spüren bekommen. Laut einer eigenen Umfrage des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern sieht sich die Mehrheit von 300 befragten Unternehmen gezwungen, die höheren Kosten an Kunden weiterzugeben. „Die Preissteigerungen etwa bei Lebensmitteln, Energie und Treibstoff können Unternehmen nur schwer verkraften“, so Verbandsgeschäftsführer Tobias Woitendorf. Ein weiteres Problem sei die Personalnot. Mehr als die Hälfte aller Betriebe sei von Ausfällen betroffen. „Die Personalsituation ist vor dem Saisonstart so angespannt wie noch nie.“

Hotelier und Gastronom Lars Schwarz, Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern, bereitet der Ausblick auf 2022 Kopfzerbrechen. „Die Besorgnis über die steigenden Energiepreise ist massiv. Gerade Hotels sind mit ihren vielen Zimmern, Pools und Saunen sehr energieintensiv. Auch die Preise für Lebensmittel und Getränke sind enorm gestiegen, teils um 30 bis 50 Prozent. Dazu kommen in Kürze höhere Tariflöhne für das Personal und neue Vorgaben für Kassensysteme und Mehrwegverpackungen. Es wird also wieder ein sehr herausforderndes Jahr für uns.“

Auch der Hotel- und Gaststättenverband in Bayern erwartet Preissteigerungen. „Viele Betriebe werden ihre Preise neu kalkulieren müssen“, so Verbandssprecher Frank-Ulrich John. Aufgrund des Wegfalls der meisten Corona-Auflagen sei die Buchungslage im Frühjahr zwar besser als im Vorjahr. Doch die steigenden Kosten bedrohten die Gewinne. „Das Heizen der Zimmer und der Betrieb der Küchen machen einen großen Teil der Ausgaben aus. Dazu kommen steigende Tariflöhne und dass viele Betriebe noch Zinsen und Tilgung der Corona-Kredite abbezahlen müssen.“

Wie stark steigen die Preise?

Wie genau sich die steigenden Kosten auf die Übernachtungspreise in Deutschland auswirken werden, ist noch unklar. Die Branche hofft zunächst auf ein gutes Ostergeschäft. Schwarz: „Die Vorbuchungslage ist sehr unterschiedlich. Wegen der anhaltenden Unsicherheit, welche Regeln in den nächsten Wochen wo gelten werden, werden vor allem Unterkünfte mit günstigen Stornierungsbedingungen gebucht. Was davon letztlich tatsächlich bleibt, weiß man noch nicht.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von der Politik hätten sich viele Betriebe in der Corona-Krise im Stich gelassen gefühlt. „Zumindest jetzt brauchen wir wieder mehr Unterstützung, indem zum Beispiel die Mehrwertsteuersenkung für Speisen entfristet und auch auf Getränke ausgeweitet wird. Wir sind für jeden Hilfsansatz dankbar.“

RND/cc/dpa

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen