Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

Stornierungswelle statt Touristenansturm: Lübecker Bucht stoppt Modellprojekt

Timmendorfer Strand: Geschlossene Strandkörbe stehen auf dem fast menschenleeren Strand an der Ostsee.

Timmendorfer Strand: Geschlossene Strandkörbe stehen auf dem fast menschenleeren Strand an der Ostsee.

Ein Urlaub am Meer ist für viele Deutsche nach monatelangem Lockdown der große Traum – und in der inneren Lübecker Bucht sollte er eigentlich ab Montag möglich werden. Ferienwohnungen, Restaurants und andere Freizeiteinrichtungen sollten ab dem 26. April öffnen dürfen, Hotels ab dem 3. Mai folgen. Knapp 300 Betriebe wollten bei dem Modellprojekt der inneren Lübecker Bucht dabei sein und zeigen, wie Urlaub an der Ostsee trotz Pandemie sicher funktionieren kann. Doch daraus wird nichts: Das Projekt wurde am Mittwoch gestoppt, zum zweiten Mal.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Eigentlich hätte es bereits am 19. April losgehen sollen, doch wenige Tage vorher wurde der Start zunächst um eine Woche verschoben. Nun teilte der Kreis Ostholstein mit, dass die steigende Zahl an Corona-Infektionen eine erneute Verschiebung erfordere – diesmal auf unbestimmte Zeit. Die teilnehmenden Gemeinden Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt müssen nun zum wiederholten Male alle Gäste kontaktieren und Ferienwohnungen, Hotelzimmer sowie Tische in Restaurants stornieren.

Einen Berg an Stornierungen und Perspektivlosigkeit bei den Tourismusbetrieben

Töns Haltermann ist einer der betroffenen Unternehmer, er ist der Geschäftsführer des Bayside-Hotel in Scharbeutz mit 300 Betten und 450 Restaurantplätzen im Innenbereich. Haltermann sprach gegenüber den „Lübecker Nachrichten“ von Hunderten Stornierungen. „Das alles hört sich für mich wie eine Absage der Modellregion an. Wir haben einen Berg an Arbeit, und das Allerschlimmste ist die Perspektivlosigkeit. Wir hangeln uns von Woche zu Woche“, so der Geschäftsführer. Nun gelte es, alle Gäste anzurufen, Anzahlungen zurückzuzahlen, Gutscheine auszustellen oder Buchungen auf andere Zeitpunkte zu verschieben. Er habe auch Sorge, wie es im Hinblick auf die bald anstehenden Feiertage Himmelfahrt und Pfingsten weiter gehe.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Für den Betreiber des Campingplatzes Südstrand im Pelzerhaken kommt die Verschiebung nicht überraschend: „Wir haben es ein bisschen erwartet“, sagte Boy Hoff den „Lübecker Nachrichten“. Er hoffe jedoch, dass das Projekt starten könne, sobald die Infektionszahlen fallen. Schließlich habe man „super Konzepte“ und würde die Gäste dringend benötigen. Die Stornierungen seien zwar ärgerlich, aber das Projekt touristische Modellregion solle man nicht deshalb scheitern lassen.

Urlaub in Eckernförde ist möglich

Weiter nördlich in Schleswig-Holstein ist die Situation eine ganz andere: In den Regionen Schlei und Eckernförde sind Hotels, Campingplätze und Pensionen wieder geöffnet. Seit Montag dürfen Touristen aus ganz Deutschland dort Urlaub machen, Voraussetzung dafür sind mehrere Corona-Tests. Diese Hürde nehmen Ostseefans gerne in Kauf: Im Eckernförder Hotel Beachside sind beispielsweise derzeit 70 bis 80 Prozent der knapp 150 Zimmer belegt, auch der Wohnmobilplatz am Kakabellenweg ist ausgebucht.

RND/gei

Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen