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  • Skifahren trotz Corona: Was planen Schweiz, Österreich und Co. für die restliche Skisaison 2021?

Skifahren in Europa: Die Saison ist in vielen Ländern wohl gelaufen

  • In Deutschland ist Skiurlaub gerade nicht möglich, in anderen europäischen Ländern hingegen laufen die Skilifte.
  • Wer Urlaub machen will, muss aber überall mit Einschränkungen rechnen.
  • Wie planen Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien und Tschechien die restliche Saison? Der Überblick.
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Anfang des Jahres, spätestens in den Osterferien, zieht es viele Deutsche in den Skiurlaub. Doch bislang stehen die Skilifte in Deutschland, Italien und Frankreich aufgrund der Corona-Beschränkungen still. Österreich und die Schweiz hingegen ermöglichen das Skifahren zwar grundsätzlich, machen es Urlaubern aus dem Ausland aber schwer.

Durch die Corona-Pandemie fällt bei den meisten Familien der Skiurlaub wohl erneut komplett aus. Wie die Länder planen, erklären wir im Überblick.

Deutschland: Skigebiete bleiben wohl dicht

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Sieben bis acht Millionen Deutsche fahren nach Angaben des Deutschen Skiverbandes regelmäßig Ski. Doch aktuell stehen die Skilifte im Sauerland, auf der Zugspitze, im Harz oder in Skihallen still, und große Hoffnungen auf einen Skiurlaub können sich Winterfans in der Saison 2020/2021 wohl nicht mehr machen. Alle Hotels und Freizeiteinrichtungen sind hierzulande für die Dauer des aktuellen Lockdowns geschlossen – und diese Lockdownmaßnahmen werden wohl bis mindestens Ende Februar verlängert.

Österreich: Wohl kein Skiurlaub für Deutsche in dieser Saison

Österreich hatte trotz relativ hoher Infektionszahlen in der vergangenen Woche den Lockdown gelockert. Die Skipisten in dem Land dürfen bereits seit Heiligabend unter strengen Auflagen öffnen: Skifahrer müssen in Gondeln oder beim Anstehen in einer Schlange eine FFP2-Maske tragen. In den Bergbahnen wurden die Kapazitäten stark reduziert, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Skifahrer sollen ihre Tickets online kaufen.

Für Deutsche ist ein Skiurlaub in Österreich aber praktisch unmöglich. Hotels, Pensionen und andere Unterkünfte dürfen derzeit auch keine Touristen beherbergen, die Restaurants sind geschlossen – und Kanzler Sebastian Kurz will weitere Lockerungen frühestens “rund um Ostern”. Entschieden wird darüber am 1. März.

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Video
RND-Videoschalte: Kitzloch-Wirt aus Ischgl über mögliche Absage der Skisaison
3:41 min
Soll es trotz Corona-Krise eine Skisaison geben? Darum ist ein Streit entbrannt. Kitzloch-Wirt Bernhard Zangerl aus Ischgl spricht über die aktuelle Situation   © RND

Außerdem müssen Touristen, die aus dem Ausland nach Österreich einreisen, bis mindestens Ende März in zehntägige Quarantäne. Ein Freitesten nach fünf Tagen ist nicht mehr möglich. Um mögliche Grenzübertritte von Touristen zu verhindern, kündigten die Behörden zudem verstärkte Kontrollen in Skigebieten an. Wegen der geschlossenen Hotels denken viele Seilbahnbetreiber über ein vorzeitiges Saisonende bereits im Februar nach, um die Verluste zu minimieren.

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Touristische Reisen sollen in Österreich frühestens bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 wieder möglich sein. Voraussetzung für Urlauber solle dann ein negativer Covid-Test sein. Derzeit liegt der Wert bei 105 (Stand 15. Februar).

Italien: Skigebiete öffnen doch nicht ab dem 15. Februar

Die Skilifte in Italien stehen noch still – und das wird vorerst auch so bleiben. Noch Anfang Februar hatte das für den italienischen Gesundheitsschutz zuständige Expertenkomitee der Regierung in Rom laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa zugestimmt, das Skifahren in allen sogenannten gelben Risikozonen des Landes ab dem 15. Februar wieder zu erlauben. Das sind die Gebiete mit moderatem Corona-Risiko, dazu zählen unter anderem Trentino, die Abruzzen und Marken. Doch diese Pläne sind wieder vom Tisch, die Regierung verlängert das bestehende Wintersportverbot für Freizeitsportler. Als Grund nannte er in seiner Anordnung erhöhte Risiken durch neue Virus-Varianten.

In roten und orangen Zonen wären die Lifte ohnehin weiter stillgestanden. Dazu zählt auch Südtirol, die Region befindet sich seit dem 8. Februar für drei Wochen im Lockdown, weil dort das Auftreten einer Corona-Mutation bestätigt wurde. Die Hotels mussten wieder schließen, Geschäfte, Bars und Restaurants ebenfalls. In Südtirol ist ein Start der Skisaison damit frühestens am 1. März möglich.

