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Tagestouristen und Osterurlauber reisen an die Ostsee – trotz des Lockdowns

  • Der Urlaub an der Ostsee ist an Ostern eigentlich nicht erlaubt – einige Touristen nutzen jedoch ein Schlupfloch.
  • Im Ferienort Travemünde haben Einwohner Sorge, dass über die Osterfeiertage noch mehr Menschen an die Küste reisen.
  • Polizei und Ordnungsamt kündigen verstärkte Kontrollen an.
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Wo in normalen Zeiten Zehntausende Gäste mit Freude begrüßt werden, ist die Freude in Schleswig-Holstein in diesem Jahr eher getrübt. Der befürchtete Touristenansturm ist zwar bisher ausgeblieben, woran das eher trübe Wetter einen großen Anteil haben könnte, doch viele Einwohner haben Sorge, dass sich über die Osterfeiertage doch noch etliche Menschen auf den Weg Richtung Küste machen könnten.

Bereits am Gründonnerstag waren einige Tagestouristen und Urlauber in Ferienorten wie Travemünde unterwegs. Eigentlich sind touristische Übernachtungen an der Lübecker Bucht wie in ganz Deutschland verboten. Aber es gibt eine Ausnahme in Schleswig-Holstein: Eigentümer, die ihre Ferienwohnungen und -häuser nicht selbst nutzen, dürfen sie Verwandten oder Freunden unentgeltlich überlassen. Und diese Möglichkeit nutzen offenbar einige Menschen, wie die „Lübecker Nachrichten“ (LN) berichten.

Urlauber dürfen in Ferienwohnung von Freunden und Verwandten

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„Wir sind hier, weil wir Glück hatten: Eine Freundin von uns ist Lübeckerin und überlässt uns ihre Wohnung, solange sie weg ist“, erzählt Corinna Roth der Zeitung. Sie ist gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Söhnen angereist. „Ursprünglich wollten wir nach Wangerooge in eine Ferienwohnung – aber das geht ja jetzt nicht mehr.“ In der Wohnung ihrer Freundin kann die vierköpfige Familie nun trotz Corona-Regeln Osterurlaub machen.

Seebäder an der Lübecker Bucht besorgt über illegale Vermietungen

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Bürgermeister und Tourismusfachleute sind besorgt, dass durch die Ausnahmeregelung noch mehr Besucher kommen und die Zahl der Schwarzvermietungen zunehmen könnte. „Wie das gehandhabt wird, können wir uns alle ausmalen“, zitieren die „Lübecker Nachrichten“ Joachim Nitz, Tourismusdirektor von Timmendorfer Strand und Niendorf. „Wenn wir keinen schärferen Lockdown wollen, ist das unpassend.“

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Auch Einwohner vor Ort zeigen sich unerfreut angesichts der Gäste: Der Tourismus in Travemünde sei „für Anwohner extrem“, berichtet Norbert Lifka der Zeitung. Der 69-Jährige beschwert sich zudem darüber, dass „überhaupt nicht kontrolliert“ werde. So würden auf einem Parkplatz des Ortes auch nachts Wohnmobile stehen – obwohl die Camper um 22 Uhr wegen des touristischen Übernachtungsverbotes abreisen müssten.

Polizei verstärkt Kontrollen an Ostertagen

Lübecks Stadtsprecher Hansjörg Wittern wehrt sich gegen diese Behauptung. Der kommunale Ordnungsdienst sei mit Unterstützung der Polizei „in gewohnter Weise im Stadtgebiet unterwegs, um die geltenden Regelungen zu überwachen“, sagte er den „LN“. Auch die Übernachtungsregeln würden kontrolliert. Auch die Polizei ist laut einem Behördensprecher verstärkt im Einsatz, „obwohl es sehr, sehr ruhig ist“ – die Beamten würden auch die restlichen Ostertage die Einhaltung der Corona-Maßnahmen kontrollieren.

RND/gei/dpa

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