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  • Trotz Corona: Skigebiete in Nachbarländern öffnen – was in Österreich, Schweiz und Co. gilt

Trotz Corona: Pisten­freude in den Gletscher­skigebieten

  • Die Zahl der Corona-Infektionen nimmt zu, dennoch haben in den Nachbarländern bereits erste Skigebiete geöffnet.
  • In Österreich haben nur noch Geimpfte und Genese Zugang zu den Pisten, in Italien und der Schweiz sind die Regeln lockerer.
  • Deutschland will am Freitag in die Skisaison starten.
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Neustift im Stubaital. Weiße Gipfel, blauer Himmel und im Sonnenlicht tanzende Schneekristalle: Für passionierte Wintersportlerinnen und -sportler ist das Gleiten durch frischen Schnee der Inbegriff von Freiheit. Erst recht nach der Zwangspause wegen Corona. „Bei meiner ersten Abfahrt hatte ich Freudentränen in den Augen“, erzählt ein Skifahrer, der Anfang November am Stubaier Gletscher in der Schlange am Lift steht. Dabei sieht der bullige Typ mit Skiclub­jacke gar nicht so aus, als wäre er nah am Wasser gebaut.

Der Stubaier Gletscher liegt oberhalb von Neustift im Stubaital und ist das größte Gletscher-Skigebiet in Österreich. Insgesamt 33 Pisten und 13 Freeride-Abfahrten bieten viel Abwechslung. Der Bau der Eisgrat-Gondelbahn im Jahr 2016 hat die Wartezeiten deutlich verkürzt. Derzeit gibt es kaum welche.

Österreich führt 2G-Regel in Skigebieten ein

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Auf dem Stubaier Gletscher werden die Corona-Maßnahmen konsequent umgesetzt, der Betrieb läuft reibungslos. In Skibussen und Gondeln herrschten bis vor wenigen Tagen noch FFP2-Maskenpflicht und die 3G-Regel. Damit in geschlossenen Räumen der Gondelbahngebäude kein Gedränge entsteht, wurden die Wartenden blockweise in die Räume gelassen.

Seit dem 15. November gilt in den österreichischen Skigebieten nun die 2G-Regel für alle ab zwölf Jahren – und zwar in den Gondeln und Restaurants. Dafür entfällt die Maskenpflicht. Die Kontrolle der Impf- oder Genesenen­nachweise erfolgt seitdem schon im Tal vor dem Zugang zur Gletscherbahn. Ungeimpfte haben nun keinen Zutritt mehr, auch nicht mit einem negativen Test.

Auf Après-Ski müssen Wintersportler noch warten

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Hat man Ski oder Snowboard erst angeschnallt, fühlt sich auf dem Gletscher alles an wie früher. Nur intensiver. Vielen geht es in diesem Herbst wie dem Skiclubmitglied aus Deutschland – Familien mit Kindern, ambitionierten Freizeitskifahrerinnen und –fahrern, Skilehrinnen und Skilehrern, die sich für die Saison vorbereiten, und den vielen Ski-Teams.

Après-Ski-Rummel gibt es dagegen nicht mehr. Auf den können echte Skisportlerinnen und Skisportler aber ohnehin verzichten. Dass der Skisport wegen der Après-Ski-Exzesse in Ischgl zu Beginn der Pandemie bei Epidemiologen und Politikern in Verruf geriet, hat Verbände und Vereine schwer getroffen. Man wünscht sich dort eine differenzierte Betrachtung.

Schweiz startet ohne 3G in die Skisaison – nur Maskenpflicht in der Gondel

Dass Skisport auch in Pandemie­zeiten möglich ist, hat die Schweiz schon in der vergangenen Saison vorgemacht. Deutschland schloss alle Skigebiete, Österreich fuhr seinen Wintertourismus weitgehend herunter – die Eidgenossen wedelten weiter.

In der Schweiz laufen die Lifte in den hoch gelegenen Skiorten längst schon, auch in diesem Winter – und das auf den Pisten ohne 3G-Regel (diese gilt nur in Restaurants) und mit Maskenpflicht nur in Warteräumen und Gondeln. Der Gletscher in Zermatt ist eines der wenigen verbliebenen Ganzjahresskigebiete in den Alpen. Mit Blick aufs Matterhorn wird im Wallis schon seit Monaten Ski gefahren. Auch der Titlis-Gletscher in Engelberg in der Zentralschweiz ist schon offen, ebenso wie die Diavolezza bei St. Moritz im Kanton Graubünden sowie Glacier 3000 im Genfersee-Gebiet.

Skifahrende finden in Österreich viel Abwechslung

In Italien ist der Schnalstaler Gletscher in Südtirol geöffnet, ebenso der Presena-Gletscher am Passo Tonale. Ohne den Green Pass geht in Italien allerdings nichts mehr, hierüber muss nachgewiesen werden, dass man getestet, geimpft oder genesen ist. In Frankreich lockt der Skiverbund Tignes-Val d‘Isere mit ersten offenen Abfahrten – und noch ohne 3G-Nachweis.

Die größte Auswahl an schon geöffneten Skigebieten im Herbst bietet Österreich. Neben dem Stubaier Gletscher warten allein in Tirol vier weitere Gletscherskigebiete auf Skifahrende, Snowboarderinnen und Snowboarder: Sölden, Pitztal, Kühtai und Hintertux. Zusammen präsentieren sie sich als die fünf Tiroler Gletscher, für die es sogar einen gemeinsamen Skipass gibt, mit dem man alle fünf befahren kann.

In Kärnten kommt der Mölltaler Gletscher hinzu, im Salzburger Land das Kitzsteinhorn oberhalb von Kaprun bei Zell am See.

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Skigebiet an der Zugspitze soll am 19. November öffnen

In Deutschland ist die Öffnung des höchstgelegenen Skigebiets des Landes auf der Zugspitze für den 19. November geplant. Rund zwei Wochen später startet Garmisch-Partenkirchen, sofern Schnee- und Wetterlage dies zulassen. Das größte Skigebiet der Bundesrepublik, Oberstdorf, will am 3. Dezember die Skisaison eröffnen.

Wie sich bis dahin die Corona-Lage entwickelt und welche Auflagen womöglich noch erlassen werden, ist allerdings offen. Nach derzeitigem Stand gilt in Bayern in geschlossenen Liften die 2G-Regel, in offenen Skiliften hingegen müssen Wintersportlerinnen und Wintersportler weder einen negativen Test noch einen Impfnachweis vorlegen.

RND/dpa/msk

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