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  • Reisen nach Spanien: Vize-Tourismusminister im Interview über Erwartungen für Urlaub 2021

Spaniens Vize-Tourismusminister: „Reisende werden durch Impffortschritt im Sommer mehr Freiheiten haben“

  • Eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen macht auf.
  • Für die Einreise nach Spanien genügt ab sofort ein negativer Antigen-Schnelltest, Geimpfte können frei einreisen.
  • Was erwartet das Land von den Touristinnen und Touristen? Darüber spricht Spaniens Staatssekretär für Tourismus, Fernando Valdés, im RND-Interview.
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Die Pandemie hat für einen herben Einbruch des Tourismus in Spanien gesorgt: 2020 kamen nur rund 19 Millionen Touristinnen und Touristen – 77,3 Prozent weniger als 2019. In diesem Sommer soll nun alles besser werden, hofft der spanische Staatssekretär für Tourismus, Fernando Valdés. Ein Zurück zum Tourismus wie vor der Corona-Zeit soll es aber nicht geben. Wie das gelingen soll und worauf Reisende sich 2021 einstellen müssen, erklärt Valdés im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Herr Valdés, was erwarten Sie von der Tourismussaison 2021?

Sie markiert den Beginn der Erholung – daran besteht kein Zweifel. Wir sehen, wie sich als Erstes der Inlandstourismus erholt, und jetzt werden wir mit der Implementierung des digitalen EU-Covid-Zertifikats die Mobilität zwischen den europäischen Ländern wiederbeleben. Wir erwarten, dass wir 2021 mindestens 50 Prozent der Touristinnen und Touristen empfangen, die im Rekordjahr 2019 bei uns waren.

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Was erwarten Sie von Touristen, die jetzt in das Land kommen? Wie sollten sie sich verhalten?

Unser Tourismussektor ist bestens vorbereitet, Urlauberinnen und Urlauber unter den nötigen Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen zu empfangen. Die Gesundheitsprotokolle, die wir im letzten Jahr für unsere Einrichtungen – darunter Hotels, Restaurants und Vergnügungsparks – erstellt haben, dienten als Grundlage für eine weltweite ISO-Norm, die gerade veröffentlicht wurde, und die auch die Referenz für das touristische Sicherheitssiegel war, das gerade von der EU eingeführt wurde.

Diejenigen, die uns besuchen, müssen nur die Anweisungen der örtlichen Behörden befolgen und sich um nichts anderes kümmern – sie sollen wissen, dass wir in Spanien für ihre Sicherheit sorgen. Nach wie vor gibt es Beschränkungen für die Kapazität und die Öffnungszeiten von Freizeit- und Gaststättenbetrieben, die von einer autonomen Gemeinschaft zur anderen unterschiedlich sind. Auf unserer Website www.travelsafe.spain.info sind alle Maßnahmen einsehbar.

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Wie schätzen Sie das Risiko einer Zunahme der Corona-Zahlen durch den Tourismus und den dadurch bedingten erhöhten Reiseverkehr ein?

Unser Gesundheitsministerium überwacht die Entwicklung der Pandemie täglich. Das Risiko erhöhter Infektionen ist nicht nur mit der Rückkehr von Touristinnen und Touristen verbunden, sondern tritt auch immer dann auf, wenn lokale Beschränkungen gelockert werden. Durch die Impfung befinden wir uns jedoch in einem völlig anderen Szenario als im letzten Sommer.

In Spanien verläuft die Impfung nach dem ursprünglich geplanten Zeitplan. Das bringt uns dem Ziel, 70 Prozent der Bevölkerung bis zum 18. August geimpft zu haben, immer näher. Diesen Monat beginnen wir mit der Impfung der Bevölkerung in der Altersgruppe 40 bis 49 Jahre. Jeder Tag, an dem wir Fortschritte bei der Impfung machen, ist ein Tag, an dem wir das Virus ein Stück mehr besiegen. Und das lässt sich an der Entwicklung der Infektionszahlen ablesen: Diese befinden sich April im Abwärtstrend.

