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Reiseforscher: „Wir laufen Gefahr, mit Mallorca ein zweites Ischgl zu produzieren“

Fluggäste mit dem Reiseziel Mallorca stehen in einer Schlange am Flughafen Hannover. Die Aufhebung der Reisewarnung hat zu einem großen Ansturm auf Reiseanbieter geführt.

Fluggäste mit dem Reiseziel Mallorca stehen in einer Schlange am Flughafen Hannover. Die Aufhebung der Reisewarnung hat zu einem großen Ansturm auf Reiseanbieter geführt.

Kurz nachdem die Bundesregierung die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben hatte, begann der Ansturm auf die Insel: Veranstalter und Airlines wurden überrannt mit Anfragen, Eurowings und Condor kündigen eine massive Aufstockung des Flugangebots über Ostern an. Die ersten beiden Flüge auf die Insel am Sonntag waren mit je 150 Passagieren voll besetzt.

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Jürgen Schmude, Professor für Tourismuswirtschaft an der Universität München, ist besorgt: „Grundsätzlich ist dieser Ansturm eine Katastrophe. Wir haben gesehen, was bei Reisegroßereignissen passieren kann, Stichwort Ischgl. Wir laufen nun Gefahr, mit Mallorca ein zweites Ischgl zu produzieren. Es würde mich nicht wundern, wenn die Insel in drei Wochen wieder in einen harten Lockdown muss.“

Hotels und Airlines hätten zwar umfassende Hygienekonzepte umgesetzt, aber: „Wir wissen, dass sich Menschen im Urlaub anders als im Alltag verhalten. Generell versucht man, Probleme im Urlaub auszublenden. Und aktuell wollen diese Leute ja ganz bewusst raus aus der Corona-Situation in Deutschland.“

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Reisewarnung für Mallorca aufgehoben: Bundesregierung ruft zum Verzicht auf Urlaubsreisen auf

Mit der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca hat die Bundesregierung einen rasanten Anstieg von Urlaubsbuchungen ausgelöst.

Bundesregierung rät von Mallorca-Reisen ab

Auch die Bundesregierung rät dringend von Reisen nach Mallorca ab. „Es gilt weiterhin unser Appell, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag bei der Bundespressekonferenz. Die Baleareninsel sei zwar kein Corona-Risikogebiet mehr, bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. „Das Fehlen einer Reisewarnung ist jedoch keine Einladung“, sagte sie.

Reiseforscher Jürgen Schmude

Reiseforscher Jürgen Schmude ist wegen des Ansturms auf Mallorca in Sorge.

Dass trotz dieses Appells viele Menschen Reisen buchen, überrascht Tourismusforscher Schmude nicht. „Der Reisewunsch der Menschen ist ungebrochen. Das zeigen auch unsere Untersuchungen, die wir mit dem Bayerischen Zentrum für Tourismus (BZT) durchführen. Reisen mussten mehrfach zwangsläufig zurückgestellt werden – und das wird nun nachgeholt.“ Gleichzeitig gebe es keine klare Linie: „Während Reiseanbieter mit Angeboten werben, schreiben einige Ministerpräsidenten den Osterurlaub frühzeitig ab und werden für diese Aussage kritisiert. Wie soll da der normale Bürger noch durchblicken?“

Sobald das Angebot vorhanden sei, würden Menschen buchen – „schließlich sind Reisen ja nicht verboten“. Wenn das Reiseverhalten weiter eingeschränkt werden sollte, bräuchte es daher deutlich restriktivere Reisebeschränkungen von der Bundesregierung.

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