Urlaub im Herbst: Was Reisende beachten müssen

  • Mit dem Ende des Sommers nahen schon die nächsten Ferien und es wird Zeit, den Herbsturlaub zu planen.
  • Im Vergleich zu 2019 ist es oft günstiger geworden, beliebte Reiseziele zu erreichen.
  • Vor Ort bestehen aber teilweise noch Einschränkungen, die vor allem für Nichtgeimpfte unangenehm werden können.
Miriam Keilbach
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Der Sommer in Deutschland neigt sich dem Ende zu und damit beginnt für einige schon die Zeit, den Herbsturlaub zu planen. Doch welche Regeln gelten eigentlich in beliebten Herbst-Urlaubszielen? Und wo lassen sich noch Schnäppchen finden, um die letzten warmen Sonnenstrahlen einzufangen? Das verrät dieser Überblick.

Vorweg: Wer noch wirkliche Schnäppchen sucht, sollte sich beeilen. Und: Wer nicht vollständig geimpft oder in den letzten sechs Monaten genesen ist, sollte bei einer Auslandsreise bedenken, dass ein Corona-Test notwendig ist.

Urlaub in Deutschland im Herbst

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Vor allem innerhalb Deutschlands ist der Urlaub im Herbst nach wie vor beliebt. Im vergangenen Monat nahm das Suchvolumen zu Deutschlandreisen laut der Suchmaschine „Swoodoo“ um 192 Prozent zu. Die Buchungsplattform „Home To Go“ gibt an, dass 55 Prozent aller Buchungen im Herbst für Unterkünfte in Deutschland seien. Vor allem in beliebten Reisezielen innerhalb des Landes, wozu Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Bayern zählen, sind nur noch 15 bis 35 Prozent der Unterkünfte verfügbar, heißt es von der Buchungsplattform „Fewo-Direkt“. Wo es noch Unterkünfte gibt, verraten wir in dieser Übersicht.

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Bezüglich der Corona-Regeln müssen Reisende immer noch darauf achten, in welchem Bundesland sie innerhalb Deutschlands Urlaub machen. Denn die Einschränkungen werden über die jeweiligen Landesverordnungen geregelt, Landkreise und Städte können zudem auch eigene Regeln aufstellen. Generell müssen sich Reisende darauf einstellen, dass weiterhin in Innenräumen eine Maskenpflicht gilt, insofern man nicht auf dem eigenen Platz sitzt. Auch die Abstandsregelungen bleiben erhalten. Zudem wurde deutschlandweit die 3-G-Regel eingeführt, der Zugang zu beispielsweise Hotels ist nur noch getestet, genesen oder geimpft erlaubt.

Wer in den vergangenen sechs Monaten genesen oder vollständig gegen Corona geimpft ist, muss mit wenigen Einschränkungen rechnen: Besuche in Restaurants, im Kino oder auf Konzerten sind mit dem digitalen Impfpass möglich. Zudem werden Geimpfte und Genesene bei privaten Zusammenkünften nicht gezählt, sie können sich also in beliebiger Gruppengröße drinnen wie draußen treffen. Nächtliche Ausgangssperren, die es in Deutschland lokal gibt und gab, gelten für Geimpfte und Genesene ebenfalls nicht.

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich hingegen auf zahlreiche Corona-Tests einstellen. Dabei sollten Urlaubende beachten: Die kostenlosen Bürgertests in Deutschland gibt es nur noch bis zum 11. Oktober, danach muss jede und jeder für den Antigen-Schnelltest selbst zahlen. Außerdem können Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, auch von Veranstaltungen ausgeschlossen werden: In Hamburg beispielsweise wird derzeit das 2-G-Modell getestet, Betreiber und Veranstalter können entscheiden, ob sie nur noch Geimpfte und Genese reinlassen.

Urlaub in Italien in den Herbstferien

Italien ist im September und Oktober beliebt bei deutschen Reisenden, wie eine Auswertung der Flugsuchmaschine „Skyscanner“ ergab. Es liegt aber hinter Spanien, Dänemark, Griechenland und der Türkei – obwohl Italien kein Risikogebiet mehr ist und deutsche Urlauberinnen und Urlauber nach der Rückkehr nicht in Quarantäne müssen. Und obwohl Flüge nach Italien in diesem Jahr 5 Prozent günstiger als noch 2019 sind.

