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  • Reisewarnung für Mallorca: Katastrophe für Hotels, Restaurants und Kneipen - Kurzarbeit in Spanien kaum möglich

Reisewarnung für Mallorca: Hotelier sieht nun Existenzen extrem bedroht

  • Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Spanien und die Balearen ist eine Katastrophe für die Hoteliers.
  • Viele wissen nicht, wie sie bis zum nächsten Sommer ihre Mitarbeiter halten können.
  • Kurzarbeit kommt kaum infrage.
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Steigende Corona-Zahlen in Spanien und die damit einhergehende Reisewarnung des Auswärtigen Amts bringen die Hoteliers auf Mallorca an ihr Existenzlimit. Denn gerade, als sich der Tourismussektor scheinbar erholte, bricht nun wieder eine Stornierungswelle über die Branche herein. Reiseveranstalter wie Tui und DER Touristik haben bereits alle Pauschalreisen auf die Insel abgesagt.

Das gleicht einer Katastrophe für die Hotels, Restaurants und Kneipen auf der Insel, schließlich macht der Tourismus 35 Prozent der Wirtschaftsleistung auf Mallorca aus. Der Hotelier Bernd Hartmann mit einem Hotel direkt an der Playa de Palma ist verzweifelt. „Die Reisewarnung war für uns ein Tiefschlag in die Magengrube, wir sind alle sehr niedergeschlagen. Unsere Existenz hier auf Mallorca ist jetzt unmittelbar bedroht“, sagte er dem Schweizer Nachrichtenportal “watson”.

Zahlreiche Mallorca-Hotels bis April 2020 von der Schließung bedroht

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Seit dem Lockdown durch das Coronavirus weltweit erlebe Mallorca drei Winter am Stück. Da wären der vergangene Winter, die praktisch ausgefallene Sommersaison und nun die Folgen der Reisewarnung. Nun wisse er nicht, wie er und seine zehn Mitarbeiter bis zum Start der nächsten Sommersaison im April 2021 überleben sollen. Er wolle niemanden entlassen, denn sonst hätten seine Angestellten keine Einkünfte mehr.

“Zwar gibt es auch in Spanien ein Kurzarbeitergeld, aber das hat einen großen Haken”, so Hartmann. “Wenn ich das für meine Mitarbeiter beantrage, dann verpflichte ich mich, diese Leute nach Ablauf der Zahlungen für sechs Monate weiter zu beschäftigen. Das bedeutet, ich müsste Saisonarbeiter außerhalb der Saison beschäftigen.” Dabei habe der Betrieb in dieser Zeit selbst keine Einkommen.

Partys in Privathäusern schuld an Reisewarnung für die Balearen

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Die Reisewarnung selbst kann er somit nicht nachvollziehen. Denn das wahre Problem seien nicht die Hoteliers. Sie hätten immerhin strenge Hygienevorschriften, an die sie sich halten müssten. Somit träfe die Reisewarnung die Falschen. Vielmehr sieht er die Schuld bei Betreibern, die Privathäuser für wilde Partys vermieten. Dort würden die Mundschutzpflicht und Abstandsregelungen missachtet, und da es sich aber um private Grundstücke handele, dürfe die Polizei dort nicht ohne Weiteres kontrollieren. Aber auch auf den Straßen und am Strand würde die Maskenpflicht ignoriert – allerdings kaum von der Polizei bestraft.

Doch: Auf Mallorca gebe es nicht nur Partyurlauber. Die Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn “Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich” vermittele ein völlig schiefes Bild von den Hotels, die nun mal den Großteil des Tourismus auf der Insel bedienen: “Saufgelage gab es bei uns keine, und wer sich daran nicht gehalten hat, der ist rausgeflogen aus dem Hotel”, so Hartmann. “Herr Spahn soll gerne mal bei uns vorbeikommen und sich selbst ein Bild machen, hier vor Ort.”

Die Konsequenzen aus der Reisewarnung seien Existenzen, die nun auseinanderbrechen. Er selbst habe zwar etwas Geld zur Seite gelegt, aber viele seiner Kollegen müssten nun wieder zurück nach Deutschland und Hartz IV beantragen.

RND/bv

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