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Unwetter auf Kreta: Hagelberge, Restaurant eingestürzt, Flughafen dicht

  • Auf Kreta hat eine Reihe von Unwettern und Gewittern schwere Schäden angerichtet. Am schlimmsten betroffen ist der Urlaubsort Mália.
  • Hotels und Strandbars wurden verwüstet, teilweise sind Dächer zu Bruch gegangen und Tavernen eingestürzt.
  • Bis Donnerstag gelten weitere Unwetterwarnungen, der Flughafen Iraklio ist derzeit dicht.
Miriam Keilbach
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Heraklion. Am Montagabend speisten noch Gäste in der Taverna Potamos im Norden von Kreta, im Urlaubsort Mália, sie tranken Ouzo und genossen ihren Urlaub, während in Deutschland das Herbstwetter langsam ungemütlich wird. Doch am Dienstag ist dann quasi nichts mehr übrig von der Taverna Potamos: Aufnahmen von Urlaubern zeigen, dass das Gebäude durch die Unwetter in der Nacht teilweise eingestürzt ist: Das Dach wurde herausgerissen, Wände sind zusammengebrochen.

Seit den späten Abendstunden des Montags toben auf Kreta heftige Unwetter mit Sturm, Hagel und Überschwemmungen. Bilder aus Mália und den umliegenden Gemeinden Chersónissos, Gouves und Stalis zeigen Berge von Hagelkörnern und Eis an den Straßenrändern – sie mussten am Dienstagnachmittag mit Lastwagen abtransportiert werden. In zahlreichen Hotels sind nicht nur Zimmer und Foyers überflutet worden, Decken wurden auch so stark beschädigt, dass Wasser in die Zimmer lief. In einem Hotel ging die Glaskuppel zu Bruch, Glassplitter fielen in das Foyer der Anlage.

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Die Hagelkörner wurden mit Lastwagen abtransportiert.  @ Quelle: imago images/ANE Edition
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Stürme, Hagel, Gewitter und Regen an der gesamten Nordküste Kretas

Betroffen war die nahezu gesamte Nordküste, auch aus Chania, Rethymnon und Elounda werden starke Schäden gemeldet, in der Inselhauptstadt Iraklion liefen Keller voll Wasser. Der Flughafen Heraklion war am Mittwoch aufgrund der Unwetter für mehrere Stunden gesperrt, wie die Behörde für zivile Luftfahrt mitteilte.

Im Süden von Kreta hingegen blieb es oft nur bei Gewittern und Regen. Bis Donnerstagabend sind immer wieder Gewitter und Stürme angekündigt, dazu Starkregen, meldet das Portal „griechenland.net“. Ab Mittwochmittag gilt eine Unwetterwarnung, die vor allen den westlichen Teil der Insel sowie das Hochland betrifft, berichtet „Flashnews“.

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Hoteliers und Anwohner sprechen vom schlimmsten Unwetter aller Zeiten, berichten mehrere Reisende. Diana Gutschner ist gerade mit ihrem Mann im Urlaub auf der Insel. Sie musste ihre Pläne wetterbedingt ändern. „Anstatt am Strand zu liegen, haben wir uns jetzt ein Auto gemietet und fahren in den Süden“, sagt sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Im Star Beach Cherosonissos, wo das Paar untergebracht ist, sind starke Schäden entstanden, die Pools sind derzeit nicht nutzbar, weil sich zu viel Schlamm darin gesammelt hat. „Die Aufräumarbeiten laufen noch. Das Personal gibt sich unheimlich viel Mühe“, sagt Diana Gutschner.

Auch Mathis Neumann hatte Strandurlaub im Malia Allsun Hotel Carolina Mare eingeplant. „Hier im Hotel gibt es nicht wirklich etwas zu tun bei schlechtem Wetter“, sagte er dem RND. „Es regnet ja wirklich den ganzen Tag“. Morgen fährt er deshalb spontan in den Tierpark Cretaquarium, „und am Freitag wird es dann hoffentlich wieder besser“. Kreta steht derzeit bei Reisenden hoch im Kurs – Griechenland ist kein Risikogebiet, hat nur wenige Corona-Neuinfektionen und das Wetter ist um diese Jahreszeit normalerweise noch sehr gut – in der vergangenen Woche wurden vielerorts noch Werte um die 30 Grad gemessen.

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Unwetter vernichtet nahezu komplette Olivenernte

Für Urlauber kann das Unwetter noch Folgen haben, denn viele Mietwagen, die an der Straße oder auf offenen Parkplätzen standen, wurden zerstört, Scheiben gingen zu Bruch und die Hagelkörner drückten Dellen in die Karosserie. In Facebook-Gruppen tauschen sich Betroffene bereits bezüglich Versicherungsmeldungen aus.

Für die Menschen auf Kreta ist es nach der Corona-Pandemie die zweite Katastrophe in diesem Jahr. Nicht nur für die Tourismusbranche hat das Unwetter schlimme Schäden hinterlassen – viele Bauern stehen vor dem Aus. Auf Kreta und vor allem in der Region um Malia finden sich zahlreiche Olivenplantagen, teilweise verloren die Landwirte ihre gesamte Ernte. Auch Dutzende Gewächshäuser wurden zerstört.

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