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Ost- und Nordsee: Buchungslage zu Ostern noch verhalten – Run auf Sommer?

  • Eigentlich sind die Osterferien für die Küstenorte die erste kleine Hochsaison.
  • Doch noch trübt der Lockdown die Reiselust. Bislang weiß niemand, wann Hotels wieder öffnen. Auch Gäste sind verunsichert.
  • Ein weiterer Trend gibt der Tourismusbranche in Niedersachsen aber dennoch Hoffnung.
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Lübeck. Während für den Sommer Unterkünfte an der Ostsee teil knapp werden, hält derzeit die unklare Entwicklung der Coronavirus-Pandemie viele Reisende noch davon ab, Osterurlaube zu buchen. Gut einen Monat vor Beginn der Osterferien ist die Buchungslage in vielen Ferienorten an der Ostseeküste und Nordseeküste verhalten. Es sei noch völlig offen, ob und wann die Beherbergungsbetriebe wieder öffnen dürften, sagte die Sprecherin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Manuela Schütze. Es gäbe für Schleswig-Holsteins Ferienorte aber zunehmend Anfragen, und einige beliebte Touristenorte seien bereits für das Frühjahr recht gut gebucht.

Auch in Lübeck und Travemünde sind nach Angaben der Marketinggesellschaft LTM für Ostern und Pfingsten noch viele Quartiere frei. Aber der Wunsch der Menschen zu vereisen sei da, sagte LTM-Sprecherin Doris Schütz.

„Sobald das Reisen wieder möglich sein sollte, erwarten wir einen Buchungsboom“, sagte Schütz. Aktuell seien die von der LTM vermittelten Quartiere zu Ostern in Lübeck zu rund 40 Prozent und in Travemünde zu rund 30 Prozent ausgelastet. Für Pfingsten lägen die Zahlen für Lübeck bei etwa 50 Prozent und für Travemünde bei rund 40 Prozent. „Bei den Buchungsanfragen besteht auf jeden Fall ein erhöhter Informationsbedarf zu den Stornobedingungen“, sagte Schütz.

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Betriebe arbeiten daran unter anderem Hygienestandards auszubauen

Nicht nur Urlauber, sondern auch Vermieter und Gastronomen an der Ostseeküste warteten auf ein Wiederanfahren des Tourismus. „Sie scharren sprichwörtlich mit den Hufen“, sagte Doris Wilmer-Huperz von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht. Bis dahin nutzten viele Betriebe die Zeit, um ihre bereits 2020 etablierten Hygienestandards auszubauen. „Dazu gehören zusätzliche Desinfektionsspender, Trennwände, Luftreiniger und sogar ein Ellenbogen-Türöffner, damit die Gäste künftig keine Türklinken mehr mit der Hand anfassen müssen“, sagte Wilmer-Huperz.

Eine wichtige Rolle wird nach Meinung der Tourismusverantwortlichen das Thema Besucherlenkung spielen. „Wir arbeiten daran, das 2020 entwickelte Instrument des ‚Strandtickers‘ zu erweitern“, sagte Wilmer-Huperz. Der „Strandticker“ zeigt in Echtzeit im Internet an, wo Strandabschnitte überlastet sind. Er soll vor allem auch Tagesausflügler an weniger überlaufene Abschnitte lotsen.

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Aus Sicht von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sind solche Betretungsverbote vertretbar, wenn dadurch an einzelnen Orten Überlastungen verhindert werden können. „Was wir dagegen nicht wollen, ist, den Tagestourismus landesweit zu reglementieren“, sagte er: „Wir wollen zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg keine Grenze errichten, die kaum zu kontrollieren sind.“

So ist die Buchungslage an Nordsee und Harz zu Ostern

Auch an der Nordseeküste, auf den Inseln und im Harz gehen zwar aktuell viele Anfragen ein, konkrete Buchungen für einen Osterurlaub bleiben aber noch aus, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den touristischen Marketinggesellschaften in Niedersachsen hervorgeht. Die Hoffnungen des Gastgewerbes richten sich dagegen auf den Sommer. Nach möglichen Lockerungen erwarten einzelne Urlaubsregionen sogar eine Nachfrage-Welle. Ein Überblick:

Inseln: „Für das Frühjahr sind die Buchungen noch sehr zurückhaltend”, teilte der Geschäftsführer der Marketingorganisation Ostfriesische Inseln, Göran Sell, auf Borkum mit. „Hier herrscht weiter große Unsicherheit, ob überhaupt gereist werden kann.” Ähnliche Einschätzungen sind auch von anderen Ostfriesischen Inseln zu hören, wie aus einer Umfrage der Marketinggesellschaft unter den Kurverwaltungen der Inseln hervorgeht. Borkum werde voraussichtlich mit einer schrittweisen Öffnung im Mai beginnen. Andere Inseln wie Juist, Norderney und Wangerooge bereiten sich demnach dagegen schon auf eine Öffnung zu Ostern vor.

Nordsee: Run auf Inseln im Sommer erwartet

Die Hoffnungen im Inseltourismus liegen vor allem auf dem Sommer. Denn nach einer möglichen Öffnung könnte ein „Run” auf Unterkünfte losgehen. Wangerooge etwa meldet für die Sommerferien bereits eine „sehr hohe Nachfrage”. Von Mitte Juli bis Mitte August sei kaum noch etwas zu bekommen, heißt es vom Verkehrsverein der Insel. „Für diesen Zeitraum haben die Gäste auch ein hohes Vertrauen in die Möglichkeit zu reisen”, sagte Sell, der auch Geschäftsführer des Nordseeheilbades Borkum ist.

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Küste: Auch an übrigen Nordseeküste würden sich Hotels, Herbergen und Ferienhausvermieter schon wieder über Gäste freuen: „Die Nachfrage nach Weite, dem sicheren Abenteuer und dem Urlaubsgefühl an der niedersächsischen Nordseeküste ist weiterhin ungebrochen”, sagte Jonas Hinrichs von der Marketinggesellschaft Die Nordsee. Zwar gebe es auch für Ostern zahlreiche Anfragen nach Unterkünften. Mit festen Buchungen seien die Gäste aber noch zurückhaltend und abwartend. „Wir rechnen damit, dass die Anfragewelle bei Lockerungen zunehmen wird”, sagte Hinrichs. Die Buchungen für den Sommer seien gut.

Nachfrage im Harz bereits für Sommer vorhanden

Harz: Schleppend ist auch die Buchungslage für Osterurlaube im Harz, wie der Tourismusverband für das höchste Mittelgebirge Deutschlands meldet. „Optimistischer scheinen die Gäste ab Mai zu sein”, sagte Sprecherin Christin Wohlgemuth. Von da an registrierten die Harzer Gastgeber bis in den Sommer deutlich mehr feste Buchungen. Vor allem zu Stornierungsregelungen und Umbuchungsmöglichkeiten gebe es häufig Nachfragen. Es zeige sich auch, dass Urlauber wohl genau die nächsten Bund-Länder-Gespräche im Blick hätten, wo mögliche Lockerungen für den Tourismus diskutiert werden sollen, sagte Wohlgemuth.

Jugendherbergen: Die Jugendherbergen im Nordwesten rechnen mit einer starken Nachfrage von Familien, sobald Reisen wieder möglich sind. „Wir sind mit einem umfangreichen Hygienekonzept und unseren Erfahrungen aus 2020 bestens auf Urlauber vorbereitet”, sagte Sprecherin Gesa Hauschild. Ob die Herbergen aber auch schnell öffnen, hängt mit vom Kerngeschäft Klassenfahrten ab, die wohl erst im zweiten Halbjahr wieder richtig anlaufen werden. Einzelne, auch von Individualgästen gutbesuchte Standorte etwa an der Küste wollen aber prüfen, ob sie schon eher ihre Türen aufmachen könnten.

RND/dpa

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