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Urlaub an der Ostsee erst ab 26. April: Welche Regeln für Betriebe und Touristen gelten

Menschen gehen am 10. April 2021 bei strahlendem Sonnenschein am Timmendorfer Strand hinter den ersten in diesem Jahr aufgestellten Strandkörben entlang.

Der Tourismuslockdown an der Ostsee und Nordsee soll bald vorbei sein – zumindest an einigen Orten. Die innere Lübecker Bucht, der Ferienort Büsum, die Schlei-Region mit Eckernförde sowie der Kreis Nordfriesland mit seiner Ferieninsel Sylt sind für die kommenden Monate Tourismusmodellregionen in Schleswig-Holstein. Das hatte der Tourismusminister Berns Buchholz (FDP) am Freitag bekannt gegeben. Los gehen sollte es ab dem 19. April.

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Timmendorfer Strand und Büsum verschieben Start

Nun jedoch haben zwei Modellregionen angekündigt, den Start zu verschieben: Der Kreis Dithmarschen mit Büsum will wegen steigender Infektionszahlen frühestens am 10. Mai beginnen, das berichtet der „NDR“ unter Berufung auf Büsums Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje. Auch in der Lübecker Bucht sollte es eigentlich am Montag losgehen – doch der Start wurde um eine Woche verschoben. „Die Öffnung soll vernünftig laufen, wir wollen das nicht übers Knie brechen“, sagt der Timmendorfer Tourismuschef Joachim Nitz den „Lübecker Nachrichten“. Auch das Datum 26. April werde nur unter Vorbehalt genannt – über diesen Termin soll am kommenden Dienstag, 20. April, entschieden werden.

Welche Regeln nach dem Start in den Modellregionen gelten sollen, erklärt dieser Überblick.

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Lübecker Bucht: Ferienhäuser, Hotels und Campingplätze öffnen

Die innere Lübecker Bucht hat bereits im Sommer 2020 viel Erfahrung bei der Besucherlenkung und im Umgang mit Touristenanstürmen gesammelt. Nun wollen frühestens ab dem 26. April etwa 200 Betriebe in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Niendorf, Haffkrug, Pelzerhaken und Rettin für Gäste öffnen.

Zunächst sollen die Segmente Beherbergungsangebote zur Selbstversorgung, Freizeiteinrichtungen und Gastronomie hochfahren – nach aktuellem Stand am 26. April. Am 3. Mai 2021 folge dann die Öffnung der Hotellerie.

Rund 40 Prozent der Beherbergungsbetriebe würden mitmachen, sagte André Rosinski, Vorstand der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (Talb) den „Lübecker Nachrichten“. Das größte Kontingent umfasse Beherbergungsangebote mit Selbstversorgung. Es seien aber auch Gastronomiebetriebe, mehrere Hotels und Campingplätze – vor allem aus dem Bereich Pelzerhaken – sowie Betreiber von Minigolfanlagen dabei. Öffnen soll auch die Ostsee-Therme in Scharbeutz, der Hansa-Park in Sierksdorf hingegen soll geschlossen bleiben.

Urlauber, die anreisen wollen, müssen beim Check-in einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen. Ein zweiter Test sei spätestens 72 Stunden nach der Ankunft Pflicht, so Talb-Vorstand Rosinski. Das werde gleich mit der Buchung vereinbart.

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Schlei-Region: Zwei negative Corona-Tests für Urlauber Pflicht

Die Schlei-Region und Eckernförde hatten sich mit unterschiedlichen Konzepten als zwei Modellregionen beworben. An der Schlei, dem ländlichen Raum, geht es schwerpunktmäßig um Ferienwohnungen und Camper. „Hier könnte also ein praktischer Beweis für die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts geliefert werden, dass Beherbergungsbetriebe ein niedriges Risiko darstellen“, sagte Tourismusminister Buchholz. In der Stadt Eckernförde mit zusätzlich hohem Aufkommen an Tagestouristen ist die Innengastronomie mit einbezogen.

In der Schlei-Region gilt, wie in der Lübecker Bucht, ein strenges Testregime: „Alle Hotelzimmer- und Ferienwohnungsvermieter müssen zweimal ein negatives Corona-Testergebnis der Gäste vorlegen. Beide Seiten müssen das unterschrieben haben“, sagte der Chef der Eckernförder Touristik und des Stadtmarketings, Stefan Borgmann, den „Kieler Nachrichten“. Der erste aktuelle Test muss beim Check-in vorgelegt werden, der zweite erfolgt nach 48 Stunden. Dafür werden jetzt Testzentren im Ostseebad Damp, in Klein Waabs, Schönhagen, Schubystrand und Vogelsang-Grünholz eingerichtet.