Fotoaufnahmen an der Schinkenstraße in Palma de Mallorca in Spanien am 6. Juni. Dort kontrolliert die Polizei die Einhaltung der Corona-Regeln. © Quelle: imago images/RHR-Foto

Wie viele Touristinnen und Touristen verkraftet Spanien unter den derzeitigen Bedingungen?

Wir sind bereit, unter sicheren Bedingungen alle Reisenden zu empfangen, die uns besuchen wollen. Die Langstreckenmärkte werden noch etwas länger brauchen, um sich zu erholen, sodass wir in diesem Jahr auf keinen Fall das Volumen von 2019 erreichen werden. Wir verfügen daher über ausreichend Kapazitäten und können gewährleisten, dass die nötigen Abstände eingehalten werden.

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Wann, denken Sie, wird sich die spanische Tourismusbranche von der Corona-Krise erholt haben?

Ich hoffe, dass wir zwischen 2022 und 2023 bereits von einer vollständigen Erholung sprechen können.

Wie hat sich der Tourismus in Spanien selbst durch die Pandemie verändert?

Im letzten Sommer wählten die Spanierinnen und Spanier meist abgelegenere und weniger beliebte Orte als unsere Hauptziele für den Sonnen- und Strandtourismus. Das brachte etwas Gutes mit sich: Viele von uns entdeckten wunderbare Orte, die näher lagen, als wir dachten – zum Beispiel in spektakulären Naturgebieten, von denen wir in Spanien mit 52 Biosphärenreservaten reichlich haben. Ich denke, dass Reisende in diesem Jahr dank des Impffortschritts mehr Freiheit haben, das Reiseziel zu wählen, das sie wirklich anspricht, ohne sich für einen weniger überfüllten Ort entscheiden zu müssen.

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Sollte sich Spaniens Tourismuslandschaft langfristig verändern? Sind die Zeiten der großen Hotels mit großen Büfetts und Speisesälen vorbei?

In Spanien befinden wir uns mitten in einem Prozess, unser Tourismusmodell zu überdenken. Wir werden 3,4 Milliarden aus europäischen Konjunkturmitteln nutzen, um uns in Richtung eines nachhaltigeren, digitaleren und qualitativ hochwertigeren Tourismusmodells zu bewegen. Unser Ziel ist es, ein deutlich vielfältigeres Portfolio an touristischen Produkten anbieten zu können und unser Land, unsere Städte und Gemeinden zu einem attraktiven Reiseziel während des gesamten Jahres zu machen – und nicht nur in den Sommermonaten, auf die sich aktuell der Großteil der Besucherinnen und Besucher konzentriert.

Die Entwicklung eines wesentlich vielfältigeren Produktportfolios ist jedoch nicht unvereinbar mit der Beibehaltung von Modellen, die in der Gegenwart gut funktionieren. Große Hotels werden weiterhin gefragt sein. Spanien strebt danach, ein Tourismusmodell für jeden Typ von Touristen anzubieten.

Lassen sich durch Ihren Plan auch Probleme mit Overtourism vermeiden, die Metropolen wie Barcelona und Madrid, aber auch Mallorca, vor der Pandemie hatten?

Der Plan zielt darauf ab, die touristische Aktivität in einer ausgewogeneren Weise über das gesamte Land und alle Monate des Jahres zu verteilen – mit dem Ziel, dass sowohl die Vorteile als auch die Belastungen, die mit dem Tourismus verbunden sind, nicht ausschließlich auf einige wenige Orte konzentriert sind. Daher werden wir auch unsere beliebtesten Reiseziele mit anderen, weniger bekannten verbinden und neue touristische Produkte entwickeln, die Reisende dazu einladen, alternative Orte zu bereisen und zu erkunden.

Auch der Kreuzfahrttourismus in Spanien darf seit dem 7. Juni wieder starten – ist das nötig? Wie sehr ist das Land auf Kreuzfahrttouristen angewiesen?

Unser Land ist führend im Kreuzfahrttourismus in Europa. Diese Industrie generiert 50.000 Arbeitsplätze in unserem Land und einen Gewinn von mehr als 2700 Millionen Euro. Wie alle anderen Sektoren wurden auch die Kreuzfahrtschiffe mit strengen Sicherheitsprotokollen ausgestattet, um ihre Tätigkeit mit den besten Garantien fortzusetzen.

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