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Zum Schutz der Korallenriffe: Thailand verbannt herkömmliche Sonnencremes

  • In den Meeresschutz­gebieten vor Thailands Küste müssen Reisende künftig auf herkömmliche Sonnencremes verzichten.
  • Das Umwelt­ministerium hat sich dafür entschieden, mit Chemikalien versetzte Sonnencremes zu verbieten.
  • Damit will Thailand seine verbliebenen Korallenriffe schützen.
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Tauchen und schnorcheln sind zwei beliebte Aktivitäten in Thailand – das glasklare, warme Meerwasser und die vielen Korallenriffe bieten sich perfekt dafür an. Doch wie vielerorts haben auch die Korallenriffe in Thailand durch Tourismus großen Schaden genommen, der Strand Maya Bay auf der Insel Phi Phi Leh, einst durch den Hollywoodfilm „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio weltbekannt geworden, ist bereits seit drei Jahren geschlossen, weil die Korallen von den Touristen­massen zerstört wurden.

Nun geht Thailand den nächsten Schritt, um die Unterwasser­welt zu schützen, wie die BBC berichtet: Das Ministerium für Nationalparks, Wildlife und Pflanzenschutz hat verkündet, dass Sonnencremes, die chemische Stoffe enthalten, die für Korallenbleiche sorgen, Korallenlarven zerstören oder die Reproduktion von Korallen behindern, in den Meeres-Nationalparks verboten werden. Betroffen sind Sonnencremes, die Oxybenzon, Octinoxat, 4-Methylbenzylidenkampfer oder Butylparaben enthalten – Stoffe, die in herkömmlichen Sonnencremes normalerweise verwendet werden.

Touranbieter sollen Reisende für Korallensterben sensibilisieren

Ab wann das Verbot gilt, wurde noch nicht bekannt gegeben, allerdings, dass bei Verstoß eine Strafe von umgerechnet bis zu 2565 Euro droht, berichtet die „Bangkok Post“. Da bis zu 90 Prozent der Touristinnen und Touristen, die die Meeres­nationalparks in Thailand besuchen, über Touranbieter buchen würden, sollen vor allem diese nun für die Problematik sensibilisiert werden. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Marine-Nationalparks werden Touranbieter bitten, den Kundinnen und Kunden das Verbot bereits bei der Buchung zu erläutern“, sagte Damras Phoprasit, Direktor des Office of National Parks.

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Reisende sollten darauf hingewiesen werden, lieber Sonnenschutz auf Zinkoxidbasis zu verwenden. In Deutschland sind solche Produkte inzwischen auch in den gängigen Drogeriemärkten erhältlich. Wer dennoch die schädliche Variante mit zum Schnorcheln oder zum Tauchen bringt, bekommt sie beim Tourstart abgenommen, erhält die Lotion aber nach dem Trip zurück.

Palau, Hawaii, Karibik: Hier gelten bereits Verbote von herkömmlichen Sonnencremes

Jährlich landen rund 14.000 Tonnen Sonnencreme in den Meeren und greifen in die Ökosysteme ein, nur wenige Tropfen Sonnencreme können binnen Tagen zur Korallenbleiche führen. Allein am weltgrößten Korallenriff, dem Great Barrier Reef vor Australien, sind schon bis zu 50 Prozent der Korallen abgestorben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass in der Karibik seit den 1980er-Jahren 80 Prozent der Korallenriffe verschwunden sind. Einige Länder und Inseln haben deshalb bereits reagiert und jüngst Sonnencremes mit bestimmten Inhaltsstoffen verboten.

Als erstes Land hat der Inselstaat Palau im Pazifik herkömmliche Sonnencremes verboten. Bis zu 900 Euro Strafe kann es kosten, wenn Urlaubende mit der falschen Lotion erwischt werden. Auf den Jungferninseln muss seit März 2020 rifffreundliche Sonnencreme verwendet werden, der US-Bundesstaat Hawaii legte nach und untersagt seit dem 1. Januar 2021 den Verkauf von Sonnencremes mit Octinoxat und Oxybenzon. Sonnencremes mit diesen Inhaltsstoffen sind auch in Key West in Florida verboten. Die Karibikinseln Aruba und Bonaire haben ähnliche Pläne.

RND/msk

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