Allerdings ist Italien-Urlaub für Menschen, die nicht genesen oder vollständig geimpft sind, mit einigen Hürden verbunden. Zunächst einmal ist die Einreise dann nur mit einem negativen Corona-Test möglich. Im Land musst du dich auf zahlreiche kostenpflichtige Tests (20 bis 50 Euro für einen Antigen-Schnelltest; an Bahnhöfen gibt es auch kostenlose Testzentren) einstellen: Italien hat nämlich bereits Anfang August den sogenannten Grünen Pass eingeführt. Demnach benötigen Reisende das digitale Covid-Zertifikat der EU und müssen darin nachweisen, dass sie getestet, geimpft oder genesen sind. Museen, Innenräume von Restaurants, Thermen, Schwimmbäder, Vergnügungsparks und auch Veranstaltungen im Freien dürfen nur gegen Vorlage des Grünen Passes besucht werden. Auch für Fernbusse, Fernzüge, Fähren und Inlandsflüge wird der Grüne Pass benötigt.

Die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen gilt genau wie das Abstandsgebot weiterhin. An Stränden können sich Urlaubende weitestgehend frei bewegen, einige können allerdings eine Anmeldung verlangen. Zwischen den Liegen und Handtüchern müssen 1,50 Meter Abstand eingehalten werden.

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Impfen, Tests, neue Regeln: Ringen um Corona-Strategie im Herbst
2:18 min
Mehr Schwung für die Impfungen, ein baldiges Ende kostenloser Tests für alle, mögliche neue Warnkriterien für die Corona-Lage.  © dpa

Urlaub in Spanien im Herbst

Je nach Buchungsplattform liegt Spanien bei den beliebtesten Urlaubszielen auf den Plätzen zwei oder drei. Bei „Swoodoo“ beziehen sich 7 Prozent der Suchanfragen auf Spanien, was Rang drei ausmacht. „Home To Go“ meldet ebenfalls rund 6,4 Prozent Buchungsanfragen für Spanien in den Herbstferien. Bei „Skyscanner“ schafft es Spanien auf Platz zwei. Der Herbsturlaub scheint genau richtig zu kommen, immerhin wurde Spanien gerade erst von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen. Auch Ungeimpfte und jene, die nicht genesen sind, können nun urlauben, ohne nach der Rückkehr in Quarantäne zu müssen. Allerdings hat Spanien Deutschland zum Risikogebiet erklärt, Reisende benötigen neben Impf-, Genesenen- oder Testnachweis auch einen QR-Code, der nach einer Onlineanmeldung zugestellt wird.

Das könnte auch daran liegen, dass der Spanien-Urlaub aktuell günstig zu haben ist. Laut „Skyscanner“ ist es in diesem September bis zu 44 Prozent billiger von Deutschland nach Spanien zu fliegen als im September 2019. Im August und September liegt der Durchschnittspreis für Hin- und Rückflug bei 106 Euro, 2019 waren es noch 192 Euro. Reisende, die auf die beliebte Ferieninsel Mallorca wollen, sparen nur rund 26 Prozent, trotzdem ist Palma de Mallorca der beliebteste Zielflughafen der Deutschen.

Landesweit einheitliche Corona-Regeln gibt es in Spanien nicht viele. Dazu zählen lediglich Abstandsregeln (1,5 Meter zu haushaltsfremden Personen) und eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen. Ansonsten können alle 18 Regionen ihre eigenen Regeln machen, etwa was die Schließzeiten von Restaurants und Lokalen angeht. Die Strände sind grundsätzlich geöffnet, zwischen Liegen und Handtüchern sollte 1,50 Meter Platz sein. Hotels informieren über Regeln Pool, Buffet und Strand.

Urlaub in der Türkei in den Herbstferien

Die Türkei steht bei Reisenden im September und Oktober ganz hoch im Kurs. „Die Türkei ist traditionell ein sehr beliebtes Ziel bei deutschen Reisenden. Viele von ihnen zieht es nun nach vielen Monaten, in denen sie populäre Ziele wie Istanbul und Antalya nicht besuchen konnten, dorthin zurück“, sagt Friederike Burge von der Plattform „Skyscanner“.

Viele Urlaubenden freuen sich wohl, dass die Türkei bereits angekündigt hat, die Urlaubssaison auszudehnen. Zudem seien Flüge derzeit günstig: Im Vergleich zu 2019 bezahlen Reisende 13 Prozent weniger, meldet „Skyscanner“. Die Buchungsanfragen steigen, obwohl das Land aktuell noch als Hochrisikogebiet gelistet ist – wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nach der Rückkehr auch bei negativem Corona-Test mindestens fünf Tage in Quarantäne.

Einreisen in die Türkei darf nur, wer sich zuvor online registriert hat und einen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorweisen kann. Im Land selbst hingegen haben Reisende viele Freiheiten, viele Corona-Beschränkungen wurden inzwischen aufgehoben. Allerdings gilt nach wie vor eine Maskenpflicht, auch im öffentlichen Raum. Drei Schritte Abstand sollen zu haushaltsfremden Personen eingehalten werden.

Urlaub in Dänemark im Herbst

Dänemark steht bei Last-Minute-Reisenden derzeit hoch im Kurs. Auf der Buchungsplattform „Swoodoo“ belegt Dänemark den zweiten Platz hinter Deutschland, 12 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer suchten für Herbst nach Unterkünften in unserem nordischen Nachbarland. Auch bei „Home To Go“ gehört Dänemark zu den beliebtesten Reisezielen.

Das liegt nicht nur daran, dass Dänemark traumhafte Küstenorte, tolle Strände und jede Menge neue Attraktionen hat, sondern auch daran, dass das skandinavische Land am 10. September alle Corona-Einschränkungen aufhebt. Schon jetzt ist die Maskenpflicht aufgehoben, es gibt auch keine Personenbegrenzung mehr bei Zusammenkünften. Bis zum 10. September soll es auch überflüssig werden, den digitalen Corona-Pass vorzuweisen, mit dem sich Reisende als genesen, geimpft oder getestet ausweisen. Deutsche Reisende, die nach Dänemark in den Urlaub fahren, benötigen zur Einreise aber einen Nachweis über Impfung, Genesung oder einen negativen Corona-Test.

Urlaub in Griechenland im Herbst

Wer im Herbst nach Griechenland reisen will, kann das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Aktuell kosten Flugtickets 31 Prozent weniger als im Herbst 2019, wie „Skyscanner“ berichtet. Nicht nur deshalb ist Griechenland eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen im Herbst – immerhin ist das Wetter im Herbst auch häufig warm, sonnig und mild, das Baden im Meer ist vielerorts noch möglich.

Wer ungeimpft und nicht genesen ist, muss in Griechenland aber mit einigen Einschränkungen rechnen, denn die griechische Regierung erhöht den Druck auf Impfverweigerinnen und Impfverweigerer. So soll in der Innengastronomie, in Sportstadien und Sporthallen ab 13. September 2-G gelten: Zutritt nur noch für Geimpfte und Genesene. Aktuell können Restaurantbetreiber und Veranstalter noch wählen, ob sie mit eingeschränkter Kapazität für Geimpfte, Genesene und Getestete öffnen, oder ob sie die volle Kapazität ausnutzen, aber Ungeimpfte ausschließen.

Wer an Inselhopping gedacht hat, muss ebenfalls aufpassen: Inlandsflüge und Fährüberfahrten sind nur mit 3-G-Nachweis möglich. Auch der Besuch von Theatern, Kinos und Museen soll ab 13. September nur noch mit einem Test-, Impf- oder Genesenennachweis möglich sein. Generell gilt in Griechenland zudem in Innenräumen eine Maskenpflicht, dazu zählen auch öffentliche Verkehrsmittel und Taxis.

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Urlaub in Portugal

Portugal zählte im Frühsommer noch zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, doch offenbar hat das Image des Landes auf der iberischen Halbinsel unter dem Ausbruch der Delta-Variante gelitten. Denn plötzlich schossen Mitte Juni die Infektionszahlen in die Höhe, Portugal wurde von Deutschland sogar zum Virusvariantengebiet erklärt. Von diesem Schock hat sich der Tourismus im Land bisher noch nicht gänzlich erholt, bei vielen Deutschen gehört Portugal aktuell nicht zu den Favoriten bei der Reisezielwahl für Herbst.

Dabei hat sich die Lage in Portugal inzwischen etwas entspannt, nur noch die Algarve ist als Hochrisikogebiet eingestuft. Für alle anderen Regionen wurde die Reisewarnung inzwischen aufgehoben. Urlaubende, die nicht an der Algarve waren, können also mit Impf-, Test- oder Genesenennachweis zurück nach Deutschland reisen (dieser wird auch für die Einreise in Portugal benötigt) und auch Ungeimpfte müssen sich nicht in Quarantäne begeben. Allerdings gilt in Portugal nach wie vor eine Maskenpflicht, auch etwa beim Zugang zum Strand und im Freien, wenn ein Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Restaurants, Cafés und Bars dürfen freitags bis sonntags, jeweils ab 19 Uhr, nur Gäste und Gästinnen in den Innenbereich lassen, die getestet, genesen oder geimpft sind. Wer volle Strände vermeiden möchte, nutzt die App „Info Praia“, die in einem Ampelsystem zeigt, wie voll der gewünschte Strandabschnitt aktuell ist.

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