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  • Rückkehrer aus Dänemark: Keine Kontrollen an Ostsee-Fährhäfen – Corona-Chaos in Mecklenburg-Vorpommern

Corona-Chaos an Ostsee-Fährhäfen: Viele Rückkehrer aus Risikogebieten nicht erfasst

  • In Mecklenburg-Vorpommern informieren viele Reedereien Rückkehrer aus Risikogebieten in Dänemark nicht über die Quarantänepflicht bei der Einreise.
  • Kontrollen finden nicht statt, Aussteigekarten werden nicht verteilt.
  • So werden viele Daten gar nicht erfasst.
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An den Ostsee-Fährhäfen in Mecklenburg-Vorpommern können derzeit Urlauber, die aus Risikogebieten kommen, ungehindert ein- und weiterreisen. Weil die Zuständigkeit nicht geklärt ist, finden keine Kontrollen statt. Land und Bund schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, berichtet die “Ostsee-Zeitung” (OZ).

Eigentlich müssten Urlauber, die von der dänischen Insel Bornholm in Mecklenburg-Vorpommern einreisen, sofort einen aktuellen Corona-Test vorlegen und anschließend in Quarantäne. Denn die Ostsee-Insel gehört zur Region Hovedstaden, die einschließlich der Hauptstadt Kopenhagen seit dem 23. September als Risikogebiet gilt. Doch selbst in dem Fall der direkten Fährverbindung von Bornholm nach Sassnitz sollen die Menschen einfach weiterreisen können.

Urlauber berichten, dass in den Fährhäfen keinerlei Kontrollen, Aufforderungen zu Corona-Test oder Quarantäne oder etwa die Verteilung von Aussteigekarten durchgeführt worden seien. Jeder könne so die 14-tägige Quarantänepflicht umgehen. Laut der “OZ” wird die Verantwortung zur Überprüfung der Schiffspassagiere zwischen den Häfen, Reedereien sowie der Bundes- und Landesregierung hin- und hergeschoben.

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Informations- und Regelbedarf bei Reedereien über Aussteigekarten

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Eine Regelung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besagt, dass die Aussteigekarten vom Beförderer, in dem Fall von der Reederei, an Bord verteilt, ausgefüllt, wieder eingesammelt und an die für den Hafen zuständige Gesundheitsbehörde übergeben werden müssen. Laut dem für Sassnitz zuständigen Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Rügen würde die Reederei Bornholmslinjen die Aussteigekarten mit allen Angaben regelmäßig an das Gesundheitsamt schicken. Ob aber tatsächlich alle Fahrgäste die Karten ausfüllt, könne der Landkreis nicht kontrollieren, heißt es.

Einige dänische Fährunternehmen geben allerdings an, noch nie von Aussteigekarten gehört zu haben, keine Zeit zum Verteilen zu haben. Sie seien nicht im Bilde über die neuesten Bestimmungen und Einschränkungen der Behörden, da sich diese zu schnell ändern. Und sowieso seien die Daten nicht sicher zu bestimmen, weil ihnen die rechtliche Grundlage fehle, um sich von den Fahrgästen den Ausweis zeigen zu lassen. So besteht weiterhin ein Informations- und Regelbedarf bei den Einreisekontrollen in den Ostsee-Fährhäfen.

RND/bv

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