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Skifahren 2021 in der Schweiz: Was erlaubt ist

In der Schweiz sind die Bergbahnen in vielen Skigebieten in Betrieb, auch die Hotels haben weitestgehend geöffnet. Dort entscheiden die Kantone selbst darüber, ob die Skigebiete geöffnet bleiben oder nicht. In vielen Skigebieten laufen deshalb die Bergbahnen, auch Hotels haben weitestgehend geöffnet. Dabei werden laut dem Schweizer Tourismusverband strikte Schutzkonzepte eingehalten. Welche Kantone derzeit einen Skiurlaub ermöglichen, kann sich aber stetig ändern. Der Schweizer Tourismusverband weist darauf hin, dass Reisende sich direkt bei den Destinationen und Anbietern über den aktuellen Stand informieren sollten.

Deutsche Staatsangehörige können derzeit grundsätzlich uneingeschränkt in die Schweiz einreisen, fallen bei Einreise aus Risikoländern jedoch unter die Quarantänepflicht, darüber informiert das Auswärtige Amt. Für Einreisende aus Risikogebieten gilt aber eine strenge Quarantänepflicht, die auch nicht durch ein negatives Testergebnis verkürzt werden kann. Bricht man diese, droht eine hohe Geldstrafe (ca. 9000 Euro). Welches Gebiet aus Schweizer Sicht als Risikogebiet eingeschätzt wird, können Sie dieser offiziellen Liste entnehmen. Derzeit stehen die deutschen Bundesländer Sachsen und Thüringen auf der Liste (Stand: 9. Februar). Und nicht vergessen: Da die Schweiz aus deutscher Sicht als Risikogebiet gilt, müssen Rückkehrer einen Corona-Test machen und sich in Quarantäne begeben.

Frankreich: Skigebiete hoffen noch auf Saisonstart

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Wer in Frankreich Ski fahren will, muss den Berg zu Fuß erklimmen. Denn die Skigebiete sind zwar geöffnet, doch die Bergbahnen bleiben bis mindestens Ende Februar geschlossen – während in dem Land die Winterferien anfangen. Ursprünglich sollte der Betrieb Anfang Januar wieder aufgenommen werden, doch daraus wurde wegen der hohen Infektionszahlen nichts. Tourismusminister Jean-Baptiste Lemoyne ermutigte die Franzosen laut Agenturmeldungen aber, trotz der geschlossenen Lifte die Skigebiete zu besuchen. Die Pisten seien offen und Skilanglauf oder Schneeschuhwanderungen noch möglich. Hotels sind eingeschränkt geöffnet, Cafés und Restaurants jedoch nicht.

Das Skigebiet La Pierre Sainte-Martin bei dichtem Schneetreiben. Die Lifte stehen wegen der Corona-Maßnahmen weiterhin still. © Quelle: imago images/Hans Lucas

Ein Termin für die Wiederöffnung steht noch nicht fest, die Skiorte bereiten sich jedoch weiter auf einen theoretischen Saisonstart vor. Dann sollen auch weiterhin Masken- und Abstandsregeln gelten, die Lifte werden gesäubert, und die Skigebiete werben mit lockeren Stornobedingungen im Falle von kurzfristigen, coronabedingten Schließungen.

Finnland, Norwegen, Tschechien: Skifahren nur für Einheimische

Das größte Skigebiet Tschechiens befindet sich im Riesengebirge, in Spindlermühle (Spindleruv Mlyn). Auch im Erzgebirge sowie im Böhmerwald gibt es Skipisten, die meist künstlich beschneit werden. Die Skiorte in dem Land haben zwar geöffnet, Hotels und andere Übernachtungsmöglichkeiten sind jedoch geschlossen. Touristische Einreisen werden grundsätzlich nicht gestattet. Weitgehend normaler Skibetrieb herrscht auch in Skandinavien – allerdings erlauben weder Finnland noch Norwegen die Einreise von Touristen.

Schweden: Skiurlaub für Deutsche möglich

Anders sieht es in Schweden aus: Mit geöffneten Skiliften, Restaurants und dem Verzicht auf Maskenpflicht unterscheidet sich ein Skiurlaub in Schweden momentan kaum von dem in vergangenen Wintern. Touristen aus Deutschland dürfen zudem einreisen, müssen aber ein negatives Corona-Testergebnis vorlegen. Die Probenentnahme darf höchstens 48 Stunden zurückliegen.

In Quarantäne müssen sie aber trotzdem, denn aus deutscher Sicht gilt Schweden als Risikogebiet, das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung ausgesprochen. Für Reiserückkehrer gilt daher eine Corona-Test- und Quarantänepflicht. Der Zeitraum von zehn Tagen kann erst mit einem zweiten negativen Corona-Test ab dem fünften Tag der Isolation verkürzt werden.

mit dpa

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