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Ehepaar nach Sylt-Urlaub mit Corona infiziert: Mehr als 300 Menschen in Quarantäne

Strandkörbe stehen auf der Strandpromenade von Wenningstedt auf Sylt in der Sonne. Zwei Reisende waren nach der Rückkehr zu Hause positiv auf Corona getestet worden.

Urlaub auf Sylt ist seit Anfang Mai im Rahmen eines Tourismusmodellprojektes wieder möglich – doch die Corona-Lage ist nach wie vor fragil. Das zeigt ein aktueller Fall: Weil zwei Urlauber nach ihrer Rückkehr von der Nordfriesischen Insel positiv auf das Virus getestet wurden, müssen mehr als 300 Menschen in Quarantäne.

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Nach Angaben des Kreises Nordfriesland hatte das Ehepaar um den 6. Mai herum Urlaub auf der Insel gemacht und dabei unter anderem vier Restaurants besucht, darüber berichtete zuerst die „Sylter Rundschau“. Nach ihrer Rückkehr hatten die beiden einen PCR-Test gemacht, der positiv ausgefallen war. Woher sie stammen, wollte der Kreis aus Datenschutzgründen nicht mitteilen.

Fest steht jedoch: Ihre Infektion hat Auswirkungen für Hunderte weitere Personen. Zunächst waren 261 Menschen in häusliche Isolation geschickt worden. Diese Zahl hat sich inzwischen auf 307 erhöht, die meisten Betroffenen seien Urlauber, teilte ein Kreissprecher am Donnerstag auf Anfrage des RedaktionsNetzwerkes Deutschland mit. Der Kreis hatte erst knapp eine Woche später von der Corona-Infektion erfahren. Er habe dann sofort damit begonnen, die Kontakte des Ehepaares nachzuverfolgen. Wie viele Menschen getestet wurden und wer bereits abgereist ist, konnte er nicht sagen.

Kreis Nordfriesland kündigt scharfe Kontrollen zu Pfingsten an

Der Kreis Nordfriesland kündigt für das Pfingstwochenende außerdem vermehrte Kontrollen in Gaststätten an. Grund dafür seien zuletzt vermehrt festgestellte „gravierende Verstöße von Gastronomen gegen die Corona-Bestimmungen“, teilt der Kreis mit. So seien Mindestabstände nicht eingehalten worden – statt maximal zwei sollen Menschen von bis zu acht Haushalten eng an den Tischen gesessen haben. Kellnerinnen und Kellner sollen keine Maske getragen haben, Sperrstunden sollen nicht eingehalten worden sein.

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„In Nordfriesland darf kein zweites Ischgl entstehen“, mahnt Landrat Florian Lorenzen. Er habe damit nicht nur Betreibende, sondern auch Gästinnen und Gäste im Blickfeld: „Niemand hat das Recht, Gastwirte und ihre Angestellten respektlos anzuschnauzen, wenn sie ihm den Einlass verwehren wollen. Der unverschämte Egoismus diverser Gäste hat wesentlich zu den unhaltbaren Zuständen beigetragen.“

Rund 20 Gastronomiebetriebe auf Sylt, auf Föhr und in St. Peter-Ording erhalten noch vor dem Pfingstwochenende Post vom Kreis Nordfriesland: In einer Ordnungsverfügung wird die Zahl der gleichzeitig anwesenden Gäste in den Gaststätten auf höchstens die Hälfte der Kapazität beschränkt. Gleiches gilt für die Bewirtung im Außenbereich.

Modellprojekt beendet

Das Modellprojekt Nordfriesland mit Sylt ist inzwischen beendet worden, da ganz Schleswig-Holstein am 17. Mai wieder für Urlauber geöffnet hat. Es gelten nun flächendeckend die von der Landesregierung beschlossenen Lockerungen im Tourismus. Es gilt eine Corona-Testpflicht vor der Anreise, danach müssen die Reisenden für die Beherbergung nur noch alle 72 Stunden zur Teststation.

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RND/gei

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