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Deutschland im Vergleich

Reisen mit der Inflation: Welche Urlaubsziele besonders teuer sind

Ein älterer Mann zählt Geld an einem Tisch.

Ein älterer Mann zählt Geld an einem Tisch.

Die Inflation sorgt für massive Preissteigerungen. Das merkt jeder und jede – und zwar nicht nur beim Einkaufen, beim Tanken oder beim Blick aufs Schreiben des Energieversorgers, sondern auch bei der Reisebuchung. Denn die Inflation macht auch vor dem Urlaub im Herbst keinen Halt: Kosten für Transport, Service und Lebensmittel steigen nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern.

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Deutschland verzeichnete im Oktober 2022 einen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) auf Basis des Harmonisierten Verbraucherpreisindex mitteilte. Es war der stärkste Anstieg seit etwa 70 Jahren.

Den größten Anteil haben die Energiepreise, die sich zum Vorjahresmonat infolge des Krieges in der Ukraine um 41,5 Prozent erhöhten. Auch die Preise für Nahrungsmittel stiegen mit 13,1 Prozent überdurchschnittlich, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber September 2022 um 1,1 Prozent.

EZB-Präsidentin Lagarde sagt anhaltendem Inflationsschub den Kampf an

Die EZB hat im Kampf gegen den anhaltenden Inflationsschub innerhalb weniger Monate die Zinsen bereits dreimal erhöht.

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Wie hoch ist die Inflation am Urlaubsziel?

Mit der Inflationsrate von 11,6 Prozent liegt Deutschland im EU-Vergleich im Mittelfeld: Die Preissteigerung lagen laut Eurostat im Oktober 2022 in der Union bei 11,5 Prozent. Zwischen den einzelnen Staaten gibt es große Unterschiede. So hoch war die Inflation nach Angaben des Harmonisierten Verbraucherpreisindexes (HVPI) in einigen der beliebtesten Reiseziele in Europa im Oktober 2022:

  • Griechenland: 9,5 Prozent
  • Spanien: 7,3 Prozent
  • Italien: 12,6 Prozent
  • Kroatien: 12,7 Prozent
  • Portugal: 10,6 Prozent
  • Niederlande: 16,8 Prozent
  • Frankreich: 7,1 Prozent
  • Zypern: 8,6 Prozent
  • Malta: 7,4 Prozent
  • Österreich: 11,5

Inflation an Fernreisezielen

Und wie sieht es in puncto Inflation bei den Fernreisezielen aus? Für viele Länder in Afrika, Asien und in der Karibik beginnt mit der kalten Jahreszeit in Deutschland die Hauptreisezeit.

Der Reiseveranstalter Seyvillas hat untersucht, wie stark die Preise für Lebensmittel, Hotels, Freizeitaktivitäten und Transport in beliebten Fernreisezielen gestiegen sind und wo Urlauberinnen und Urlauber Geld sparen können.

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In der Karibik kostet Verpflegung bis zu 60 Prozent mehr

Die größten Inseln der Karibik – Kuba, Jamaika, Haiti und die Dominikanische Republik – sowie die Bahamas gehören zu den absoluten Wintertraumzielen für viele Reisende. Das Klima ist das ganze Jahr über tropisch und die weißen Strände grenzen an türkisblaues Wasser.

Doch auch hiervor macht die Inflation nicht Halt. Auf Jamaika beispielsweise beträgt sie derzeit 8,51 Prozent, in der Dominikanischen Republik 8,36 Prozent. Ein Euro entspricht aktuell 2,66 Ostkaribischen Dollar. Die Preise für Freizeitaktivitäten und Transportmittel liegen bis zu einem Viertel über den hiesigen. Auch die Verpflegung vor Ort ist bis zu 60 Prozent teurer als in Deutschland. Gut zu wissen: Fast jede Bar hat eine Happy Hour. Hier lohnt es sich, vor dem Besuch auf die Uhr zu schauen.

Südafrika bleibt trotz Inflation recht günstig

In Südafrika sind die Landschaft sowie das Klima äußerst vielfältig. Die Inflation lag dort im August 2022 bei 7,92 Prozent. Der Wechselkurs beträgt aktuell ein Euro zu 18,09 Südafrikanischen Rand. Damit steht der Euro besser als in den vergangenen Monaten dar. Unterkünfte bekommen Reisende auf der Südhalbkugel schon ab 10 Euro. Für 75 Euro wohnen sie bereits in einem geräumigen Bungalow.

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In Südafrika gibt es viele Gerichte mit Fleisch zu verhältnismäßigen günstigen Preisen. Die liebste Freizeitaktivität in Afrika – die Safari – machen Urlauberinnen und Urlauber bereits ab 17 Euro. Örtliche Transportmittel sind etwa 25 Prozent günstiger als in Deutschland.

In Mexiko sparen Reisende im Restaurant und Hotel

Mexiko lockt mit bunter Lebensfreude sowie landschaftlicher Vielfalt. Die Zeit zwischen Oktober und Mai gilt als beste Reisezeit, geprägt von trockenem und warmem Klima. Ebenfalls hitzig war im Sommer 2022 das Inflationsniveau. Im Vergleich zum Vorjahr lag sie bei 8,7 Prozent. Besonders beim Kauf von Lebensmitteln bemerken Reisende diese Preissteigerungen deutlich.

Restaurants sind im Vergleich zu Deutschland jedoch weiterhin bis zu 30 Prozent günstiger. So gibt es einen Taco beispielsweise schon ab 50 Cent. Für umgerechnet 70 Euro pro Nacht finden Urlauberinnen und Urlauber bereits ein Mittelklassehotel. Vor Ort bewegen sich Reisende mit öffentlichen Verkehrsmitteln sogar bis zu 50 Prozent billiger fort. Ein Euro entspricht aktuell 19,64 Mexikanischen Pesos, was einen günstigen Kurs für europäische Reisende darstellt.

Seychellen mit günstigem Wechselkurs

Die Inselgruppe der Seychellen mitten im Indischen Ozean besteht aus etwa 115 Inseln, übersäht von tropischem Regenwald und umrandet von weißen Stränden. Bei einer Fernreise können Reisende zahlreiche unberührte Fleckchen Erde entdecken.

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Indonesien, die Malediven und Seychellen, Kenia, Tansania und Costa Rica sind beliebte Ziele im Winter.

Aktuell liegt die Inflationsrate auf den Seychellen bei knapp 3 Prozent im Vergleich zu 2021 – im Ländervergleich ein geringer Wert. Einen Mietwagen bekommen Urlauberinnen und Urlauber ab 60 Euro pro Tag, Fahrräder ab 10 Euro. Sehenswürdigkeiten wie die botanischen Gärten besichtigen Reisende schon ab 7 Euro. Für ein exotisches Essen bezahlen Gäste rund 20 Euro.

Die Unterkünfte auf den Seychellen reichen vom einfachen Guesthouse bis zum Luxushotel. Die Nacht außerhalb der großen Resorts gibt es pro Person beispielsweise im Guesthouse schon ab etwa 45 Euro. Der aktuelle Wechselkurs beträgt ein Euro zu 13,04 Seychellen Rupien. Abgesehen vom Corona-Jahr 2021 blieb dieser Kurs seit 2017 mit nur leichten Schwankungen auf diesem Niveau und begünstigt europäische Reisende.

Kanada – teures Essen, günstige Freizeitaktivitäten

Kanada beeindruckt mit seiner atemberaubend schönen Natur und den modernen, interkulturellen Städten wie Toronto, Montreal und Ottawa. Die Nation hält außerdem den Weltrekord der längsten Küste mit 243.000 Kilometern. Doch kaum eine andere Fernreisedestination weist derzeit ein so hohes Preisniveau auf. Die Preise in Kanada stiegen zuletzt schneller als in den vergangenen 40 Jahren.

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Im Vergleich zu Lebensmitteln – Restaurantpreise in Toronto liegen 20 Prozent höher als in Berlin – sind Transport und Freizeitaktivitäten wesentlich günstiger als in Europa. Für Hotels wiederum bezahlen Reisende bis zu 15 Prozent mehr als in der Heimat. Der Wechselkurs von einem Euro zu 1,35 Kanadischen Dollar führt zwar zu leichten Umrechnungen, bringt jedoch kaum Ersparnisse mit sich.

Sri Lanka knackt Inflationsrekord

Die asiatischen Länder Bali, Sri Lanka und Thailand gehören seit einigen Jahren ebenfalls zu den beliebtesten Fernreisezielen. Die Länder vereinen beeindruckende Natur mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zwischen Oktober und April herrschen Temperaturen um die 30 Grad.

Während die Inflation auf Bali und in Thailand bei rund 6 Prozent liegt, knackt Sri Lanka den Inflationsrekord mit 69,8 Prozent. Vor allem im Lebensmittel- und Verkehrssektor sind Preiserhöhungen deutlich spürbar. Aufgrund des bislang sehr niedrigen Preisniveaus stellen die asiatischen Länder dennoch weiterhin ein erschwingliches Reiseziel für Europäerinnen und Europäer dar.

Für 25 Euro pro Nacht schlafen diese bereits in einem Mittelklassehotel. Verpflegung ist hier bis zu 60 Prozent günstiger als in Deutschland, Transport und Freizeitaktivitäten vor Ort sogar 70 bis 80 Prozent billiger. Die Wechselkurse der asiatischen Fernreiseziele unterscheiden sich stark: von 15.341,97 indonesischen Rupiah zu einem Euro, über 361,07 Sri-Lanka-Rupien bis zu 37,59 thailändischen Baht. Je höher diese Zahl, umso weniger Euro benötigen Reisende, um die örtlichen Preise zu bezahlen.

RND/gei/lzi

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