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Trotz Ansturm: kaum Extracampingstellplätze in Schleswig-Holstein

  • Auf Campingplätzen in Schleswig-Holstein sollten in diesem Jahr mehr Urlauber unterkommen können als eigentlich erlaubt.
  • Doch der Vorstoß des Landes wird von den Betreibern kaum angenommen.
  • Die Anforderungen scheinen zu kompliziert zu sein.
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Urlaub auf dem Campingplatz war bei den Deutschen im vergangenen Jahr besonders beliebt. Durch Corona und die damit verbundenen Maßnahmen verbuchte Schleswig-Holstein 2020 bei Campingübernachtungen ein Plus von 10,5 Prozent. Und da die Pandemie auch in diesem Jahr nicht an Aktualität verloren hat, wird nun erneut mit einer großen Nachfrage nach Stellplätzen gerechnet.

Angebot der zusätzlichen Stellplätze wird nur zögerlich angenommen

Der zu erwartende Ansturm in den Sommerferien hat Schleswig-Holstein Anfang des Jahres zum Handeln bewegt. Betreiber von Campingplätzen haben in dieser Saison die Möglichkeit, mehr Gäste aufzunehmen, als eigentlich erlaubt ist. Die konkrete Idee: Zelte, Wohnmobile und Wohnwagen können in dieser Saison auf Flächen neben den Campingplätzen aufgestellt werden. Und auch auf den Plätzen selbst sollen die genehmigten Kapazitäten überschritten werden dürfen.

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Doch nach drei Monaten ist die Bilanz ernüchternd: Wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, wurde in sieben der elf Landkreise kein einziger Antrag auf eine vorübergehende Erweiterung der Kapazitäten gestellt. Bei den übrigen vier Kreisen kamen demnach nicht einmal ein Dutzend Anfragen zusammen.

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„Die Kreise haben die Situation hochgespielt“

Und das, obwohl die Nachfrage hoch und das Interesse der Betreiber groß ist, wie Gert Petzold, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein im Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland, betont. Seiner Ansicht nach sind es die Kreise, die den Vorstoß der Landesregierung im Sande verlaufen lassen. „Die haben die Situation hochgespielt“, sagt er.

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Die Anforderungen an die zusätzlichen Stellplätze seien überzogen und die Kreise würden nicht mit einbeziehen, dass es sich nur um eine vorübergehende Erweiterung der Campingplätze handele. „Die tun so, als sollten neue Plätze gebaut werden“, so Petzold. Die Behörden würden etliche Nachweise und Skizzen verlangen. Das sei zu kompliziert.

Auf den Campingplätzen in Schleswig-Holstein – hier Neustein bei Laboe – sollen 2021 mehr Urlauber unterkommen dürfen. © Quelle: Ulf Dahl

Unkontrolliertes Campen schadet der Natur

Der enorme Andrang im vergangenen Jahr hatte dafür gesorgt, dass auch auf nicht zugelassenen Plätzen gecampt wurde und die Gäste Unmengen an Müll und Fäkalien in der Natur entsorgten. Dem sollte der Erlass in diesem Jahr vorbeugen. Schrauben die Behörden die Anforderungen aber nicht herunter, könnten Umwelt und Natur auch in diesem Jahr wieder unter Wildcampern leiden müssen.

RND/jaf

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