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Schleswig-Holstein: Reisende treiben Corona-Inzidenz in die Höhe

  • Die Sommerferien neigen sich in Schleswig-Holstein bereits dem Ende zu.
  • Mit der Rückkehr der Reisenden schnellen auch die Corona-Infektionszahlen in die Höhe.
  • Laut den Gesundheitsämtern stecken sich besonders viele Urlauber und Urlauberinnen in Spanien mit dem Virus an.
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Kiel. Während die Sommerferien in einigen Bundesländern noch nicht einmal begonnen haben, müssen die Schüler und Schülerinnen in Schleswig-Holstein schon bald wieder die Schulbank drücken. Die Ferien enden dort am 31. Juli, und viele Familien sind bereits aus dem Sommerurlaub zurückgekehrt.

Zeitgleich mit der Rückkehr vieler Urlauber und Urlauberinnen aus dem Ausland ist die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein wieder in den zweistelligen Bereich gestiegen – am Mittwoch erreichte der Inzidenzwert erstmals seit Anfang Juni wieder die Marke von zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Ein Zufall? Offensichtlich nicht.

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In Kiel fast nur Reisende unter den Neuinfizierten

Wie eng die Rückkehr von Reisenden mit den steigenden Fallzahlen in Schleswig-Holstein verzahnt ist, zeigt eine Abfrage der „Kieler Nachrichten“ bei den Gesundheitsämtern der Region. Demnach wurden allein in Kiel seit dem 1. Juli 40 Corona-Infektionen erfasst, die „fast zu 100 Prozent Reiserückkehrer“ waren, wie Gesundheitsdezernent Gerwin Stöcken gegenüber der Zeitung berichtet. Ihm zufolge waren die meisten Betroffenen zuvor in Spanien, der Türkei und in Griechenland in Urlaub.

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde und im Kreis Plön gab es im Juli jeweils zwölf neue Fälle. In beiden Kreisen stand je die Hälfte der Corona-Infektionen in Zusammenhang mit Urlaubsreisen. Ziele waren nach Auskunft der zuständigen Gesundheitsämter etwa Spanien, die USA, Dänemark und Griechenland, aber auch andere Bundesländer.

Wesentlich geringer ist der Anteil im Kreis Segeberg: Dort werden nur 13,2 Prozent der neuen Corona-Fälle in Zusammenhang mit einer Reise gebracht. Unter den 53 Neuinfizierten sind vier aus dem spanischen Katalonien und je einer aus England, Kroatien und Griechenland. In Neumünster sind 15 der 40 Neuinfizierten zuvor von Reisen zurückgekehrt – auch hier hatten die meisten ihren Urlaub in Spanien verbracht, wo die Infektionszahlen aktuell in die Höhe schießen.

Insgesamt viele Infizierte nach Urlaub in Spanien

Es infizieren sich aber nicht nur Reisende aus Schleswig-Holstein beim Urlaub in Spanien – laut einer aktuellen RKI-Studie haben sich in dem Zeitraum vom 21. Juni bis zum 18. Juli insgesamt 821 Reisende aus Deutschland bei einem Aufenthalt in dem beliebten Urlaubsziel infiziert. Damit nimmt das Land auf der Infektionsländer-Liste des RKI den Spitzenplatz ein.

Laut dem Robert Koch-Institut infizieren sich Reisende neben Spanien auch in anderen Ländern: Dem Institut zufolge gehören auch Russland, die Niederlande, die Türkei, Kroatien und Griechenland zu den am häufigsten genannten Infektionsländern. Allerdings ist die Zahl der Fälle aus diesen Ländern wesentlich geringer als aus Spanien.

Auslandsaufenthalte lassen Inzidenz noch schneller steigen

Dass sich Urlauber und Urlauberinnen vermehrt auch im Ausland mit dem Coronavirus infizieren, lässt die Inzidenz in Deutschland noch schneller als gedacht ansteigen. Während die Sieben-Tage-Inzidenz am 6. Juli noch bei 4,9 lag, ist sie mittlerweile auf 13,2 angestiegen (Stand 23. Juli).

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„Dass die Inzidenz noch etwas stärker als erwartet angestiegen ist, hängt unter anderem mit Rückkehrern zusammen, deren Anteil an den bestätigten Fällen höher liegt als von uns berücksichtigt“, bestätigte der Mathematiker Jan Fuhrmann gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Fuhrmann berechnet an der Universität Heidelberg mögliche Szenarien zum Verlauf der Pandemie. Zwar habe man mit einem Anstieg der Fallzahlen und einer Sieben-Tage-Inzident zwischen 10 und 15 gerechnet – allerdings erst in der letzten Juliwoche.

RND/jaf

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