Teilnehmende Beherbergungsbetriebe müssen außerdem sicherstellen, dass sich die Gäste selbst versorgen können. So seien beispielsweise Frühstücksbüfetts nicht erlaubt, so Borgmann.

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Büsum: Alle drei Tage ein Corona-Test

Auch in Büsum lautet das Prinzip: testen, testen, testen. Der Dithmarsche Urlaubsort habe zudem schon im vergangenen Sommer mit hoher Frequenz an Übernachtungs- und Tagesgästen zu tun gehabt und sei damit sehr professionell umgegangen – etwa durch einen selbst finanzierten Security-Service. „Mit dem kommunalen Ärztezentrum hat Büsum zudem einen sehr wichtigen Player vor Ort“ sagte Buchholz.

Urlauber, die ab dem 10. Mai (frühestmöglicher Starttermin) reisen wollen, müssen vor der Abfahrt im Heimatort einen Test machen und bei Ankunft in Büsum einen weiteren und alle drei Tage erneut, wie der NDR berichtet. Wer ein Restaurant besuchen will, braucht einen tagesaktuellen Test. Um das zu ermöglichen, sollen mehrere Testzentren in dem Urlaubsort eröffnen. Die Kosten für den Eingangstest sollen die Gäste selbst übernehmen, alle weiteren würden vom Bund gezahlt, sagte Büsums Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje dem Sender.

Sylt-Urlauber sollen ab Mai anreisen

Sylt-Urlauber müssen sich noch bis zum 1. Mai gedulden, dann soll auch im Kreis Nordfriesland die Saison eröffnet werden. Die Insel habe vor allem mit den umfassenden Testkapazitäten überzeugt: „Sylt war Vorreiter beim Thema Testregime und hat sich früh für die Kontaktnachverfolgungs-App Luca entschieden. Das in der Bewerbung vorgeschlagene Konzept ist anspruchsvoll und umfassend“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes.

Außengastronomie darf in Schleswig-Holstein schon Montag öffnen

Bereits vor dem Start des Modellprojektes dürfen in Schleswig-Holstein seit Montag (12. April) die Außenbereiche von Restaurants und Cafés öffnen. Voraussetzung ist, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Menschen stabil unter 100 liegt. Das ist beispielsweise in Timmendorfer Strand der Fall.

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Es gelten jedoch strenge Regeln: Der Zugang zur Außengastronomie richtet sich nach den aktuellen Kontaktbeschränkungen. Demnach dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen, Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit. Die Abstandsregeln müssen überall eingehalten werden, Gastronomen müssen eine Kontaktnachverfolgung sicherstellen. Außerdem sind medizinische Schutzmasken Pflicht, nur am Tisch dürfen Gäste sie abnehmen. Vorherige Schnell- oder Selbsttests auf das Coronavirus sind für den Besuch der Außengastronomie keine Pflicht, werden aber dringend empfohlen.

Modellprojekt kann jederzeit abgebrochen werden

Die Modellphase läuft ab dem Start an den jeweiligen Orten erst einmal für einen Zeitraum von vier Wochen mit der Option einer Verlängerung. Sollte sich jedoch während dieser Zeit die Situation in der Region dramatisch verschlechtern, kann das Projekt jederzeit abgebrochen werden. Alle Gäste müssten dann abreisen und die Beherbergungsbetriebe sowie Gastronomie müssten wieder schließen.

Denn: Grundlage für das Modellprojekt seien ein stabiler Sieben-Tage-Inzidenzwert von unter 100, die Zustimmung der jeweiligen Gesundheitsämter und wissenschaftliche Begleitung. Alle vier ausgewählten Projekte stehen laut Buchholz auch noch unter Vorbehalt: „Es ist überhaupt nicht ausgeschlossen, dass das Kreisgesundheitsamt in einer Region seine Regeln noch einmal schärft und dass das Projekt dann nicht mehr möglich ist.“

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Zwölf Bewerbungen für das Modellprojekt

Insgesamt hatten sich für das „Modellprojekt Urlaub“ zwölf Kreise, Städte, Gemeinden und Regionen beworben. Das Nachsehen hatten unter anderem die Nordseeinsel Helgoland, die Gemeinden Grömitz und Wangels sowie die Stadt Kiel.

RND/gei

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