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Drehkreuze außerhalb der EU

Krieg gegen die Ukraine: Wie Reisende die Flugverbote umgehen

Unbeschwert in den Urlaub fliegen – das ist in Corona-Zeiten nicht mehr drin. Wie gefährlich ist die Reise mit dem Flugzeug – und wie kann man sich schützen? Das erklärt Dr. André Fuchs, Infektiologe am Klinikum St. Georg, im LVZ-Interview.

Einige Fluggesellschaften sind von den Flugverboten Russlands und der westlichen Staaten nicht betroffen und dienen Passagieren als Schlupflöcher.

Der internationale Luftverkehr ist wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine stark eingeschränkt. Nachdem die Europäische Union den Luftraum wenige Tage nach Kriegsausbruch für russische Flieger gesperrt hatte, zog Russland nach und schloss seinen Luftraum für deutsche Flugzeuge und 35 weitere Staaten. Damit ist die Luftverbindung zwischen Europa und Russland größtenteils gekappt. Jedoch nicht vollständig.

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Flughäfen wie Belgrad und Istanbul dienen als Schlupflöcher

Denn es gibt noch einige Schlupflöcher, mit deren Hilfe Passagiere die Flugverbote umgehen können. Die europäischen Flughäfen Belgrad und Istanbul beispielsweise – und die Airports der Vereinigten Arabischen Emirate: Dubai, Abu Dhabi und Doha.

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Der Grund für die Sonderstellung dieser Drehkreuze: Serbien und die Türkei gehören nicht der EU an und haben genau wie die Vereinigten Arabischen Emirate weder selbst Sanktionen gegen Russland verhängt noch sind sie von Russlands Luftraum­schließungen betroffen. Somit können sie den EU-Luftraum wie auch den russischen Luftraum ungehindert passieren und dienen Passagieren, die von Russland aus in den Westen reisen möchten oder umgekehrt, als Schlupflöcher.

Tickets von und nach Russland mehr als doppelt so teuer

Die Zahl der Reisenden, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen oder dies zumindest planen, ist groß. Laut einer Datenauswertung der Vergleichsplattform Idealo lag die Anzahl der Suchanfragen nach Flügen von den Drehkreuzen in Belgrad, Istanbul und den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Russland und zurück im Februar bis zur Verhängung der Flugverbote bei durchschnittlich 2892 am Tag. Seit dem Inkrafttreten der Verbote sind die Suchanfragen stark angestiegen: Im März betrug die durchschnittliche Zahl bislang 5301 pro Tag. Die Nachfrage hat sich also fast verdoppelt.

Auch die Preise für die Flugtickets sind in die Höhe geschnellt. Während Passagiere für ein Ticket vor Ausbruch des Kriegs und den damit verbundenen Flugverboten noch durchschnittlich 340 Euro zahlten, müssen Fluggäste im März mit durchschnittlich 812 Euro mehr als das Doppelte zahlen.

Flüge könnten dieses Jahr generell teurer werden

Mit einem Preisanstieg müssen in diesem Jahr auch Passagiere rechnen, deren Reisepläne nichts mit Russland zu tun haben. Grund dafür sind unter anderem die im Zuge von Russlands Krieg gegen die Ukraine in die Höhe geschossenen Preise für Rohöl, aus dem auch der Flugzeug­treibstoff Kerosin gewonnen wird. „Die Energiekosten werden auf lange Sicht Auswirkungen auf Reisepreise haben“, sagt Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), voraus.

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Ein weiterer Punkt, der sich auf die Preise auswirken könnte, sind die Umwege, die Fluggesellschaften wegen der Luftraum­blockaden fliegen müssen. Das Umfliegen des russischen Luftraums kostet europäische und amerikanische Fluglinien nach Moskauer Schätzung wöchentlich mehr als 34 Millionen Euro. Das teilte das russische Verkehrs­ministerium am Samstag mit. „Das führt dazu, dass die Preise für Tickets und Fracht steigen, was sich unmittelbar auf die Passagiere und die Fracht­versender auswirkt.“ Im interkontinentalen Flugverkehr führen die kürzesten Routen aus Europa und den USA nach Fernost über Russland. Noch im Januar und Februar habe es 31.400 solcher Überflüge gegeben, teilte das Ministerium mit.

RND/jaf/dpa

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